Ärzte erhalten weiter geheime Millionenzahlungen für Anwendungsbeobachtungen

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Im vergangenen Jahr haben Pharma-Unternehmen Ärzten für die Teilnahme an sogenannten Anwendungsbeobachtungen (AWB) Dutzende Millionen Euro gezahlt. Das zeigen Recherchen von NDR, WDR, Süddeutscher Zeitung und dem gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv. Insgesamt liefen 2015 mehr als 600 Anwendungsbeobachtungen. Über 150 neue AWB wurden gestartet – mehr als in den vorherigen zwei Jahren. Die Studien haben eine Laufzeit von teils mehreren Jahren, bei manchen sogar mehr als zehn oder 20 Jahre. Die vereinbarten Honorare liegen in der Regel bei mehreren Hundert, manchmal sogar bei mehreren Tausend Euro pro Patient. Etwa jeder zehnte niedergelassene Arzt nahm 2015 nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an solchen Studien teil: insgesamt knapp 13.000 Mediziner, außerdem rund 4000 Klinikärzte.

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Umfrage: Mehr finanzielle Anreize für Ärzte in strukturschwachen Gebieten

Einer Umfrage der Ärzte-Plattform coliquio zufolge könnte sich die ärztliche Versorgung in strukturschwachen Gebieten vor allem durch finanzielle Anreize deutlich verbessern. An der Befragung des größten Experten-Netzwerks für Ärzte im deutschsprachigen Raum nahmen im Dezember 2014 über 900 Ärzte aus allen Fachrichtungen teil. Weit über die Hälfte der Teilnehmenden befürwortete eine finanzielle Unterstützung durch die jeweilige Gemeinde, beispielsweise durch Übernahme der Praxismiete, zinsfreie Darlehen oder günstigen Wohnraum. Für 59 Prozent stieg die Attraktivität unterversorgter, meist ländlicher Regionen zudem durch ein Honorierungssystem, das den Aufwand für Aus- und Weiterbildung angemessen berücksichtigt. 48 Prozent sprachen sich für höhere Arzthonorare bei Niederlassungen in einem strukturschwachen Gebiet aus. Den Befragten zufolge kann darüber hinaus die Befreiung von Arzneimittelregressregelungen dazu beitragen, die ärztliche Versorgung zu verbessern.

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Ärztestatistik 2014: Etwas mehr und doch zu wenig

„Etwas mehr und doch zu wenig“, so fasste Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Ergebnisse der Ärztestatistik für das Jahr 2014 zusammen. Wie aus den Daten der BÄK hervorgeht, erhöhte sich die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten ärztlich tätigen Mediziner im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 365.247. „Dieses leichte Plus reicht bei Weitem nicht aus, um die Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen, die sich aus einer Reihe von gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben“, sagte Montgomery.

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Bundesgesundheitsminister Gröhe mahnt im NDR bessere Versorgung von Kassenpatienten an

Zwei Drittel der Fachärzte benachteiligen Kassenpatienten, so das Ergebnis einer Recherche für die Sendung „Die Tricks der Ärzte und Apotheker – Weiße Kittel und schwarze Schafe“, die das NDR Fernsehen am Montag, 17. November, um 21.00 Uhr zeigt. Eine Kassenpatientin hätte in manchen Fällen Wochen oder sogar Monate auf die Sprechstunde warten müssen: Bei 40 Prozent der Augenärzte, 80 Prozent der Dermatologen und sogar 83 Prozent der Orthopäden.

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Werbung für Botox: Ärzte im Dienst eines Pharmakonzerns?

Mit einer zweifelhaften Kampagne versucht der Pharmahersteller Allergan offenbar, sich neue Märkte für sein Mittel Botox zu erschließen. Dabei geht es um die Behandlung von Patienten, die an chronischer Migräne leiden. Um auf die Krankheit aufmerksam zu machen, plakatiert der Konzern, betreibt eine Internetseite und hat Onlinevideos produzieren lassen. Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung zeigen, dass auch namhafte Ärzte an der Kampagne beteiligt sind, die zum Beispiel für ihre Vortrags- oder Gutachtertätigkeit Honorare von Allergan bekommen haben.

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Nach Behandlungsfehlern häufig Manipulation von Patientenakten

Nach Behandlungsfehlern manipulieren Ärzte, Pflegekräfte und Klinikpersonal in vielen Fällen Patientenakten, um nicht haften zu müssen. Das berichtet das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ (heute Abend, 21.45 Uhr, Das Erste) unter Berufung auf Recherchen bei Verbraucherschützern und Patientenanwälten. Wenige Tage vor Beginn der parlamentarischen Beratungen des Patientenrechtegesetzes im Bundestag fordern der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vbzv) und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach im Interview Nachbesserungen am geplanten Gesetz, um die Fälschung von Krankenunterlagen künftig wirksamer zu verhindern.

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Bundesärztekammer stellt Behandlungsfehlerstatistik 2011 vor

„Überall wo Menschen arbeiten, passieren Fehler – auch in der Medizin. Hier können Komplikationen oder unerwünschte Behandlungsergebnisse verschiedene Gründe haben. Dabei vermengen sich häufig die Ursachen, was die Beantwortung der Frage schwierig macht, ob ein Behandlungsfehler für eine Komplikation ursächlich ist oder nicht. Umso wichtiger ist es, dass die Patientinnen und Patienten bei einem vermuteten Schadensfall nicht allein gelassen werden. Sie sind bei der Aufklärung eines möglichen Behandlungsfehlers auf die ärztliche Expertise angewiesen.“ Das sagte Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen, bei der Vorstellung der Behandlungsfehler-Statistik 2011 in Berlin.

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Versorgungsschieflage durch immer weniger Hausärzte und immer mehr Spezialisten

Zwischen 1993 und 2010 ist die Zahl der Hausärzte um acht Prozent zurückgegangen, die der Spezialisten hat sich in sieben Jahren um 50 Prozent erhöht. In manchen ländlichen Gebieten ist zum Besuch des Hausarztes schon eine kleine Reise nötig. Gefördert werde die Entwicklung durch das deutsche System die Ärzte zu bezahlen, heißt es im Patientenmagazin „HausArzt“.

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Wenn das falsche Knie operiert wird

In deutschen Krankenhäusern wären jährlich rund 17.000 Todesfälle vermeidbar, schätzt das Aktionsbündnis Patientensicherheit. In der Oktober-Ausgabe des Magazins Reader’s Digest brechen drei renommierte Mediziner das Schweigen und berichten von Fehlern, die ihnen oder ihren Teams unterlaufen sind. In allen Fällen waren es ähnliche Ursachen: Hektik im Klinik-Alltag und ein Moment der Unaufmerksamkeit vor oder während der Operation.

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Warum Ärzte von sich aus weder andere Ärzte noch bestimmte Apotheken empfehlen dürfen

Zu welchem Arzt gehe ich mit der Überweisung, in welche Apotheke mit einem Rezept? Der Arzt, der beides ausstellt, darf in der Regel konkrete Ratschläge nicht geben. Ihm ist es nicht erlaubt, „ohne hinreichenden Grund an bestimmte Apotheken, Geschäfte oder Anbieter von gesundheitlichen Leistungen zu verweisen“, zitiert die „Apotheken Umschau“ die Berufsordnung.

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