Tag: herzinfarkt

Gesunde sollten keinen Gerinnungshemmer nehmen, um Schlaganfall oder Infarkt vorzubeugen

Die Deutsche Herzstiftung geht davon aus, dass in Deutschland Tausende Gesunde regelmäßig den Wirkstoff ASS schlucken, um sich vor Schlaganfall oder Herzinfarkt zu schützen. Das Mittel Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosierung ist für Menschen mit bekanntem Risiko von großem Wert. Aber: „Ohne die genauen Risiken des Patienten zu kennen, kein ASS“, sagt Professor Helmut Gohlke, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung im Apothekenmagazin „Senioren-Ratgeber“.

ASS kann auch gefährliche Nebenwirkungen, haben, etwa Blutungen im Magen-Darm-Trakt und im Gehirn, die nach heutigem Wissen eine vorbeugende Einnahme ohne Risikofaktoren verbieten.

Mehr Infarktpatienten könnten überleben, wenn sie früher Hilfe suchten

Gut 220 000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Infarkt, wie der aktuelle Herzbericht zeigt. Jeder vierte von ihnen stirbt daran. Es könnten deutlich weniger sein, wenn Betroffene schneller den Notarzt rufen würden. „Viele Patienten kommen einfach zu spät“, sagt Dr. Florian Krackhardt vom Universitätsklinikum Charité in Berlin in der „Apotheken Umschau“.

„Sie warten darauf, dass es besser wird oder bis ihre Hausarztpraxis öffnet, anstatt den Notruf zu wählen.“ Ein Herzinfarkt geschieht, wenn ein Herzkranzgefäß sich so weit verengt, dass die Durchblutung eines Teils des Herzmuskels unterbrochen wird. Der Herztod sei aber in den meisten Fällen vermeidbar. „Mit dem Herzkatheter lässt sich im Prinzip jede Durchblutungsstörung beheben, wenn es rechtzeitig geschieht“, erklärt der Herzspezialist.

Sex nach dem Infarkt?

Nur wenige Ärzte sprechen Patienten nach einem Herzinfarkt auf das Problem sexueller Aktivität an. Kommt die Sprache jedoch darauf, erhalten die Kranken oft falsche Empfehlungen. Das ergab eine Befragung von 3500 Menschen in den USA und Spanien. Kam das Thema auf, empfahlen Ärzte oft unnötig, sich zurückzuhalten, eher die passive Rolle einzunehmen und auf eine niedrige Herzfrequenz zu achten.

„Ärzte sollten ihre Patienten vielmehr wissen lassen, dass körperliche – und dazu gehört auch sexuelle – Aktivität okay ist“, sagt Studienautorin Professorin Stacey Tessler Lindau in der „Apotheken Umschau“. „Stoppen sollte man, wenn Brustschmerzen, Atemnot oder Unwohlsein auftreten.“

Frauen rechnen nicht mit einem Infarkt, doch es passiert häufiger als gedacht

Frauen sollten auch schon im mittleren Lebensalter ihrem Herzen mehr Aufmerksamkeit widmen. Wenn es in der Brust schmerzt, ist häufiger das Herz die Ursache, als die von den Frauen oft verdächtigten Brüste. „Frauen wissen nicht, dass bei den unter 65-Jährigen mehr von ihnen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben als an Brustkrebs“, sagt Professorin Ursula Härtel von der Ludwig-Maximilians-Universität in München in der „Apotheken Umschau“.

Zwar leiden Männer doppelt so oft an einer Durchblutungsstörung am Herzen, die zum Infarkt führen kann. Aber relativ gesehen sterben mehr Frauen als Männer an dieser Erkrankung – 43 Prozent gegenüber 37 Prozent. Starke Schmerzen mit Luftnot im Brustbereich, die in Arme, Schultern und Hals ausstrahlen, aber auch Oberbauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen sind Symptome, die auf das Herz hindeuten.

Herzinfarkt – bei Frauen häufiger tödlich

In Deutschland erleiden jährlich rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Für rund 65.000 von ihnen verläuft der Infarkt tödlich, 55% davon sind Frauen. Denn auch wenn sich die Risikofaktoren bei beiden Geschlechtern gleichen, haben Frauen durch schwer erkennbare, unspezifische Symptome einen Nachteil: Sie verlieren wertvolle Zeit und kommen so bis zu einer Stunde später in die Klinik als Männer. Anlässlich der aktuell laufenden Herzwochen erklärt Prof. Dr. med. Peter Trenkwalder, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga, worauf Frauen beim Thema Herzgesundheit achten sollten.

Der Herzinfarkt gilt immer noch als Männersache. Bis zum Alter von 70 Jahren trifft es grundsätzlich auch zu, dass doppelt so viele Männer wie Frauen einen Herzinfarkt erleiden. „Dies liegt vor allem am positiven Effekt des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Es schützt die Herzkranzgefäße und wirkt sich positiv auf das Verhältnis der Blutfette aus“, erklärt Professor Trenkwalder. Und doch hat sich der Herzinfarkt für Frauen zum Risiko Nummer Eins entwickelt. Immer häufiger treten erste Herzinfarkte bereits im Alter zwischen 35 bis 60 Jahren auf. Mediziner nennen Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht als zentrale Ursachen dieser Entwicklung. Und was nur wenige wissen: Nicht nur stark überwichtige, sondern auch extrem untergewichtige Frauen sind gefährdet.

Risikogruppe Frau: ungesunder Lebensstil ist Hauptursache für Herzinfarkt

„War der Lebensstil der Frauen früher in der Regel gesünder als der von Männern, ist dies heute oft nicht mehr der Fall“, erklärt Professor Trenkwalder. Zwar gelten typische Risikofaktoren wie Diabetes, starkes Über- oder Untergewicht, mangelnde Bewegung oder Stress für beide Geschlechter – wie stark sie jedoch an der Entstehung einer koronaren Herzerkrankung beteiligt sind, ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. So zeigen verschiedene Studien, dass für Frauen einige Faktoren riskanter sind, so z.B. die Zuckerkrankheit oder das Rauchen. Frauen mit Diabetes haben ein doppelt so hohes Risiko für Herzerkrankungen wie Männer mit Diabetes. Und Rauchen fördert, besonders in Kombination mit hormoneller Verhütung, Herzerkrankungen stärker als bei Männern.

Gefährlich untypisch – Alarmzeichen bei Frauen

„Während sich bei Männern in 75% aller Fälle die bekannten Anzeichen für einen Herzinfarkt zeigen – v.a. ein starker drückender oder brennender Brustschmerz – treten bei Frauen meist atypische Symptome auf“, so Professor Trenkwalder. Hierzu gehören starke Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauch- und Rückenschmerzen. Daher konsultieren Frauen oft zuerst den falschen Arzt, was die richtige Diagnose verzögert. Alarmierend: Bei Frauen vergehen bis zum Eingang des Notrufs durchschnittlich 45 bis 60 Minuten mehr als bei Männern – fehlende Zeit für das Herz, die dazu führt, dass die Akutsterblichkeit bei Frauen höher ist als bei Männern.

Herzinfarkt vorbeugen: ein gesunder Lebensstil zahlt sich aus

Die beste Vorsorge ist, Risikofaktoren zu erkennen und frühzeitig zu vermeiden. „Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Gesundheit“, rät Professor Trenkwalder. Denn viele Erkrankungen seien schleichend und könnten das Herz-Kreislauf-System über Jahre hinweg schädigen, ohne dass erkennbare Beschwerden aufträten. Kostenlose Gesundheitsuntersuchungen helfen, Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes zu erkennen. „Darüber hinaus ist es wichtig, den Lebensstil zu überprüfen“, empfiehlt der Experte. Gefährdete Personen sollten eventuelles Übergewicht reduzieren, auf das Rauchen verzichten, Stress gut bewältigen, auf eine gesunde Ernährung achten und sich regelmäßig bewegen. Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten wie Radfahren, Nordic Walking und Schwimmen – sie können auch bis ins hohe Lebensalter betrieben werden. Der Fettstoffwechsel wird angeregt und das Herz-Kreislauf-System bleibt in Schwung. Bei der Ernährung ist es ratsam, Olivenöl oder Rapsöl statt tierischer Fette zu verwenden, mageres Fleisch, reichlich Obst und Gemüse sowie regelmäßig Seefisch zu essen.

Herzgesundheit bei Frauen – die wichtigsten Tipps & Fakten

– Frauen- und Männerherzen sind grundsätzlich gleich. Einziger
Unterschied: Zierliche Frauen, die unter 50 kg wiegen, können
ein kleineres Herz haben. Bei Belastung kann sich der Herzmuskel
von kleineren Herzen aber genauso verdicken wie es bei größeren
Herzen von Männern der Fall ist.

– Herzinfarkt bei Frauen: Das größte Vorkommen von Herzinfarkten
bei Frauen liegt in der Altersgruppe zwischen 70 und 100 Jahren.
Immer häufiger treten erste Herzinfarkte jedoch bereits im Alter
zwischen 35 bis 60 Jahren auf.

– Späte Erkennung von Herzinfarkten: Die Akutsterblichkeit ist bei
Frauen aufgrund der späten Diagnose höher als bei Männern. Bei
einer regulären Behandlung durch den Notarzt und Klinik liegt
die Sterblichkeit der Frauen bei ca. 10%.

– Faktoren, die Frauen für einen Herzinfarkt gefährden: Zu den
Hauptrisiken zählen insbesondere das Rauchen und Stress. Bei
Frauen „jenseits der 50“ ist zudem Diabetes ein entscheidender
Faktor für ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

– Regelmäßige Check-ups: Frauen, die in regelmäßigen Abständen den
allgemeinen Gesundheitszustand prüfen lassen, sind klar im
Vorteil. Vor allem bei familiären Vorbelastungen, wie etwa
Bluthochdruck oder einem erhöhten Cholesterinspiegel, werden
regelmäßige ärztliche Checks empfohlen.

– Rauchen aufgeben: Wichtigste Vorsorge ist und bleibt die Aufgabe
des Rauchens!

Nicht jeder Herzinfarkt kündigt sich durch Schmerzen im Brustkorb an

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, bei etwa 59.000 endet er tödlich. In Österreich sterben circa 6.000 der jährlich 25.000 Infarktpatienten. Wie könnte die Überlebensrate verbessert werden? Das Magazin Reader’s Digest widmet sich in seiner Mai-Ausgabe ausführlich dem Thema Herzinfarkt und erklärt wie Symptome rechtzeitig erkannt werden können. Grundsätzlich gilt: Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, ein hoher Blutdruck, Diabetes, Bewegungsmangel, Stress und die Einnahme der Antibabypille in Verbindung mit Nikotingenuss erhöhen das Risiko, einen Infarkt zu erleiden.

„Ein Herzinfarkt ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss. Schon in der ersten Stunde drohen dem Herzen irreversible Schäden, und es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Kammerflimmern kommen“, sagt Professor Markus Haass, Chefarzt der Kardiologie am Mannheimer Theresienkrankenhaus und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der deutschen Herzstiftung, in der neuen Ausgabe von Reader’s Digest. Es sei deshalb entscheidend, die manchmal vagen Symptome wie Schmerzen im Brustbereich oder Kurzatmigkeit richtig zu deuten und darauf zu reagieren. Manchmal geraten die Signale des Körpers auch durcheinander und regen Nerven an, die dann Schmerzen im Magen, im Hals, im linken Arm oder im Rücken auslösen. „Wenn diese Körperbereiche plötzlich scheinbar grundlos schmerzen, ist das ebenso bedrohlich wie der klassische Brustschmerz“, bestätigt Professor Heribert Schunkert, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum in München. Professor Schunkert warnt, solche Beschwerden zu unterschätzen. Die Stärke des Schmerzes spiele dabei keine Rolle, „auch ein leichter Schmerz kann auf einen schweren Infarkt hindeuten“. Gerade Menschen über 60 dürften extreme Kurzatmigkeit und körperliche Mattigkeit nicht einfach auf ihr Alter zurückführen. „Sie deuten auf eine akute Schwäche des Herz-Kreislauf-Systems hin und sollten ernst genommen werden.“

Dass Herzinfarkte eher bei Männern vorkommen, stimmt übrigens nicht. Der Infarkt gilt neben dem Schlaganfall auch bei Frauen als häufigste Todesursache. „Frauen spüren beim Herzinfarkt viel seltener als Männer den typischen Brustschmerz“, erklärt Professorin Annette Geibel-Zehender, Kardiologin am Universitäts-Herzzentrum in Freiburg-Bad Krozingen. Frauen würden stattdessen deutlich häufiger an einem Druckgefühl im Brustkorb, an starker Kurzatmigkeit, Übelkeit sowie Schmerzen in Oberbauch, Rücken oder Kopf leiden.

Das Magazin Reader’s Digest gibt zugleich Tipps, wie man einem Herzinfarkt vorbeugen kann. Dazu zählen eine gesunde Ernährung mit Fisch, Gemüse und Obst, Vollkorn- und fettarmen Milchprodukten, aber auch ausreichend Bewegung. Ob die Nutzung der Treppe statt des Aufzugs oder ein Spaziergang am Feierabend, um etwas aus der Puste zu kommen: All dies hält den Blutdruck auf einem gesunden Niveau. Zudem sollte man Dauerstress vermeiden, ausreichend schlafen und dem Herzen zuliebe aufs Rauchen verzichten.

Herzinfarkt? Schlaganfall? Etwa die Hälfte der Deutschen kennt die Symptome

Um richtig bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall reagieren zu können, müssen die Symptome bekannt sein. Eine repräsentative Umfrage des „HausArzt-PatientenMagazins“ zeigt den derzeitigen Kenntnisstand der Deutschen hinsichtlich der typischen Anzeichen. Dass Druck- und Engegefühl im Brustbereich auf einen Herzinfarkt hinweisen können, wissen sechs von zehn (63,3 Prozent) der Befragten. Zum medizinischen Grundwissen von mehr als jedem Zweiten (56,7 Prozent) gehört auch, dass heftige Schmerzen im Brustkorb, die mitunter in andere Körperteile ausstrahlen, auf einen möglichen Infarkt hindeuten.

Weitere Infarktanzeichen wie Atemnot (50,7 Prozent) sowie heftiger Druck und Brennen im Brustkorb (47,7 Prozent) sind ebenfalls etwa der Hälfte der Befragten bekannt. Gefragt nach den typischen Kennzeichen eines akuten Schlaganfalls, sind Lähmungserscheinungen mit 62,7 Prozent die häufigste Antwort der Befragten. Deutlich mehr als die Hälfte (56,3 Prozent) der Befragten weiß auch, dass Sprach- oder Sprachverständnisstörungen Hinweise sein können. Als weitere Anzeichen nennen jeweils vier von Zehn Schwindel mit Gangunsicherheit (42,8 Prozent), Sehstörungen (41,5 Prozent) und Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit (40,9 Prozent). Lediglich eine Minderheit gibt jeweils an, keine Symptome zu kennen, die typisch für einen akuten Herzinfarkt (6,8 Prozent) oder Schlaganfall (10,9 Prozent) sind.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des „HausArzt- PatientenMagazins“ durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.032 Personen ab 14 Jahren.

Herzinfarkt und Schlaganfall in jungen Jahren

Herzinfarkte sind schon länger bei 40- bis 50-Jährigen keine Seltenheit mehr, mittlerweile ist aber auch ein Drittel der Schlaganfallpatienten noch im erwerbsfähigen Alter. Der Grund: Die Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Fett- und Stoffwechselstörungen treten heute deutlich früher auf, als noch vor 20 oder 30 Jahren. „Im Vergleich zu älteren Menschen erleben jüngere das Geschehen als besonders tragisch“, sagt der Psychosomatiker Professor Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz-Institut München im Patientenmagazin „HausArzt“.

Die Betroffenen haben sich meistens noch gar nicht mit diesen Krankheiten beschäftigt und machen jetzt alle seelischen Stadien von Angst über Zweifel, Zuversicht, Zukunftsplanung und Vergangenheitsbewältigung durch. Nach einem Herzinfarkt sind körperliche Einschränkungen zum Glück oft gering, beim Schlaganfall bleiben nicht selten Handicaps, die den bisherigen Lebensentwurf infrage stellen. Auf beide Patientengruppen sind Reha-Institutionen heute gut vorbereitet. Ziel ist, wenn möglich, eine Rückkehr ins Arbeitsleben. Nach einem Infarkt gelingt dies häufiger, aber auch rund zwei Drittel der Schlaganfallpatienten werden wieder erwerbsfähig.

Ein Herzinfarkt ist selten Schicksal

Es gibt sie, die angeborene Veranlagung für Herz- und Kreislaufprobleme – zum Beispiel Gene, die hohe Blutfettwerte begünstigen. Weitaus einflussreicher aber sind meist die „hausgemachten“ Risiken: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und zu wenig Bewegung, berichtet die „Apotheken Umschau“. Wer gesund lebt und sportlich aktiv ist, senkt sein Risiko für den Herzinfarkt massiv.

Wichtige Belege dafür fanden US-Forscher, die Krankenakten von Familien in der Stadt Framingham über drei Generationen verfolgten. Auch in Deutschland konnte dies in einer Großstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke nachvollzogen werden.

Ein Herzinfarkt ist nicht nur Männersache

Engegefühl in der Brust, Atemnot und ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm – die meisten Menschen denken bei diesen Symptomen an einen Herzinfarkt. Dabei ist den wenigsten bewusst, dass diese klassische Lehrbuchsymptomatik vorrangig auf Männer zutrifft. Der weibliche Herzinfarkt hingegen kann sich durch ganz andere, sehr unspezifische Symptome bemerkbar machen. „Frauen klagen beispielsweise vermehrt über Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit und Schwindel sowie über Rücken- oder Nackenschmerzen“, erläutert Dr. Bodo Liecker, Arzt bei der Techniker Krankenkasse (TK).

Doch wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der TK zeigt, werden diese Beschwerden relativ selten mit einem Infarkt in Zusammenhang gebracht. So denken gerade einmal 15 Prozent der Befragten bei Schwindelgefühlen, im Falle von Oberbauchbeschwerden vier Prozent und nur noch drei Prozent bei außergewöhnlicher Müdigkeit an einen Infarkt.

„Diese Zahlen machen deutlich, dass in Sachen ‚weiblicher Infarkt‘ noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten ist“, so Liecker. Zwar verfügen Frauen über eine Art hormonellen Schutz und haben daher ein geringeres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Dies gilt aber nur bis zu den Wechseljahren. „Deshalb sollten sich Frauen genauso sehr wie Männer grundsätzlich spezifischer Risikofaktoren, wie etwa Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Rauchen oder Bewegungsmangel, bewusst sein und versuchen, diese zu minimieren“, so Liecker. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und nicht zuletzt Nikotinverzicht senken bei beiden Geschlechtern maßgeblich die Herzinfarkt-Gefahr.

Zum Hintergrund:

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 2009 im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) eine bevölkerungsrepräsentative Befragung zum Thema „Herz“ durchgeführt. Forsa befragte dazu insgesamt 1.013 deutschsprachige Personen ab dem 18. Lebensjahr.