Tag: gewalt

2014: Jugendämter führten rund 124 000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder durch

Die Jugendämter in Deutschland führten im Jahr 2014 rund 124 000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, bedeutet dies einen Anstieg um 7,4 % gegenüber dem Vorjahr.

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Von allen Verfahren bewerteten die Jugendämter 18 600 eindeutig als Kindeswohlgefährdungen („akute Kindeswohlgefährdung“). Dies ist gegenüber 2013 ein Anstieg um 8,2 %. Bei 22 400 Verfahren (+ 4,7 %) konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden („latente Kindeswohlgefährdung“). Der stärkste Anstieg (+ 9,8 %) betrifft 41 500 Fälle, in denen die Fachkräfte des Jugendamtes zu dem Ergebnis kamen, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber ein weiterer Hilfe- oder Unterstützungsbedarf vorlag. In fast ebenso vielen Fällen (41 600) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf festgestellt, allerdings mit einem geringeren Anstieg gegenüber 2013 von 6,1 %.

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Wo es Hilfe gibt, wenn Konflikte bei der häuslichen Pflege eskalieren

Etwa drei Viertel der rund 2,5 Millionen pflegebedürftigen Deutschen werden zuhause betreut. Das kann bereichern, aber den Angehörigen auch die letzten Kräfte rauben – und nicht selten zu Konflikten bis hin zu Gewaltausbrüchen führen. „Immerhin gaben 35 Prozent der Befragten, die selbst pflegen oder gepflegt haben, an, dass sie sich mindestens einmal unangemessen verhalten haben“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstand der Berliner Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), in der „Apotheken Umschau“.

Dann braucht der Betreuende dringend eine unkomplizierte Unterstützung. Doch gut zwei Drittel aller Bürger wissen nicht einmal, wohin sie sich wenden können. 18 Beratungsstellen bundesweit helfen weiter. Die Adressen sind zu finden unter www.pflege-gewalt.de, www.beschwerdestellen-pflege.de oder bei der Deutschen Alzheimergesellschaft, Selbsthilfe Demenz, Telefon: 030/259 37 95 14.

Gewalt in der Pflege – jeder fünfte Deutsche hat Erfahrungen

„Versorgungslücken schließen – vom Wissen zum Handeln“ heißt das Motto des diesjährigen Internationalen Tags der Pflegenden am 12.Mai. Eine derartige Lücke gilt es aus Sicht des ZQP im Bereich der Prävention von Gewalt in der Pflege zu schließen. Denn das oft tabuisierte Thema Gewalt ist im pflegerischen Alltag weit verbreitet – wie eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung zeigt:

Jeder fünfte Bundesbürger hat bereits aggressives oder gewalttätiges Verhalten in der Pflege erlebt. Von den Befragten mit Pflegeerfahrung sind es sogar mehr als ein Drittel. Allerdings wissen nur wenige, welche Hilfsangebote im Notfall genutzt werden können. Zwar ließen sich knapp die Hälfte der Menschen gerne professionell beraten, wenn sie gewalttätige Handlungen in einer Pflegesituation beobachteten oder selbst erlebten. Aber 65 Prozent wüssten nicht, wohin sie sich bei konkretem Bedarf wenden könnten. Nur jeder Zehnte würde hierbei einen Pflegestützpunkt einbeziehen. Vor allem eine aufsuchende Beratung wird als wirksame Unterstützung angesehen. Trotz schwieriger Voraussetzungen ist die Bereitschaft der Befragten, ihre Angehörigen im häuslichen Umfeld zu pflegen, hoch. Über 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass herausforderndes Verhalten kein Grund wäre, die Angehörigen in stationäre Pflege zu geben, sofern konkrete Angebote zur Entlastung vorhanden wären.

„Unsere Umfrage verdeutlicht, dass der Aufklärungsbedarf zum Thema Gewalt in der Pflege erheblich ist. Deshalb benötigen wir mehr spezielle Beratungsangebote, die ein frühzeitiges Erkennen und die Intervention bei derartigen Krisenfällen in der Pflege ermöglichen“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege. Diese Angebote müssen vor allem präventiv wirken, um die Versorgungsqualität im Sinne der Betroffenen zu verbessern, so Suhr.

Aus diesem Grund hat das ZQP auf seiner Internetseite eine Datenbank mit allen in Deutschland bestehenden Beratungsstellen veröffentlicht, die sich auf das Thema „Gewalt in der Pflege“ spezialisiert haben. Diese richten sich an pflegende Angehörige, Pflegebedürftige aber auch an professionell Pflegende.

Mehr Informationen zur Umfrage und zum Thema Gewalt in der Pflege unter www.zqp.de

Methode der Umfrage:

Befragt wurde eine Zufallsstichprobe von 1.000 Personen ab 16 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet mittels standardisierter Erhebung über forsa.omninet. Ziel der Befragung war es, die Erfahrungen und Einstellungen der Bevölkerung zum Thema „Gewalt im Kontext Pflege“ abzubilden. Gleichzeitig sollte erfasst werden, welche präventiven Maßnahmen und Möglichkeiten der Entlastung in diesem Zusammenhang eine wirksame Unterstützung für die Betroffenen bieten können. Die Erkenntnisse sollen somit dazu beitragen, den öffentlichen Diskurs faktenbasiert weiterzuentwickeln und zudem einen Beitrag zur Versorgungsqualität in schwierigen Pflegesituationen zu leisten. Die Daten wurden vollständig anonymisiert und gemäß den Bestimmungen des Datenschutzes ausgewertet.

Frauen vor Gewalt schützen: Erstes bundesweites Hilfetelefon

Das Bundeskabinett hat am 20. Juli den von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vorgelegten Gesetzentwurf zur Einrichtung des Frauenhilfetelefons beschlossen. Mit dem Frauenhilfetelefon soll erstmals ein bundesweites und rund um die Uhr erreichbares Hilfeangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, geschaffen werden. Die Bundesregierung setzt damit ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrags im Bereich Gewalt gegen Frauen um.

„Die Einrichtung des Hilfetelefons für Frauen liegt Bundesfamilienministerin Schröder nicht nur politisch, sondern auch persönlich am Herzen“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues. „Erstmals in Deutschland werden Frauen durch das Hilfetelefon bundesweit, kostenlos, anonym und rund um die Uhr kompetente Hilfe und Unterstützung finden“, so Dr. Hermann Kues.

Anonymes und leicht zugängliches Hilfeangebot

In Deutschland gibt es ein dichtes Netz von Unterstützungseinrichtungen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Viele Frauen finden jedoch den Zugang zu diesen Einrichtungen nicht. Es fehlt ein niedrigschwelliges Hilfeangebot, das jederzeit und anonym erreichbar ist und Frauen den Weg zu den Unterstützungseinrichtungen vor Ort weist. Das bundesweite Hilfetelefon schließt diese Lücke. Zielgruppen sind neben den betroffenen Frauen auch Menschen aus ihrem sozialen Umfeld und Personen, die beruflich oder ehrenamtlich gewaltbetroffene Frauen beraten und unterstützen.

Am Telefon bieten qualifizierte Beraterinnen anonym und vertraulich Erstberatung, Informationen und die Weitervermittlung an Anlaufstellen vor Ort an. Das Hilfetelefon wird kostenfrei rund um die Uhr erreichbar sein. Die Beratung wird barrierefrei und bei Bedarf mehrsprachig angeboten. Die Freischaltung des Hilfetelefons ist für Ende 2012 geplant.

Gewalt in der Öffentlichkeit – Umfrage: Jeder Fünfte fühlte sich schon einmal bedroht

Wie gefährlich ist U-Bahn-Fahren? Die meisten Deutschen fühlen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln sicher. Einige erlebten jedoch schon bedrohliche Situationen. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der „Apotheken Umschau“. Drei Viertel aller Deutschen (75,7%) fühlen sich im Allgemeinen in Bus, Straßenbahn & Co. sicher.

Knapp jeder Fünfte (18,2%) gab aber an, sich schon einmal von einem Mitfahrer bedroht gefühlt zu haben. Rund jeder Sechzehnte (6,3%) ist tatsächlich schon einmal Opfer eines tätlichen Angriffs in einem öffentlichen Verkehrsmittel geworden. Vielleicht trägt deshalb ein Zehntel der Befragten (10,2%) etwas zur Verteidigung, wie etwa Pfefferspray, mit sich.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg zwischen dem 18.9.2009 und dem 9.10.2009 bei 1.914 Frauen und Männern ab 14 Jahre.