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Regeln: Weniger ist mehr – Eltern sollten sorgfältig abwägen, welche Regeln sie aufstellen

Regeln im Familienalltag sind wichtig – jedoch sollten Eltern damit eher sparsam umgehen. Diplom-Psychologin Michaela Dörffling aus München rät im Apothekenmagazin „Baby und Familie“, sich genau zu überlegen, welche Regeln man aufstellt, nach dem Motto: Weniger ist mehr. Und: Ist mir etwas wirklich wichtig oder will ich es, weil „man“ oder vielleicht die Oma das so will? „Es ist um vieles anstrengender, Dinge durchzusetzen, die einem eigentlich nicht wichtig sind.“

Überhaupt kein Problem ist es, sich von Regeln wieder zu verabschieden, wenn man merkt, dass sie nicht passen. „Kinder lernen dabei zwei Dinge. 1. Meine Eltern wissen, was sie tun. 2. Ich kann etwas ausprobieren und es dann ändern“, sagt Michaela Dörffling. Grundlegende Regeln sollten Mutter und Vater gemeinsam tragen, zum Beispiel wann es abends ins Bett geht.

Bei weniger wichtigen Bereichen dürfen sie aber auch unterschiedliche haben. „Kinder können das sehr gut auseinanderhalten, ohne verwirrt zu sein“, betont Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Leiter der Erziehungsberatung der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg.

Kinderhilfswerk mahnt Eltern zu mehr Gelassenheit bei der Erziehung

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Anlässlich des Weltkindertags 2016 an diesem Dienstag rät das Deutsche Kinderhilfswerk zu mehr Gelassenheit bei der Kindererziehung. Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag): „Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit vielfältigen Fähigkeiten. Deshalb kommt es in erster Linie darauf an, dass wir ihnen helfen, stark und gleichberechtigt zu sein.“ Eine Schlüsselrolle habe dabei das Elternhaus inne, so Krüger weiter. „Kinder brauchen ein Zuhause, das sie fördert und in ihrer Entwicklung unterstützt“, forderte er. Viele Eltern leisteten das „ganz hervorragend“, lobte der Präsident des Kinderhilfswerks. Doch es gebe auch viele, denen das noch nicht gelänge, sagte Krüger, sei es „aus Zeitnot, Geldknappheit, Unwissenheit oder weil sie schlicht überfordert“ seien. „Diese Eltern müssen wir stärker unterstützen“, forderte er.

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Umfrage: Großeltern sollten sich nach Überzeugung von 70 Prozent der Deutschen aus der Erziehung der Enkel heraushalten

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Und sind sie auch noch so gut gemeint – mit Erziehungstipps sollten Großmütter und Großväter sich nach Ansicht der meisten Deutschen zurückhalten. Wie eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins „Baby und Familie“ ergab, meinen sieben von zehn Frauen und Männern in Deutschland (71,5 Prozent), dass sich Großeltern in die Erziehung der Enkel nicht einmischen sollten.

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Warum Intuition im Umgang mit Kindern so wichtig ist

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Bei der Erziehung ihrer Kinder sollten sich Eltern nach Überzeugung von Experten möglichst auf ihre Intuition verlassen. „Ich will Eltern sagen, dass sie intuitive Fähigkeiten haben, die die natürlichen Gaben und Talente ihrer Kinder fördern“, sagte Stephen Camarata, Professor für Kindesentwicklung an der Vanderbilt-Universität in Nashville (USA) dem Apothekenmagazin „Baby und Familie.“

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2010: Hilfen zur Erziehung überwiegend für Kinder

Im Jahr 2010 haben rund 367 000 Kinder bis 13 Jahre in Deutschland eine erzieherische Hilfe durch das Jugendamt oder in einer Erziehungsberatungsstelle neu begonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2011 weiter mitteilt, entspricht dies einem Anteil von knapp 71 % an allen Hilfen zur Erziehung. Insgesamt begannen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im vergangenen Jahr rund 519 000 erzieherische Unterstützungen.

Den größten Anteil unter allen neu gewährten erzieherischen Hilfen hatte mit gut 66 % die Erziehungsberatung – insgesamt 314 000 junge Menschen nahmen sie im Jahr 2010 neu in Anspruch. Dabei wurden knapp drei Viertel (74 %) dieser Beratungen von Kindern begonnen (rund 231 000 Fälle). 61 000 Erziehungsberatungen (19 %) gewährten die Beratungsstellen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Junge Erwachsene unter 27 Jahren nahmen rund 22 000 beziehungsweise 7 % der Beratungen neu in Anspruch.

An der familienergänzenden Hilfe in Form einer Tagesgruppenerziehung waren Kinder anteilsmäßig am häufigsten beteiligt. Von insgesamt knapp 9 000 erzieherischen Unterstützungen, die ausschließlich an Minderjährige gerichtet sind, begannen gut 8 000 Kinder (93 %) die Förderung in einer Tagesgruppe. Jugendlichen wurde diese Hilfe 600-mal neu gewährt. Ziel der Erziehung in einer Tagesgruppe ist im Wesentlichen die Förderung der schulischen Entwicklung sowie des sozial-emotionalen Verhaltens.

Auch familienorientierte Hilfen, wie zum Beispiel die sozialpädagogische Familienhilfe, begannen Kinder weit häufiger als Jugendliche: Insgesamt nahmen knapp 98 000 junge Menschen – zusammen mit ihren Eltern – eine familienorientierte Hilfe neu in Anspruch. Davon waren rund 80 000 bis 13 Jahre alt (82 %).

Ähnlich hoch war der Anteil von Kindern, denen eine Vollzeitpflege in einer anderen Familie neu gewährt wurde. An über 12 000 von den insgesamt gut 15 000 Vollzeitpflegen waren Kinder beteiligt (81 %). Darunter hatten knapp 5 000 Kinder das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet.

Deutsche setzen in der Erziehung auf das Prinzip Lob statt Disziplin

Die Deutschen sind Anhänger einer liberalen Erziehung, die mehr auf Lob als auf Strafen setzt. Das belegen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von „BABY und Familie“. Neun von zehn Bundesbürgern (96,9%) meinen, man solle Kinder viel loben und sie in ihrem Handeln bestätigen. Das Leistungsprinzip müsse daher nicht immer gelten.

Die Zuneigung zu den eigenen Kindern sollte man nicht von ihren Erfolgen abhängig machen, das sagen fast ebenso viele (93,4%). Die große Mehrheit (91,8%) möchte Kindern daher auch deutlich machen, dass man nicht immer alles perfekt und fehlerfrei ausführen müsse. Vielmehr steht für die meisten Deutschen im Mittelpunkt der Erziehung den Nachwuchs zu ermutigen, immer wieder Neues und Unbekanntes auszuprobieren (89,9%).

Liberale Erziehung kommt in den Augen der Befragten aber nicht ohne Pflichten aus. Neun von zehn (88,6%) legen Wert darauf, dass die Sprösslinge möglichst früh Pflichten und Verantwortung im Haushalt übernehmen. Das schließt das Prinzip der Gleichberechtigung nicht aus. Acht von zehn (83,2%) sind der Ansicht, dass Kinder bei Dingen, die sie betreffen, auch gleichberechtigt mitentscheiden sollten. Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins „BABY und Familie“ durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.931 Frauen und Männern ab 14 Jahren.

Gewalt in der Erziehung – Umfrage: Viele ältere Deutsche beklagen Erziehungsfehler ihrer Eltern

Wie viele Strafen und Sanktionen braucht Kindererziehung? Vor allem die älteren Deutschen wurden in ihrer Kindheit von ihren Eltern oft auch körperlich gezüchtigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der „Apotheken Umschau“. Nach den Erziehungsmethoden ihrer Eltern befragt, erwähnen viele Bundesbürger auch körperliche Gewalt.

Mehr als vier von zehn aller Bundesbürger (42,1%) bestätigen, ihnen wurde auch schon mal mit der flachen Hand der Hintern „versohlt“. Bei den ab 60-Jährigen sagt dies sogar weit mehr als die Hälfte (60,3%) der Befragten. Für knapp die Hälfte in dieser Altersklasse (46,6%) gehörten Ohrfeigen in ihrer Kindheit zur Normalität, über ein Viertel der älteren Befragten (27,7%) berichtet über häufigen Hausarrest oder klagt, schon auch mal mit Gegenständen wie Gürtel oder Stock geschlagen worden zu sein (25,2%). Von allen befragten Bundesbürgern geben 29,2% an, in ihrer Kindheit von ihren Eltern nur selten in die Arme genommen worden zu sein. Mehr als ein Viertel (28,2%) fühlte sich auch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen von den Eltern meistens nicht ernst genommen. Und knapp jeder dritte Deutsche (30,7%) sagt sogar, er habe alles in allem keine glückliche Kindheit gehabt.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.920 Bundesbürgern ab 14 Jahren, darunter 571 ab 60-Jährige.

Töchter übernehmen mehr Verhaltensweisen von der Mutter als Söhne

Wenn es um das Erziehungsverhalten geht, wie etwa Zuwendung zeigen, vorlesen oder körperlich strafen, schauen sich Frauen viel von der eigenen Mutter ab. Auf Männer hat das mütterliche Verhalten weniger Einfluss, berichtet das Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Die Erkenntnisse beruhen auf Ergebnissen einer Studie von Wissenschaftlern der State University in Ohio.

Sie verglichen die Aussagen von 1133 jungen Vätern und Müttern mit denen ihrer Eltern, die diese 1979 gegeben hatten. Ein Resultat: Mütter, die von ihren Müttern geschlagen wurde, erhoben auch gegen ihre Kinder doppelt so häufig die Hand wie andere.

Neu im Familien-Wegweiser: Kompass Erziehung

Das Internet-Portal des Bundesfamilienministeriums „Familien-Wegweiser“ bietet einen neuen Service für Eltern, Großeltern und Interessierte: den „Kompass Erziehung“. Die Rubrik richtet sich an alle, die bei der Erziehung von Kindern Orientierung suchen, fachlich fundierte Tipps und Hinweise benötigen oder sich einfach rund um das Thema Erziehung informieren wollen.

Expertinnen und Experten beschreiben im „Kompass Erziehung“ klassische Situationen, mit denen Eltern im Verlauf der Entwicklung ihrer Kinder konfrontiert werden. Sie geben Hinweise für den Alltag, für Urlaub und Freizeit, für ein gelingendes und harmonisches Familienleben. Von Werteerziehung über Sprechen lernen bis hin zur Pubertät und dem Auszug der Kinder aus dem Elternhaus werden im „Kompass Erziehung“ wichtige Erziehungsthemen behandelt. Ein regelmäßig wechselndes aktuelles Thema bereitet interessante Aspekte aus dem Erziehungsalltag auf und bündelt weiterführende Informationen. Die Themen können über eine Stichwortsuche oder über die Lebensphasen „Familienstart“, „Familie mit Baby/Kleinkind“, „Kinder bis 14“ oder „Kinder werden erwachsen“ recherchiert werden.