Patienten mit Vorhofflimmern tragen hohes Schlaganfall-Risiko

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Etwa 1,8 Million Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Diese häufigste aller Herzrhythmusstörungen beeinträchtigt den Blutfluss in den Vorhöfen des Herzens und fördert somit die Bildung von Blutgerinnseln. Gelangt ein solches Gerinnsel in ein gehirnversorgendes Blutgefäß, kann es dieses verengen, die Sauerstoffzufuhr unterbrechen und im schlimmsten Fall einen Schlaganfall auslösen.

Damit es nicht soweit kommt, empfehlen Ärzte für Patienten mit Vorhofflimmern und mindestens einem weiteren Risikofaktor eine vorbeugende Therapie in Form von Blutgerinnungshemmern. Das betrifft zum Beispiel Patienten über 65 Jahre oder mit einer Grunderkrankung wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzschwäche. Trotz der Gefahr, die von Vorhofflimmern ausgeht, erhalten Untersuchungen zufolge bis zu 43 Prozent der betroffenen Patienten keine Schlaganfall-vorbeugende Therapie.

Für die Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern empfohlen sind so genannte orale Antikoagulanzien. Zwei verschiedene Klassen dieser Blutgerinnungshemmer stehen zur Verfügung: Vitamin-K-Antagonisten und neue orale Antikoagulanzien. Vitamin-K-Antagonisten sind wirksam, erfordern aber eine individuelle Anpassung der Dosierung und demzufolge regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung beim Arzt. Ihre Wirkung wird stark von Vitamin K-haltigen Nahrungsmitteln beeinflusst, wie zum Beispiel Spinat, Kohl und Zwiebeln. In der Folge schwanken die Blutspiegel bei vielen Patienten und weichen von den angestrebten Werten ab. Das birgt Gefahren: Zu hohe Werte erhöhen das Blutungsrisiko, zu niedrige Spiegel gewährleisten keinen ausreichenden Schutz vor Schlaganfall. Vitamin-K-Antagonisten erfordern daher engmaschige Kontrollen beim Arzt und eine strenge Anpassung der Ernährungsgewohnheiten.

Neue orale Antikoagulanzien hemmen direkt bestimmte Blutgerinnungsfaktoren und erfordern keine regelmäßigen Dosisanpassungen. Auch sie müssen zuverlässig eingenommen werden, um gleichbleibende Wirkstoffspiegel zu gewährleisten. Routinemäßige Bluttests sind nicht notwendig.

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