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Was empfindliche Kinderhaut im Winter braucht

Auch bei Kälte, Wind und Schnee sollten Kinder draußen sein. Dann schützt ihre Haut eine gute Wettercreme. Solche Präparate enthalten wenig oder kein Wasser, aber einen hohen Anteil natürlicher Fette und Wachse wie Bienenwachs, Sheabutter, Mandel- oder Sesamöl, erklärt das Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Cremen Sie alle freien Hautstellen ein, vor allem Wangen, Nase und Ohren, heißt es dort.

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Wie die empfindliche Haut von Babys und Kleinkindern im Winter geschützt wird

Die Haut eines Babys ist bis zu fünfmal dünner als die eines Erwachsenen, die Talgdrüsen arbeiten noch nicht auf Hochtouren. Kinder und Säuglinge brauchen bei winterlicher Kälte eine fettreiche Creme. „Vor allem Babys, die viel draußen sind und im Kinderwagen schlafen, sollten damit eingecremt werden“, rät Dr. med. Christina Schnopp aus München im Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Sie empfiehlt eine so genannte Cold Cream (Kälteschutzcreme) bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter. Ältere Kinder bewegen sich viel, dadurch sei ihre Haut gut durchblutet und weniger gefährdet, so die Hautärztin. Eine Extraschicht Kälteschutz schadet trotzdem nicht. Man cremt sie ein, bis die Haut glänzt, besonders sorgfältig um Mund und Nase, wo Speichel oder eine triefende Nase immer wieder für Feuchtigkeit sorgen.

Bei Verbrennungen ist schnelles Handeln extrem wichtig

Scheuen Sie sich nicht, den Rettungswagen zu alarmieren, wenn es um Verbrennungen beim Nachwuchs geht. Leider kommen solche Unfälle häufiger vor als man denkt. Gerade heiße Getränke sind eine alltägliche Gefahr für die Kleinen. Ein Becher mit heißem Kaffee, der kurz zur Seite gestellt wird, und ein kleines Kind, das in einem unbeobachteten Moment danach greift und sich die heiße Flüssigkeit über den Körper schüttet. Dann ist es wichtig, schnell zu handeln, erklärt Tina Haase, stellvertretende Chefredakteurin vom Apothekenmagazin „BABY und Familie“:

Für Kinder wird es schnell kritisch und lebensbedrohlich, wenn mehr als 10% der Haut betroffen sind. Das entspricht in etwa einem Ärmchen. Die Kinderhaut, die ist auch dünner als die von Erwachsenen, sodass wenige Sekunden Einwirkzeit schwere Verletzungen verursachen können.

Man muss als Elternteil also schnell und besonnen handeln, auch wenn man aufgeregt ist:

Man sollte nicht selbst ins Krankenhaus fahren, sondern den Rettungsdienst anrufen, unter der 112, denn der weiß ganz genau welche Klinik auf Verbrennungen spezialisiert ist. Um die Schmerzen zu lindern, sollte man dann über die verbrühten Stellen ungefähr 10 Min. lauwarmes Wasser laufen lassen. Allerdings sollte man nicht kühlen, wenn der gesamte Rumpf verletzt ist, da das Kind sonst zu kalt wird.

Bei Verbrühungen muss auch die Kleidung vorsichtig aber rasch entfernt werden. Besser ist es, sie mit einer Schere aufzuschneiden, statt über den Kopf zu ziehen. Am besten ist es natürlich, wenn gar nicht erst was passiert:

Heiße Getränke sollte man immer außer Reichweite von Kindern stellen und das Kleine nie auf den Schoß nehmen, wenn man etwas Heißes trinkt. Denn zappelt das Kleine, kippt schnell der heiße Inhalt über das Kind drüber. Schutzgitter sollte man am Herd montieren, damit das Kind nicht auf die Platten fassen kann. Und bevor man das Kind badet oder duscht, sollte man immer die Wassertemperatur prüfen.

Kinderhaut braucht Rezepturarzneimittel

Für jedes dritte Kind hat eine Apotheke schon einmal eine Rezeptur hergestellt. Etwa 80 Prozent dieser individuellen Anfertigungen sind Salben oder Cremes. Die Haut von Kindern unterschiedet sich deutlich von der eines Erwachsenen. Bei großflächiger Anwendung oder bei der Anwendung im Windelbereich kann es zu einer unerwünschten Aufnahme eines Wirkstoffs in den Körper kommen. Relevant ist dies zum Beispiel bei Cremes mit Kortison. Werden wirkstoffhaltige Cremes im Windelbereich angewendet, können grundsätzlich leicht Hautirritationen auftreten. Rezepturarzneimittel mit reizarmen Salbengrundlagen sind auch für Kinder mit einer gestörten Hautbarriere geeignet. Im Jahr 2009 stellten Apotheken insgesamt etwa 16 Millionen Rezepturen her. Eine von zehn Rezepturen wurde von einem Kinderarzt verordnet. Die Verordnungen anderer Arztgruppen für Kinder wurden nicht erfasst.

Das Neue Rezeptur Formularium (NRF) bietet Apothekern Standardvorschriften für individuelle Rezepturen an. „Rezepturen sind heute ein integraler Bestandteil der Arzneimittelversorgung von Kindern. Wir überarbeiten die Vorschriften für Kinderarzneimittel kontinuierlich und berücksichtigen aktuelle Forschungsergebnisse. Zudem erarbeiten wir immer mehr pädiatrische Rezepturen“, so Dr. Andreas Kiefer, Vorsitzender der NRF-Kommission. Um die Qualität der Rezepturen weiter zu verbessern, arbeiten Hautärzte und Apotheker eng zusammen. Der Arzt bestimmt den Wirkstoff und die Dosierung. Arzt und Apotheker wählen gemeinsam die Hilfsstoffe aus, damit die Rezeptur die medizinischen und technologischen Ansprüche erfüllt. Der Apotheker stellt dann die Rezeptur her. Viele Apothekerkammern bieten seit 2008 entsprechende interdisziplinäre Qualitätszirkel an.