In Deutschland leben die meisten mit Diabetes erkrankten Menschen pro Nation in Europa

Im europäischen Vergleich leben in Deutschland die meisten mit Diabetes erkrankten Menschen, sowohl was die Anzahl pro Land (9,5 Millionen) als auch die Diabetesprävalenz (15,3 Prozent) betrifft. Diese Werte unterscheiden sich signifikant von denen vergleichbarer Ländern: In Österreich ist nur jeder zehnte und in der Schweiz jeder dreizehnte an Diabetes erkrankt, während es in Deutschland jeder siebte ist. Diese besorgniserregenden Zahlen gehen aus der bereits zum neunten Mal vorgestellten Diabetes-Atlas-Studie der International Diabetes Federation (IDF) über das weltweite Wachstum von Diabetesprävalenz hervor.

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Diabetes-Warnhunde können bei Unterzucker Alarm schlagen

Tiere werden schon lange eingesetzt, um kranke Menschen bei psychischen oder körperlichen Problemen zu unterstützen. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes sind vor allem Hunde ideale Partner, wie das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ schreibt. Denn die Vierbeiner sorgen für regelmäßige Bewegung. Ein Hund, der auch bei Kälte und Regen nach draußen möchte, ist eine größere Motivation für einen Spaziergang als jeder Fitness- oder Abnehmplan.

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Oft unterschätzt: Diabetiker haben ein doppelt so hohes Risiko an Depression zu erkranken

Mit dem Diabetes Typ 2, dem sogenannten Altersdiabetes, werden viele Begleit- und Folgeerkrankungen in Verbindung gebracht, angefangen von Bluthochdruck und Übergewicht bis zu Nervenschädigungen, dem diabetischen Fuß, Netzhautschäden oder Nierenversagen. Was kaum im Fokus steht, sind die häufigen psychischen Probleme, unter denen viele Diabetiker leiden. „Diabetiker sind zwei- bis dreimal häufiger von Depressionen betroffen. Das Risiko für Demenzen durch Gefäßverengungen ist erhöht, Essstörungen sind häufiger und bei schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolaren Erkrankungen verkürzt sich die Lebenserwartung. Außerdem steigt die Suizidgefahr bei Diabetes-Patienten um 50 Prozent im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung“, sagt Dr. Marion Hagemann-Goebel, Leiterin des Zentrums für Verhaltensmedizin an der Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll.

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Bei Diabetes vor jeder Autofahrt messen

Bevor sich Menschen mit Diabetes ans Steuer setzen, sollten sie grundsätzlich immer erst einmal ihren Blutzucker messen. Sehr wichtig sei, „erst loszufahren, wenn der Blutzucker über einem bestimmten Wert liegt“, betont Diplom-Psychologin Eva Küstner, Mitautorin der Leitlinie „Diabetes im Straßenverkehr“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Ein Wert unter 90 mg/dl (5 mmol/l) sei zu nah am Unterzucker. „Betroffene müssen sich einschärfen: Beim leisesten Verdacht auf eine Unterzuckerung sofort rechts ranfahren und Traubenzucker essen.“ Starten sollte man erst wieder, wenn der Wert stimme und der Kopf klar sei. Das dauere mindestens 20 Minuten.

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Zuckerfallen meiden: Selbst zubereiten ist Trumpf

Zucker ist nicht nur in Schokolade, Gummibärchen und Kuchen enthalten, sondern auch in vermeintlich gesunden Speisen: „Zucker ist ein billiger Rohstoff. Deshalb verarbeiten ihn die Firmen gerne“, erklärt die Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Barbara Bitzer, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. „Er steckt wider Erwarten sogar in Fertigprodukten wie Pizza, Krautsalat und Rotkohl.“ So enthält ein Glas Rotkohl mit 700 Gramm oft mehr als 70 Gramm Zucker – das entspricht gut 23 Zuckerwürfeln.

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Stress und Diabetes hängen wechselseitig zusammen

Für Menschen mit Diabetes ist Dauerstress besonders ungesund. Er treibt den Blutzucker in die Höhe, weil die Stresshormone Adrenalin und Cortisol im Körper laufend Zucker freisetzen, um Energie bereitzustellen. Umgekehrt sei im ohnehin schon schwierigen Alltag Diabetes eine zusätzliche Stressquelle, sagt Professor Dr. Bernhard Kulzer, leitender Psychologe am Diabetes Zentrum Mergentheim, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. „Man muss sich um die Erkrankung Tag für Tag aufs Neue kümmern, und dabei läuft nicht immer alles glatt.“ Auch Ängste vor Folgekrankheiten seien für viele Diabetes-Patienten ein Stressfaktor. Um damit besser klarzukommen, empfiehlt Kulzer Schulungen. „Wer gut geschult ist, fühlt sich der Erkrankung nicht ausgeliefert, sondern weiß, dass und wie er sie beeinflussen kann.“

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Diabetes-Gesellschaft: In Deutschland wird zu früh mit Insulin therapiert

Bei Typ-2-Diabetikern wird in Deutschland zu früh mit Insulin therapiert. Das sagt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) dem MDR-Magazin „Hauptsache Gesund“. Der verfrühte Einsatz des Hormons könne negative Folgen für die Patienten haben: „Bei vielen Patienten wird durch die Insulintherapie die Gefahr durch Unterzuckerungen erhöht und die Patienten nehmen an Gewicht zu“, warnt Prof. Baptist Gallwitz, Sprecher der DDG. 90-95 Prozent aller Diabetiker haben Typ-2.

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Für Diabetiker ist Bier nicht gleich Bier

Menschen mit Diabetes, die hin und wieder gerne ein Bier trinken, sollten mehrere Aspekte beachten. Zunächst spielt der Alkohol eine große Rolle. Vor allem wenn sie Insulin spritzen oder zuckersenkende Tabletten mit Sulfonylharnstoffen einnehmen: Alkohol bringt den Blutzucker durcheinander. Durch die Kohlenhydrate im Bier steigt der Zuckerwert erst einmal an, bevor ihn der Alkohol sinken lässt. „Oft kommt es dann nachts im Schlaf zur Unterzuckerung oder sogar noch am nächsten Vormittag“, sagt Diabetesberater Helmut Nussbaumer aus Burghausen im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Für die Kohlenhydrate im Bier sollte man deshalb kein Insulin spritzen, häufiger den Zucker messen – und am besten vorab beim Arzt den Umgang mit Bier & Co. klären.

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Bei Diabetes besteht höheres Risiko für Lungenerkrankungen

Bei Menschen mit Diabetes treten manche Lungenerkrankungen häufiger auf – zum Beispiel Asthma und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD. Der Ulmer Lungenfacharzt Dr. Michael Barczok empfiehlt im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“, unbedingt rechtzeitig zum Arzt zu gehen, sobald man das Gefühl hat, dass die Luft knapp wird. „Viele Patienten kommen leider erst sehr spät“, sagt er. Der Arzt kann unter anderem mit einer einfachen Lungenfunktionsprüfung erkennen, ob die Atemprobleme an der Lunge liegen. Hausärzte nehmen den Test entweder selbst vor oder überweisen ihre Patienten zu einem Lungenspezialisten. Je nach Ergebnis der Untersuchung kann dann eine gezielte Behandlung beginnen.

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Lebensmittelindustrie muss mehr Verantwortung für gesunde Ernährung übernehmen

Der AOK-Bundesverband und die Deutsche Diabetes Gesellschaft verlangen von der Lebensmittelindustrie mehr gesellschaftliche Verantwortung. Vor der Sitzung des Begleitgremiums zur weiteren Festlegung einer bundesweiten Reduktionsstrategie von Zucker, Fetten und Salz am heutigen Dienstag (12. Februar 2019), bei der wichtige Wirtschaftsverbände der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner konkrete Vorschläge präsentieren sollen, stellt AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch klar: „Die Erwartungen an dieses Treffen sind hoch. Wir sind gespannt, wie ernst die Branche ihren Auftrag nimmt. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie geht Deutschland weiterhin einen Sonderweg. Falls dies aber auch weiter bedeutet, dass wir bei der Absenkung von Zucker, Fetten und Salz unseren Nachbarländern hinterherhinken, wäre das mit einem Glaubwürdigkeitsverlust der Bundesregierung verbunden.“

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