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Jeder zehnte Bundesbürger hat Diabetes

Es gibt neue Zahlen aus dem Versorgungsatlas des Zentralinstitutes der Ärzte in Deutschland – und die sind nicht beruhigend. Die Anzahl der Menschen mit Diabetes steigt an. Lag die Anzahl von Menschen mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes im Jahr 2009 noch bei 8,9 Prozent, so ist sie im Jahr 2015 auf 9,8 Prozent angestiegen. Auffällig sind in diesem Zusammenhang zwei Ergebnisse:

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Sorgloser Alltag trotz Diabetes?

gehen

Da Diabetes heute gut mit Insulin und Tabletten behandelt werden kann, ist es im Grunde keine schwere Krankheit mehr – davon ist laut einer Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins „Diabetes Ratgeber“ die Hälfte der Deutschen (52,0 %) überzeugt. Zwei Drittel (66,0 %) meinen, wenn Diabetiker ihre Zuckerwerte gut im Griff haben, müssten sie sich in ihren Alltagsaktivitäten auch in keiner Weise beschränken oder zurückhalten. Doch die Realität sieht oft anders aus, wie die Umfrage weiter ergab.

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Pubertät – und dann auch noch Diabetes

Ein Jugendlicher, der schon seit Kindertagen Diabetes hat, braucht auch dann weiterhin aufmerksame Eltern, wenn er bis dahin souverän mit seiner Krankheit umging. „Viele Eltern glauben, mit zunehmendem Alter müsse ihr Kind seinen Diabetes immer reifer und gewissenhafter meistern können“, sagt Béla Bartus, Fachpsychologe für Diabetes sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeut an der Filderklinik in Filderstadt, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Studien belegen aber, dass die Kompetenz von Jugendlichen im Umgang mit dem Diabetes nicht vom Alter abhängt, sondern von der psychosozialen Reife. Es gebe souveräne 14-Jährige und total überforderte 17-Jährige. Das Motto: „Jetzt bist du alt genug, deinen Diabetes selbst zu managen“, gilt also nicht. Eltern müssen lernen, die Situation realistisch einzuschätzen, und notfalls immer wieder die undankbare Rolle des Mahners annehmen.

Künstliches Insulinpräparat soll Blutzuckereinstellung erleichtern

Diabetiker müssen oft mehrmals täglich Insulin spritzen. Das Hormon senkt den Blutzucker und wird vom Körper rasch wieder abgebaut. Forscher haben jetzt ein neuartiges künstliches Insulin entwickelt, das mehrere Stunden im Blut bleibt – und nur dann wirkt, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Das berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Bislang wurde dieses „Super-Insulin“ noch nicht am Menschen getestet. Sollte es sich als sicher und wirksam erweisen, können Diabetiker womöglich die Zahl ihrer Insulin-Injektionen senken und müssten ihre Blutzuckerwerte seltener kontrollieren.

Haferkur für Diabetiker

Bevor Insulin als Medikament zur Verfügung stand, behandelten Ärzte Zuckerkranke manchmal mit Haferkuren, wenn ein Zuckerkoma drohte. Sie konnten damit den Verlauf der Krankheit zumindest vorübergehend bessern. Heute wird die Haferkur – darunter versteht man eine Kurzzeit-Diät, bei der nur Hafergerichte erlaubt sind – von Diabetologen wiederentdeckt, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Regelmäßige „Hafertage“ könnten dabei helfen, den steigenden Insulinbedarf bei Typ-2-Diabetikern zu senken, davon sind einige Diabetologen inzwischen überzeugt. Wissenschaftliche Beweise fehlen allerdings. Ob sich die Haferkur als Ernährungstherapie bei Typ-2-Diabetes etabliert oder als eine von vielen Diät-Moden wieder verschwindet, hängt von den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien ab.

Gefahr durch zu niedrige Zuckerwerte

US-Forscher warnen vor einer Überbehandlung älterer Diabetes-Patienten. Bei Menschen mit mehreren Krankheitsbildern berge eine strenge Blutzuckereinstellung das Risiko von Unterzucker, berichtet die „Apotheken Umschau“. Ein anhaltender Unterzucker (Hypoglykämie) kann zum Bewusstseinsverlust führen und akut lebensgefährlich sein.

Die Wissenschaftler analysierten Gesundheits- und Blutzuckerdaten von 1288 Patienten über 65 Jahre. Sie setzen sich für eine individuelle Therapie ein, die das Alter und den Gesundheitszustand berücksichtigt.

Warum Diabetiker die Nadeln ihrer Insulin-Pens regelmäßig wechseln sollten

Diabetiker, die Insulin spritzen, sollten die Einstichstelle regelmäßig wechseln. Wiederholtes Stechen in dieselbe Stelle führt zu Gewebsverhärtungen, die die Aufnahme des Insulins behindern, erklärt das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Einer Studie mit 430 Teilnehmern zufolge sind solche Verhärtungen ein häufiger Grund für unerklärliche Unterzuckerungen und Zuckerschwankungen.

Auch sollte die Pen-Nadel möglichst nach jedem Benutzen gewechselt werden. Nach mehr als fünfmaligem Gebrauch steigt das Risiko für Gewebsverletzungen, die zu Verhärtungen führen, stark an.

Auch Diabetiker dürfen Organe spenden

Auch Menschen mit Diabetes dürfen grundsätzlich Organe spenden. Das erklärt Karolina Schmidt, Referentin für Organspende bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Zwar kann die Zuckerkrankheit zu Organschäden führen, die einer Transplantation entgegenstehen.

Ob solche Schäden vorliegen, würde jedoch vor der Entnahme in jedem Einzelfall geprüft. Abgeraten wird Diabetikern dagegen, zu Lebzeiten eine Niere zu spenden – weil sie ein erhöhtes Risiko haben, selbst eine Nierenschwäche zu entwickeln.

Zum Weltdiabetestag am 14. November: Diabetes mit Sport bekämpfen

Rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes erkrankt – Tendenz steigend. „Dabei ist die Krankheit oft kein Schicksal. Typ-2-Diabetes, von dem 90 Prozent der Diabetiker betroffen sind, lässt sich gut mit Bewegung und gesunder Ernährung bekämpfen“, erklärt Thomas Heilmann vom Versorgungsmanagement der Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November. Spritzen und Tabletten könnten mit Sport oft reduziert oder ganz abgesetzt werden. Bei Typ-1-Diabetes steigere Sport die Fitness und die allgemeine Gesundheit. Die TK hat deshalb mit dem „Diabetes Programm Deutschland“ ein spezielles Schulungs- und Trainingsprogramm aufgelegt.

Teilnehmen können sowohl Diabetiker mit Typ-1 als auch Typ-2-Diabetes. Sportliche Erfahrung ist für das Programm nicht erforderlich. Nach einem umfassenden Gesundheitscheck beim Hausarzt oder Diabetologen, treffen sich die Teilnehmer zehn Monate lang ein bis zwei Mal wöchentlich zu einem gemeinsamen Lauf- oder Walkingtraining. Bei ihren Aktivitäten werden sie gleichzeitig medizinisch und sportwissenschaftlich betreut. Außerdem gibt es für sie zahlreiche Schulungen und Informationen über Diabetes, richtige Ernährung und Sport. Highlight des Programms ist die Teilnahme an einem regionalen Laufwettbewerb mit medizinischer Betreuung entlang der Strecke.

Das Diabetes Programm Deutschland hat unter anderem Laufgruppen in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Heidelberg, Kiel, Köln, Mainz, Meppen und Minden. Die TK übernimmt für ihre Versicherten 85 Prozent der Programmkosten.

Zum Hintergrund:

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Besonders verbreitet sind der Typ-2- (90 Prozent) und der Typ-1-Diabetes (knapp fünf Prozent). Seltener treten Schwangerschaftsdiabetes und sonstige Formen auf. Typ-1-Diabetiker benötigen ihr Leben lang Insulinspritzen. Im Gegensatz dazu können Typ-2-Diabetiker beeinflussen, wie oft und wie viele Medikamente sie benötigen – und zwar indem sie sich gesund ernähren, ihr Gewicht reduzieren und körperlich aktiv sind.

Zum Weltdiabetestag am 14. November: Die gefährliche Zucker-Krankheit und wie man vorbeugen kann

Der Weltdiabetestag wurde erstmals 1991 eingeführt, um auf die immer größer werdende Verbreitung von Diabetes aufmerksam zu machen. Selbst die Vereinten Nationen haben diese Erkrankung zur weltweiten Bedrohung erklärt, denn die Zuckerkrankheit, wie sie auch genannt wird, ist tückisch und gefährlich und auch bei uns steigen die Zahlen dramatisch an.

Die Volkskrankheit Diabetes ist in verschiedene Formen untergliedert, erklärt Chefredakteur und Allgemeinmediziner Dr. Andreas Baum vom Apothekenmagazin Diabetes Ratgeber:

In Deutschland haben etwa 90 Prozent, der rund 8 Millionen Diabetiker Typ-2-Diabetes, der Rest hat Typ-1-Diabetes oder eine andere seltenere Diabetesursache. Der Typ-1-Diabetes, der oft bei Kindern auftritt, ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Die Betroffenen bilden kein Insulin mehr und müssen es deshalb regelmäßig spritzen. Und am Typ-2-Diabetes, da ist eine Mischung aus erblicher Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel schuld.

Konzentrieren wir uns auf den Typ-2-Diabetes, der ja so weit verbreitet ist. Wahrscheinlich ist die Krankheit so gefährlich, weil sie permanent unterschätzt wird?

Dabei ist Diabetes, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, für einen Unmenge von Folgekrankheiten verantwortlich. So hat zum Beispiel die Mehrzahl aller Herzinfarktpatienten Diabetes oder eine Diabetesvorstufe. Die Hälfte der Menschen, die wegen Nierenversagen zur Dialyse müssen, haben Diabetes, und Diabetes ist eine der Hauptursachen von Erblindungen oder Amputationen.

Auch wenn es nicht so einfach ist, kann man aber bestimmte Anzeichen der Zuckerkrankheit selbst erkennen:

Der macht keine ausgeprägten Symptome und besteht oft schon viele Jahre bevor er dann vom Arzt entdeckt wird. Wer zum Beispiel bemerkt hat, dass er auffallend oft müde und schlapp ist, unter Hautjucken leidet oder häufiger als sonst Infekte hat, Blasenentzündungen und viel Wasser lassen muss, viel Durst hat, der sollte zum Arzt und einen Zucker-Check machen lassen.

Und das ist die gute Nachricht zum Schluss:

Typ-2-Diabetes, der lässt sich durch einen gesunden Lebensstil, mit viel Bewegung, mit Vermeiden von Übergewicht, oft um viele Jahre verzögern oder auch ganz verhindern. Also, das haben große Studien sehr eindrucksvoll bewiesen.