Impf-Mythen: Viele Menschen sind verunsichert

Die Skepsis gegenüber Impfungen ist bei vielen Menschen auf Verunsicherung zurückzuführen. Wichtige Faktoren dabei seien zu wenig Wissen – oder im Gegenteil ein Übermaß an widersprüchlichen Informationen über Impfrisiken, sagt die Psychologin und Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, Cornelia Betsch, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. „Ich habe so wahnsinnig viele Informationen zusammengesucht, dass sich viele widersprechen und ich am Ende nicht mehr weiß, wem ich glauben oder was ich tun soll.“

Viele Menschen suchen laut Betsch im Internet nach Fakten „und geraten leider oft viel zu leicht an falsche Informationen“. Oft sei es schwierig, falsche von richtigen Informationen zu unterscheiden. „Zumal es Internetseiten von Impfgegnern gibt, die auf den ersten Blick den Eindruck erwecken, als würden sie dem Laien die Fachliteratur endlich mal verständlich erklären. In Wirklichkeit picken sie sich aber nur das heraus, was ihre Sicht stützt.“ Ein deutliches Warnzeichen sei, wenn auf der Website Verkaufsziele verfolgt und Bücher oder irgendwelche Mittelchen angeboten würden, „auch wenn Verschwörungstheorien oder absolute Aussagen über Wahrheit oder Heilung bemüht werden“, so die Expertin.

Zum Thema Impfen halten sich hartnäckig viele Mythen. Dabei gehören Impfstoffe zu den am besten geprüften Arzneimitteln. Bevor sie auf den Markt kommen und von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen werden, müssen sie nicht nur zeigen, dass sie gut verträglich sind. „Sie müssen sich in klinischen Studien und später auch unter Alltagsbedingungen bewähren“, betont Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, das in Deutschland für die Impfstoff-Sicherheit zuständig ist. Schwere Komplikationen sind laut Cichutek extrem selten. Studien widerlegen zudem einen von manchen Impfgegnern behaupteten Zusammenhang zwischen Allergien oder Multipler Sklerose und Impfungen.

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