Keine Reisen, kein Kino, keine Konzerte: Wegen der Corona-Maßnahmen müssen die Menschen zu Hause bleiben. Seit Monaten diskutieren Experten, ob der Lockdown zu einem Baby-Boom führt. Und tatsächlich steigt die Nachfrage nach Schwangerschaftsvitaminen in der Apotheke, wie der Branchendienst APOTHEKE ADHOC am Sonntag exklusiv berichtet.

Während der Schwangerschaft sollten Frauen auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen achten – spätestens beim Frauenarzt wird die Einnahme spezieller Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Eine steigende Nachfrage nach entsprechenden Produkten könnte daher ein erster Indikator sein.

Genau dieser Effekt lässt sich derzeit in der Apotheke beobachten, wie Zahlen der Marktforschungsunternehmen Insight Health (Apotheken) und DatamedIQ (Versandapotheken) zeigen: Von Januar bis Ende Oktober 2020 wurden 1,42 Millionen Packungen an Schwangerschaftsvitaminen verkauft – 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Jahresverlauf zeigt sich demnach ein deutlicher „Corona-Effekt“: Nach regelrechten Hamsterkäufen im März schwächte sich die Nachfrage im April und Mai vorübergehend ab – um seitdem deutlich anzusteigen: Zwischen Juni und Oktober lagen die Abverkäufe 10 Prozent über Vorjahr; betrachtet man nur die Monate September und Oktober, waren es sogar 15 beziehungsweise 17 Prozent mehr, wobei der Versandhandel erstmals überproportional zulegen konnte.

„Wir sehen aktuell im Versandhandel generell eine deutlich stärkere Nachfrage an Vitamin- und Immunpräparaten“, sagt Dr. Dominique Ziegelmayer, CEO von DatamedIQ. „Das Wachstum bei den Schwangerschaftsvitaminen, gestützt durch die positive Entwicklung bei den Schwangerschaftstests, scheint atypisch und könnte für einen Anstieg der Schwangerschaften nach dem Lockdown sprechen.“

Ähnlich interpretiert Michael Hensoldt, Geschäftsführer von Insight Health, die Zahlen. Dass die Hersteller in diesem Jahr massiv in Werbung investiert haben, stützt seiner Meinung nach die These: Denn Schwangerschaftsvitamine seien keine Kategorie, bei denen die Nachfrage induziert werden könne.

Florian Sieben, Managing Director DACH bei P&G Personal Health Care, bestätigt, dass Femibion im vergangenen Quartal um 42 Prozent gewachsen ist und viele Konsumentinnen in die Apotheke gebracht hat. Auch der Berliner Hersteller Steripharm freut sich über gestiegene Nachfrage: „Das Interesse an unseren Folio-Produkten ist auch in diesem Jahr ungebrochen und wir spüren eine beträchtliche Nachfrage“, sagt Geschäftsführer Klaus Brill.

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