Tag: hilfe

Erste Hilfe – wie Sie im Notfall richtig reagieren

Keiner wünscht es sich und doch kann es jeden Tag passieren: man kommt an einen Unfallort, jemand ist verletzt und man muss Erste Hilfe leisten. Viele haben in diesem Moment Angst, etwas falsch zu machen. Doch jeder kann durch seinen Einsatz dem Verletzten helfen, sagt Peter Kanzler, Chefredakteur der „Apotheken Umschau“:

„Auch wer sich nicht sicher fühlt, sollte auf jeden Fall in einer Notfallsituation versuchen zu helfen. Der schlimmste Fehler ist gar nicht zu helfen. Zumindest den Notruf 112 kann jeder, der in der Nähe eines Telefons ist, absetzen. Oft ist genau dieser Anruf schon lebensrettend.“

Wenn das Unfallopfer bewusstlos ist, sollte man zunächst einmal herausfinden, ob die Atmung noch funktioniert:

„Gehen Sie zu der bewusstlosen Person, sprechen Sie sie laut an, rütteln am Körper, kontrollieren Sie ob die Person atmet. Wenn ja, dann bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, falls nein, fangen Sie unverzüglich mit Wiederbelebungs-Maßnahmen an, zum Beispiel mit einer Herzdruckmassage.“

Gerade bei Verkehrsunfällen kommt es häufig zu Knochenbrüchen. Auch hier ist schnelle und besonnene Hilfe gefragt:

„Auch bei einem Knochenbruch ist es wichtig, sofort den Notruf abzusetzen. Kühlen Sie die verletzte Stelle und fixieren Sie die Bruchstelle. Ein gebrochenes Bein sollten Sie mit einer gerollten Decke oder mit einem Kleidungsstück umpolstern.“

Viele Menschen machen nur einmal im Leben einen Erste-Hilfe-Kurs, weil dieser für den Führerschein vorgeschrieben ist. Wer regelmäßig sein Wissen auffrischt und trainiert, kann im Notfall besser helfen, schreibt die „Apotheken Umschau“. Arbeiter-Samariter-Bund, Rotes Kreuz und andere Organisationen bieten die Kurse an, oft werden die Kosten auch vom Arbeitgeber übernommen.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Die Deutschen verreisen gern, am liebsten in der EU. Doch setzen sie offensichtlich darauf, dass ihnen nichts passiert. Denn welche Notrufnummer sie bei Verdacht auf Schlaganfall oder in anderen Notfällen wählen müssen, wissen gerade einmal 22 Prozent. Es ist die 112, die in allen EU-Mitgliedsstaaten gilt. Darauf verweist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar (11.2.).

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Umso wichtiger ist es, im medizinischen Notfall schnell zu reagieren. In Deutschland würden 76 Prozent der Bürger im Notfall die 112 wählen. Doch mit ihrem Wissen um die europäische Notrufnummer landen die Deutschen unter den 27 EU-Mitgliedsstaaten lediglich auf Rang 20. Das ergab eine Umfrage der Europäischen Union (Eurobarometer).

„Europa wächst zusammen, die Mobilität zwischen den Staaten nimmt zu. Deshalb ist die europaweite Notrufnummer 112 eine wichtige Errungenschaft“, sagt Liz Mohn, Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Doch was nützt diese Nummer, wenn die Menschen sie nicht kennen?“ fragt sie und setzt sich mit ihrer Stiftung für mehr Aufklärung ein.

Allein in Deutschland sind jährlich annähernd 270.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht ausreichend mit Blut versorgt. Je länger diese Unterversorgung dauert, desto schwerer sind die Folgen. Innerhalb des ersten Jahres versterben bis zu 30 Prozent aller Betroffenen, mehr als die Hälfte der Überlebenden leidet an bleibenden Einschränkungen. Damit ist der Schlaganfall der häufigste Grund für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter.

Häufige Symptome eines Schlaganfalls sind Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starker Kopfschmerz. Mediziner appellieren an die Bevölkerung, bei Verdacht auf Schlaganfall umgehend den Notruf zu wählen. So wäre manch schwerer Schicksalsschlag vermeidbar. „Jeder Schlaganfall ist ein Notfall!“ sagt auch Stiftungspräsidentin Liz Mohn. „Schnelles Handeln kann Leben retten und den Betroffenen langfristig Lebensqualität erhalten!“

Das hilft bei Nasenbluten

Trockene Schleimhäute, ein unvorsichtiger Finger oder heftiges Schnäuzen sind häufige Auslöser für Nasenbluten. Bewährte Hilfe sind ein feuchtkalter Waschlappen im Nacken und ein Taschentuch, mit dem man bei nach vorn gebeugtem Kopf die blutende Stelle fünf Minuten lang gegen die Nasenscheidewand drückt. „In dieser Zeit setzt die körpereigene Blutgerinnung ein“, erklärt Professor Werner Vogel aus Hofgeismar im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

Hilft das nicht, sollte man zum Arzt gehen. Häufiges Nasenbluten kann etwa auf Bluthochdruck hinweisen oder auf eine Gerinnungsstörung. Bei Patienten, die ein blutverdünnendes Medikament einnehmen, muss dessen Dosierung womöglich geändert werden.

Was tun beim Zeckenbiss? Die drei wichtigsten DRK-Tipps

In der Sommer- und Ferienzeit sind die Menschen gern im Freien unterwegs. Leicht bekleidet laufen Spaziergänger, Wanderer, Jogger oder spielende Kinder verstärkt Gefahr, im Wald, auf Wiesen und in Parks von einer Zecke gebissen zu werden. Zecken übertragen die Krankheiten FSME und Borreliose.

Zecken sind von März bis November aktiv. Die Spinnentiere sitzen im hohen Gras, im Gebüsch oder im Laub und lassen sich bei Kontakt mit einem Menschen oder Tier von der Pflanze auf den Körper herabfallen. Zunächst suchen sie nach einer geeigneten Einstichstelle – was oft Stunden dauern kann. Dabei steuern sie bevorzugt die Haut an Kopf, Ohren Hals, Arm- und Kniebeugen an. Dort verankern sie sich in der Wunde und saugen sich mit Blut voll.

Tipp 1: Zecken rasch entfernen!

Je früher sie eine Zecke entfernen, umso besser. Fassen Sie die Zecke z.B. mit einer Zeckenpinzette oder -karte (gibt es in der Apotheke) möglichst weit vorne am Kopf an. Ziehen Sie diesen langsam evtl. mit einer Drehbewegung heraus, desinfizieren Sie die Bissstelle und gehen Sie zum Arzt. Borreliose-Erreger werden in der Regel erst nach 12 bis 24 Stunden am Körper übertragen. Verwenden Sie keine Hausmittel wie Öl, Alkohol oder Klebstoff – sie lassen das Tier erbrechen. Dabei werden die Borreliose-Erreger in die Wunde übertragen. Zerquetschen Sie die Zecke nicht. Auf diese Weise kommen weitere Erreger mit der Wunde in Kontakt.

Tipp 2: FSME und Borreliose:

Auf späte Symptome achten Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gehört zu den gefährlichsten der von Zecken übertragenen Krankheiten. Die ersten grippeähnlichen Symptome – Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – treten meist erst fünf bis zehn Tage nach der Infektion auf. Meist verschwinden sie von allein. Bei jedem zehnten Betroffenen allerdings befallen die Viren das Nervensystem. Unbehandelt kann diese Hirnhautentzündung in schweren Fällen zum Tod führen. Als Risikogebiete gelten Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen. 2011 verzeichnete das Robert-Koch-Institut einen Anstieg der FSME-Infektionen um 63% im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz zur FSME ist die Borreliose in ganz Deutschland verbreitet. „Auch mit diesem Erreger wird unser Körper in vielen Fällen allein fertig“, so DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin. „Allerdings wird eine Borreliose oft nicht bemerkt, ihre Symptome ähneln einer Erkältung mit Fieber- Kopf- und Gliederschmerzen. Ein Hinweis kann eine kreisrunde, sich ausbreitende Rötung (Wanderrötung) um die Einstichstelle sein, die drei bis 30 Tage später auftreten kann. Dann sollte man zum Arzt gehen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, sondern hier sind Antibiotika angezeigt.“

Tipp 3: So schützen Sie sich

Wer in einem FSME-Risikogebiet wohnt, arbeitet oder Urlaub macht, kann sich impfen lassen. Insgesamt sind drei Injektionen innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten notwendig. Die FSME-Impfung verleiht einen Schutz für ca. drei Jahre und sollte danach aufgefrischt werden. Da es einen Impfschutz gegen den Borreliose-Erreger nicht gibt, suchen Sie daher den Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur ab. Tragen Sie bei Wanderungen, Spaziergängen oder längeren Aufenthalten im Freien hohe Schuhe und lange Hosen. Hunde- und Katzenbesitzer sollten ihre Tiere regelmäßig untersuchen, da sie Zecken in die Wohnung einschleppen können.

Deutsche Schlaganfall-Hilfe warnt: Unwissen kann Leben kosten

„Schlaganfälle am Steuer sind nicht selten,“ sagt der Bielefelder Neurologe Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Gerade lange Urlaubsreisen stellen ein besonderes Risiko dar“. Er rät deshalb zu gewissenhafter Vorbereitung. Was noch immer die wenigsten Deutschen wissen: Die Notrufnummer 112 gilt jetzt europaweit.

Lange Reisen bergen eine hohe Thrombose-Gefahr. Das allein ist nicht neu. Insbesondere bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, treten häufig Venenthrombosen in den Beinen auf. Bis jetzt rieten Mediziner diesen Patienten, vorsorglich Kompressionsstrümpfe zu tragen. Doch eine aktuelle Studie aus England hat erwiesen, dass diese Strümpfe bei Schlaganfall-Patienten keinen positiven Effekt zeigen. Schäbitz rät deshalb: „Zurück zu den Wurzeln!“ Das einzig Wirksame sei die klassische Vorbeugung. „Viele Pausen, viel Bewegung, viel trinken“, so der Mediziner.

Für den Notfall gibt es zumindest eine gute Nachricht: In allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gilt jetzt der Notruf 112. Leider wissen dies gerade einmal 19 Prozent der Deutschen, wie Befragungen zeigen. „Lebensgefährlich wenig,“ warnt Prof. Schäbitz. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Jährlich ereignen sich in Deutschland annähernd 270.000 Schlaganfälle. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Nur bei schnellem Handeln können die Folgen gemindert werden.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ein Informationspaket zur Reisevorbereitung zusammengestellt. Auf ihrem Internetportal schlaganfall-hilfe.de finden Interessierte unter anderem eine Checkliste sowie einen Patienten-Pass zum Ausdrucken. Er gibt bei einem Notfall auf Reisen mehr Sicherheit, beinhaltet alle wichtigen Informationen für Notarzt und Rettungsdienst.

Ein kleines Infopaket mit Symptom-Checkkarte im Kreditkartenformat kann außerdem im Service- und Beratungszentrum bestellt werden. Fünf Fragen machen es ganz leicht, einen Schlaganfall schnell zu erkennen und dann richtig zu handeln. Bestellung unter Telefon: 01805 53 60 00 (0,14 EUR/Min., Mobilfunk abweichend).

Sodbrennen früh stoppen

Wer wiederholt von Sodbrennen geplagt wird, kann zunächst durchaus mit einem rezeptfreien Mittel aus der Apotheke versuchen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. „Wenn der erste Therapieversuch scheitert, empfehle ich immer, das Problem von einem Arzt abklären zu lassen“, rät der Apotheker Dr. Reinhard Groß aus Zwickau in der „Apotheken Umschau“. Dann gehe es zunächst darum, ob wirklich Sodbrennen vorliegt. Schlimmstenfalls kann ein Herzleiden die Ursache für Brustschmerz sein.

Was dem Magen sauer aufstößt ist individuell sehr verschieden. Manchmal genügt es, bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel wegzulassen, z. B. Kaffee, Rotwein oder Zigaretten, und abends auf üppige Mahlzeiten zu verzichten. Bei nächtlichem Sodbrennen kann es helfen, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen, um Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zu unterbinden. Noch am besten belegt ist, dass weniger Pfunde auf den Rippen das Sodbrennen verringern.

2010: Hilfen zur Erziehung überwiegend für Kinder

Im Jahr 2010 haben rund 367 000 Kinder bis 13 Jahre in Deutschland eine erzieherische Hilfe durch das Jugendamt oder in einer Erziehungsberatungsstelle neu begonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2011 weiter mitteilt, entspricht dies einem Anteil von knapp 71 % an allen Hilfen zur Erziehung. Insgesamt begannen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im vergangenen Jahr rund 519 000 erzieherische Unterstützungen.

Den größten Anteil unter allen neu gewährten erzieherischen Hilfen hatte mit gut 66 % die Erziehungsberatung – insgesamt 314 000 junge Menschen nahmen sie im Jahr 2010 neu in Anspruch. Dabei wurden knapp drei Viertel (74 %) dieser Beratungen von Kindern begonnen (rund 231 000 Fälle). 61 000 Erziehungsberatungen (19 %) gewährten die Beratungsstellen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Junge Erwachsene unter 27 Jahren nahmen rund 22 000 beziehungsweise 7 % der Beratungen neu in Anspruch.

An der familienergänzenden Hilfe in Form einer Tagesgruppenerziehung waren Kinder anteilsmäßig am häufigsten beteiligt. Von insgesamt knapp 9 000 erzieherischen Unterstützungen, die ausschließlich an Minderjährige gerichtet sind, begannen gut 8 000 Kinder (93 %) die Förderung in einer Tagesgruppe. Jugendlichen wurde diese Hilfe 600-mal neu gewährt. Ziel der Erziehung in einer Tagesgruppe ist im Wesentlichen die Förderung der schulischen Entwicklung sowie des sozial-emotionalen Verhaltens.

Auch familienorientierte Hilfen, wie zum Beispiel die sozialpädagogische Familienhilfe, begannen Kinder weit häufiger als Jugendliche: Insgesamt nahmen knapp 98 000 junge Menschen – zusammen mit ihren Eltern – eine familienorientierte Hilfe neu in Anspruch. Davon waren rund 80 000 bis 13 Jahre alt (82 %).

Ähnlich hoch war der Anteil von Kindern, denen eine Vollzeitpflege in einer anderen Familie neu gewährt wurde. An über 12 000 von den insgesamt gut 15 000 Vollzeitpflegen waren Kinder beteiligt (81 %). Darunter hatten knapp 5 000 Kinder das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet.

Schlaganfall: Schnelle Behandlung und Rehabilitation ist das A und O

In Deutschland erleiden jedes Jahr über 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Allein in der Rhein-Main-Region sind jährlich rund 10.000 Menschen davon betroffen. Tendenz jeweils steigend: Experten gehen davon aus, dass diese Zahlen bis 2050 um rund 70 Prozent anwachsen werden. Auch wenn immer öfter junge Menschen einen Schlaganfall erleiden, so ist es doch noch immer eine Erkrankung, die vor allem Ältere betrifft. „Das Schlaganfall-Risiko eines 75-Jährigen ist 100 mal höher als das eines 35-Jährigen“, erklärt Dr. med. Klaus Weil, Ärztlicher Direktor des Otto-Fricke-Krankenhauses und Chefarzt der Geriatrie.

„Hauptverursacher eines Schlaganfalls sind neben den arteriosklerotischen Risikofaktoren, also Rauchen, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen, insbesondere Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern)“, so der Experte. „Aber auch angeborene Gefäßveränderungen oder Herzfehler können Gründe für einen Schlaganfall sein.“

Typische Anzeichen für einen Schlaganfall sind plötzlich eintretende Lähmungserscheinungen, ein herabhängender Mundwinkel, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen. „Sollten Sie bei Jemandem eines oder mehrere dieser Symptome wahrnehmen, dann rufen Sie sofort den Notruf 112“, rät Dr. Weil. „Denn je früher eine Behandlung und Rehabilitation in einem darauf spezialisierten Haus erfolgt, desto größer ist die Chance, nicht nur das Leben des Patienten zu retten, sondern auch bleibende Schäden zu minimieren.“

Das Otto-Fricke-Krankenhaus, mit Standorten in Wiesbaden und Bad Schwalbach, verfügt als zweitälteste geriatrische Fachklinik in Hessen über umfangreiche Erfahrung mit der Behandlung der Folgen von Schlaganfällen. „Die Behandlung in unserem Haus fokussiert auf ein Wiedererlernen sowie Neuerlernen verloren gegangener Fähigkeiten und Funktionen bzw. eine Kompensation im Falle bleibender Defizite. Durch eine möglichst früh beginnende, an den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des Patienten ausgerichtete Behandlung gilt es, die Erkrankungsfolgen und resultierenden Einschränkungen weitestmöglich zu beseitigen bzw. zu reduzieren und so die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Patienten in allen Aktivitäten des täglichen Lebens zu erreichen. Dazu steht ihnen ein interdisziplinär ausgerichtetes Team zur Verfügung“, so Dr. Weil.

Einen besonderen Schwerpunkt am Otto-Fricke-Krankenhaus bildet die Behandlung der nach einem Schlaganfall häufig auftretenden Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. „Gerade Schluckstörungen müssen schnell in den Griff bekommen werden, denn die dadurch ausgelösten Erkrankungen, wie zum Beispiel Lungenentzündungen, gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Schlaganfall-Patienten“, erklärt Dr. Weil. Zur optimalen Ergänzung des stationären Angebots in diesem Bereich, richtete das Otto-Fricke-Krankenhaus im Jahr 2009 am Standort in Wiesbaden eine Sprach-, Sprech- und Schluckambulanz ein und schloss auf diese Weise die bestehende Versorgungslücke für Patienten, bei denen im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung weitere therapeutische Maßnahmen erforderlich sind.

Notfall-Checkliste „Schlaganfall“:
• Symptome erkennen
Hat die Person plötzlich eintretende Lähmungserscheinungen, einen herabhängenden Mundwinkel, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel mit Gangunsicherheit und/oder starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen?

• Notarzt rufen
Stellen Sie eines oder mehrere der oben aufgeführten Symptome fest, dann verständigen Sie den Notarzt (112) und teilen Sie diesem bereits am Telefon Ihren Verdacht auf Schlaganfall mit. Je schneller der Betroffene in einer geeigneten Klinik behandelt wird, desto größer sind die Chancen, sein Leben zu retten und die Schlaganfall-Folgen zu minimieren.

• Mundhöhle leeren
Entfernen Sie alles aus dem Mundraum, was den Betroffenen in Erstickungsgefahr bringen könnte (zum Beispiel Essensreste oder Zahnprothesen).

• In stabile Seitenlage bringen
Sollte der Betroffene nicht mehr sitzen können, dann bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.

• Beruhigen Sie den Patienten und bleiben Sie bei ihm bis der Notarzt kommt

Empfehlungen zur Wiederbelebung im Notfall

Empfehlungen zur Wiederbelebung im Notfall durch Laien sind in jüngster Vergangenheit vielfach zu vereinfacht wiedergegeben worden. Herzdruckmassage und Atemspende zusammen sind am effektivsten. Nur wer die Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung nicht beherrscht, soll sich auf die Herzdruckmassage beschränken. Sie kann auch allein lebensrettend sein.

Professor Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Köln, stellt in der „Apotheken Umschau“ klar, warum Ersthelfer, die das Beatmen beherrschen, dies auch tun sollten: „Nach zwei bis drei Minuten ist kaum noch Sauerstoff im Blut“, so seine Begründung. „Die Herzmassage bringt dann nichts mehr.“ Der Rhythmus soll 30 Herzdruckstöße gefolgt von zwei Atemspenden sein. Ersthelfer, die sich das Beatmen nicht zutrauen, sollen aber auf jeden Fall die Herzmassage vornehmen, bis professionelle Hilfe eintrifft. Mindestens 100 Mal pro Minute muss das Herz komprimiert werden.

Bei Inkontinenz nicht resignieren

Frauen mit einer Blasenschwäche erhoffen sich oft nicht viel von einer Behandlung, verschweigen ihr Leiden und schaden sich manchmal noch weiter mit untauglichen Selbstbehandlungs-Versuchen. Dabei kann fast allen Patientinnen geholfen werden. Allerdings muss zuvor klar sein, woran der ungewollte Harnverlust liegt. „Eine gewissenhafte Diagnostik ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgversprechende Behandlung“, sagt Dr. Maria Bürst, Allgemeinärztin und Urologin im Medizinischen Versorgungszentrum am Klinikum Deggendorf, im Patientenmagazin „HausArzt“.

Beckenbodengymnastik spielt bei der Therapie eine wichtige Rolle. Sie soll aber unter Anleitung eines geschulten Krankengymnasten erlernt werden, denn eine falsche Technik könne mehr schaden als nutzen, betont Bürst. Gutes Beckenbodentraining könne die Blasenschwäche nicht nur lindern, sondern oft sogar besiegen. Bei „Dranginkontinenz“ reichen in vielen Fällen bereits Verhaltensänderungen, um sie in den Griff zu bekommen. In schwierigen Fällen kann auch mit Medikamente geholfen werden oder eine Operation infrage kommen. Welches Vorgehen den größten Erfolg verspricht, ist aber nur nach einer exakten Diagnose zu entscheiden.