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Wie sich chronische Beschwerden am besten bekämpfen lassen

kopfschmerzen

Der Schmerz dauert an, obwohl der Rücken wieder geheilt ist – für Experten nichts Ungewöhnliches. Denn Schmerz entsteht im Grunde erst auf dem Weg zum Gehirn, an mehreren Stationen kann er gedämpft, ausgeblendet oder aber verstärkt werden. Verändert sich diese Schmerzbahn, kann auch ein Schmerz entstehen, der gar keinen Auslöser im Gewebe hat. „Das bedeutet keineswegs, dass die Beschwerden eingebildet sind“, sagt Professorin Heike Rittner, Leiterin der Schmerztagesklinik an der Uniklinik Würzburg, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. „Vielmehr hat sich die körperliche Ursache verlagert.“

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Andauernde Schmerzen unbedingt bekämpfen

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Häufig wiederkehrende Schmerzen sind nicht nur eine Qual, sondern sie können auch schwerwiegende Folgen haben. „Feuern Muskeln, Sehnen, Nerven oder auch Narben über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten ständig Schmerzimpulse ins Gehirn und Rückenmark, verändert das unser gesamtes Nervensystem“, erläutert der Chefarzt der Ameos-Klinik für Anästhesiologie, Schmerz- und Palliativmedizin in Staßfurt, Dr. Ralf Rehwinkel, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

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Fingerkreuzen hilft gegen Schmerzgefühl

Mit einem einfachen Trick haben Forscher das Schmerzgefühl von Versuchspersonen gelindert, berichtet das P.M. Magazin in seiner Juli-Ausgabe. Das Kreuzen zweier Finger habe den Schmerz der Probanden abklingen lassen. Der Londoner Neurowissenschaftler Patrick Haggard und sein Team erwärmten Zeige- und Ringfinger der Versuchspersonen und kühlten gleichzeitig deren Mittelfinger ab. Paradoxerweise spürten die Testpersonen einen brennenden Schmerz im Mittelfinger, obwohl dieser kühler war als die anderen Finger.

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Rückenschmerz – was nun?: Wann welche Therapie gegen Beschwerden hilft

Bei Beschwerden im Rücken greifen Betroffene gewöhnlich zunächst zu Schmerztabletten, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Doch welche Wirkung zeigen diese und auf welche weiteren Therapien greifen Ärzte zurück? Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München, erklärt: „Generell sollte die Behandlung von Rückenleiden immer an der Ursache ansetzen und nicht nur die Schmerzen unterdrücken. In Kombination mit weiteren Maßnahmen unterstützen Tabletten oder Injektionen jedoch den Behandlungserfolg.“ Haben sich bereits chronische Schmerzen entwickelt, schalten verschiedene Maßnahmen die Reizweiterleitung der Nerven dauerhaft aus.

Tabletten gegen den Schmerz
Leichte Beschwerden lassen sich oft mit rezeptfreien Schmerzmitteln lindern. Ärzte empfehlen meist sogenannte nicht steroidale Antirheumatika, kurz NSAR, zu denen etwa Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Ibuprofen zählen. Sie hemmen sowohl die Schmerzübertragung der Nerven als auch Entzündungen. „Betroffene müssen jedoch beachten, dass auch nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel Nebenwirkungen mit sich bringen“, warnt Dr. Schneiderhan und rät: „Für alle Arzneimittel eine ärztliche Empfehlung einholen und die Einnahme zeitlich begrenzen.“ Darüber hinaus gilt es, Schmerzen mit Maßnahmen wie Wärmeanwendungen oder leichter Bewegung entgegenzuwirken. Bei stärkeren Schmerzen besteht zudem die Möglichkeit, dass Ärzte Opiate verschreiben. Im Gegensatz zu NSAR entfalten sie ihre Wirkung direkt im Gehirn oder Rückenmark.

Gezielt zu den Nerven
Nach einer exakten Diagnose lassen sich Schmerzmittel bei Bedarf auch mittels Injektionen verabreichen. Hierbei setzen Ärzte unter Röntgen-Kontrolle oder Computertomografie feine Spritzen an die betroffenen Nerven. Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zeigen dann direkt vor Ort Wirkung. „Bei chronischen Schmerzen nutzen wir Injektionsbehandlungen zudem, um die ursächlichen Nervenbahnen eindeutig zu lokalisieren“, ergänzt Dr. Schneiderhan. „Nehmen die Beschwerden nach der Behandlung ab, können wir die Reizweiterleitung mithilfe weiterer Verfahren dauerhaft ausschalten.“

Feine Sonden stoppen Reize
Im Gegensatz zu Injektionsbehandlungen erzielen Ärzte mit minimalinvasiven Therapien ein lang anhaltendes Ergebnis und je nach Behandlungsverfahren lassen sich störendes Gewebe, Vernarbungen oder Verklebungen im gleichen Schritt entfernen. Zu den möglichen Maßnahmen zählen Hitzesonden-, Mikrolaser- und Katheterbehandlungen. Bei der erstgenannten Therapie führt der Behandler eine feine Sonde an die betroffenen Nervenfasern und erhitzt dort die Sondenspitze auf 80 Grad Celsius. Ähnlich wirkt der Mikrolaser, der jedoch noch weitere Effekte hat. „Vor allem bei Bandscheibenbeschwerden eingesetzt, schrumpft das Laserlicht zusätzlich den Bandscheibenkern und verschließt feine Einrisse im Gewebe“, sagt Dr. Schneiderhan. Mit dem Katheter lässt sich wiederum ein individuell abgestimmter Medikamentenmix an die Nerven bringen, der neben Schmerz- und Entzündungshemmern auch eine Enzymlösung enthält. Letztere löst rückenmarksnahe Vernarbungen und Verklebungen.

Schmerzen elektrisch überlagern
Ebenfalls zu den minimalinvasiven Verfahren gehört der Schmerzschrittmacher. Dieser findet bei chronischen Schmerzen Anwendung und hilft, die oft nebenwirkungsreiche Medikamenteneinnahme zu reduzieren. „Bei der sogenannten Rückenmarkstimulation implantieren wir zwei Elektroden in der Nähe des Rückenmarks“, beschreibt Dr. Schneiderhan das Vorgehen. „Über einen kleinen Stimulator geben diese elektrische Impulse ab, welche die Schmerzen überlagern.“ Patienten verspüren dann lediglich ein leichtes Kribbeln. Mit einer Art Fernbedienung lässt sich die Impulsstärke jederzeit anpassen.

Patienten-Begleiter der Initiative „Wege aus dem Schmerz“ gibt zehn Tipps für den Arztbesuch

Chronischer Schmerz ist ein Krankheitsbild, das individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Oft können Patienten ihr Anliegen gegenüber dem Arzt jedoch nicht richtig formulieren oder fühlen sich missverstanden. Daher stellt die Initiative „Wege aus dem Schmerz“ einen von der Deutschen Schmerzliga (DSL) entwickelten Patienten-Begleiter zur Verfügung, der Betroffene mit zehn Tipps auf den Arztbesuch vorbereitet.

Eine starke Partnerschaft zwischen Arzt und Patient ist wichtig, damit Chronischer Schmerz richtig diagnostiziert und therapiert werden kann. 50 Prozent der Allgemeinmediziner und mehr als 40 Prozent der Schmerztherapeuten sind der Meinung, dass sich das Gespräch zwischen Arzt und Patient verbessert, wenn die Betroffenen ihre Situation selbstbewusster formulieren können. Dies ergab eine aktuelle Umfrage (1) im Auftrag der Initiative „Wege aus dem Schmerz“. In einem Patienten-Begleiter wird jetzt in zehn Tipps erklärt, worauf Betroffene während des Arztbesuchs achten sollten und wie sie sich am besten vorbereiten können. „Die Initiative greift die Inhalte eines von Mitgliedern der Deutschen Schmerzliga entwickelten Ratgebers auf. Dies ist uns seit jeher ein großes Anliegen“, sagt PD Dr. Michael A. Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL). „Unser Begleiter unterstützt Schmerzpatienten dabei, sich aktiv einzubringen und damit gemeinsam mit dem behandelnden Arzt den Grundstein für eine erfolgreiche Behandlung zu legen.“

Dem Arzt auf Augenhöhe begegnen

Chronische Schmerzen sind sehr komplex und müssen individuell behandelt werden. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene ihre Empfindungen genau schildern und ehrlich über die Wirkung der Therapie sprechen. Der Patienten-Begleiter gibt praktische Tipps, wie Patienten darauf achten können, ob der Arzt auf ihre Bedürfnisse eingeht. Wie sie Befunde kritisch hinterfragen und gemeinsam mit dem Arzt Therapieziele festlegen. Eine weitere Hilfe ist der Schmerztest zur Vorbereitung auf den Arzttermin. Dieser steht als kostenloser Download im Internet unter www.schmerzliga.de zur Verfügung.

Konkrete Tipps für spezielle Schmerzformen

Der erste Patienten-Begleiter gibt allgemeingültige Tipps für Patienten mit Chronischen Schmerzen. „Uns ist es jedoch wichtig, die Betroffenen durch präzise Tipps so gut wie möglich auf den Arztbesuch vorzubereiten“, so PD Dr. Überall. „In Zukunft soll es daher weitere Patienten-Begleiter zu spezifischen Krankheitsbildern geben.“ Beispielsweise zu Knochenschmerz bei Osteoporose und Nervenschmerz bei Parkinson oder Diabetes.

Der Patienten-Begleiter ist kostenlos als Download erhältlich, unter www.wegeausdemschmerz.de. Zudem kann er per Post oder E-Mail bestellt werden: Initiative „Wege aus dem Schmerz“, c/o fischerAppelt, relations, Waterloohain 5, 22769 Hamburg, info@wegeausdemschmerz.info.

Über die Initiative „Wege aus dem Schmerz“

Das Ziel von „Wege aus dem Schmerz“ ist es, ein stärkeres Bewusstsein für Chronischen Schmerz als eigenständiges Krankheitsbild in Deutschland zu etablieren. Dafür setzen sich die vier Partner Deutsche Schmerzliga (DSL), Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS), Deutsche Schmerzgesellschaft und Pfizer ein.

(1) Befragt wurden 300 Allgemeinmediziner und 125 Schmerztherapeuten

Wegsehen hilft gegen Schmerzen

„Nicht hinschauen, dann tut es nicht so weh.“ Dieser Rat erfahrener Ärzte vor einer Spritze ist nun auch wissenschaftlich untermauert, berichtet die „Apotheken Umschau“. Neurowissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf setzten Probanden einem Hitzereiz aus, während diese Gedächtnisaufgaben lösten. Je anspruchsvoller die Aufgaben waren, desto weniger intensiv erlebten die Teilnehmer den Schmerz. Der Mechanismus hemmte schon im Rückenmark die eingehenden Schmerzsignale und nicht erst im Gehirn.

Methoden zur Schmerzbekämpfung

Akuter Schmerz dient dem Körper als Warnsignal. Verbrennen wir uns beispielsweise die Hand an einer heißen Herdplatte, ziehen wir sie reflexartig aus dem Gefahrenbereich. Der folgende dumpfe Schmerz erinnert uns daran, die Hand zu verarzten und zu schonen. Kehren Schmerzen immer wieder, ein halbes Jahr oder länger, spricht man von chronischen Schmerzen. Claudia Galler, Gesundheitsredakteurin von Deutschlands größter Arztempfehlung jameda zeigt verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung auf.

Schmerz gelangt als elektrisches Signal ins Gehirn
Der Körper nimmt Schmerzen durch bestimmte Sensoren wahr. Diese Nozizeptoren leiten das Schmerzsignal über Nervenfasern an das Gehirn weiter. Hier wird uns der Schmerz bewusst, wir können ihn orten und beurteilen, wie heftig er ist. Gleichzeitig schüttet der Körper sowohl schmerzverstärkende als auch schmerzstillende Botenstoffe aus. Je nach Ursache, Art und Stärke des Schmerzes bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Schmerzmittel unterscheiden sich in Wirkort und Stärke
Schwach wirksame Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen wirken in der Peripehrie des Körpers, indem sie die Entstehung von körpereigenen Schmerzstoffen vermindern. Sie helfen z. B. bei Zahn- oder akuten Rückenschmerzen. Starke Schmerzmittel unterbrechen die Wahrnehmung von Schmerzen im Gehirn. Zu ihnen gehören Tilidin und Tramadol wie auch die stark wirksamen Opiate Morphin und Fentanyl. Sie werden beispielsweise bei chronischen Erkrankungen wie fortgeschrittener Osteoporose oder Krebs eingesetzt.

Akupunktur stärkt die Lebensenergie
Die Akupunktur ist eine Methode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei werden feine Nadeln auf Akupunkturpunkte in die Haut gesetzt. Nach dieser Lehre wird so ein gestörter Energiefluss des Körpers in den Meridianen (Leitbahnen) ausgeglichen. So sollen zum Beispiel Migränekopfschmerzen oder Schmerzen während einer Geburt gelindert werden.

TENS-Therapie: Transkutane elektrische Nervenstimulation
Bei der TENS-Therapie werden über Elektroden auf der Haut niedrige, kaum spürbare Ströme verabreicht. Diese verhindern, dass Schmerz aus der behandelten Region an das Gehirn weitergeleitet wird. Vor allem bei Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) zeigt diese Methode gute Erfolge.

Massagen in zahlreichen Varianten: Wohltuend für Körper und Geist
Die klassische Massage behandelt den betroffenen Körperteil direkt, sie löst Muskelverspannungen und verhärtetes Bindegewebe. Indirekt wirken Massagearten, die beispielsweise über Reflexzonen schmerzende Körperpartien erreichen.

Hilfe durch Eisspray und Wärmepflaster
Wärme sorgt für eine bessere Durchblutung des Gewebes, so dass sich verspannte Muskeln lockern können. Wärmepflaster, Fangopackungen oder Heizkissen leisten hier gute Dienste. Kälte betäubt vor allem im ersten Moment den Schmerz und lindert Entzündungen sowie Schwellungen. Kühlpacks oder Eisspray helfen hier schnell, etwa bei Sportverletzungen.

Mit einer Ernährungsumstellung den Schmerz aushungern
Bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma kann eine besondere Ernährungsweise Schmerzen lindern. Körpereigene Entzündungs- und Schmerzstoffe werden u. a. aus Arachidonsäure gebildet, die vor allem in Fleisch, Eigelb und Milchfett enthalten ist. Verzichtet man weitestgehend auf diese Nahrungsmittel, können Schmerz und Entzündung zurückgehen.

Bei starken oder regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen sollten sich Betroffene immer an einen Arzt wenden.

Den Schmerz verlernen

Warum setzen sich chronische Schmerzen so fest und wiederstehen so hartnäckig der Behandlung? Weil es das „Schmerzgedächtnis“ gibt, sagt Professor Walter Zieglgänsberger, der diesen Begriff geprägt hat. Anhaltende Schmerzreize hinterlassen sehr schnell bleibende Spuren im Gehirn. „Die Reizübertragung funktioniert jetzt so effektiv, dass die Nervenzellen schon bei schwachen oder sogar ganz ohne auslösende Reize Schmerzsignale an das Gehirn leiten“, erklärt Zieglgänsberger in der „Apotheken Umschau“.

Neue Forschungsergebnisse hätten gezeigt, dass chronischer Schmerz nicht nur die Funktion von Gehirnzellen verändert, sondern auch ihre Feinstruktur. Dies kann eventuell die geistige Leistungsfähigkeit einschränken und bleibende Schäden verursachen. Ständige Schmerzen sind purer Stress, der unter anderem zu hohem Blutdruck, Herzproblemen, verspannten Muskeln und Schlafproblemen führt“, so der Schmerz-Forscher. Irgendwann bestimme die Angst vor dem Schmerz das ganze Leben.

Die Entdeckung des Schmerzgedächtnisses hat zu der Empfehlung geführt, Schmerzen frühzeitig und wenn nötig auch mit hoch dosierten Medikamenten zu blocken. „Auch bei den meist banalen akuten Rückenschmerzen sollten wir ohne lange zu zögern kurzzeitig ein Schmerzmittel geben“, erklärt Zieglgänsberger, „weil sich sonst möglicherweise ein Schmerzgedächtnis entwickelt.“ Habe es sich aber bereits festgesetzt, müsse vor allem die Angst abgebaut werden. Der Patient müsse verstehen, dass sein chronischer Schmerz etwas Gelerntes ist.

Ziel der Therapie ist dann das das „Relearning“ – verlernen des Schmerzes. „Ohne Mitarbeit des Patienten ist das nicht möglich“, so Zieglgänsberger. Der behandelnde Arzt müsse an der Lebenswelt des Patienten anknüpfen und mit ihm Aufgaben konzipieren, die dieser auch gern und mit Erfolgsaussicht realisieren kann. Statt ein Schmerztagebuch zu führen, solle der Patient etwa fortan besser aufschreiben, was er wieder kann. Schmerzmittel können weiterhin nötig sein, sollen langfristig aber reduziert werden. Begleitende Maßnahmen wie Psycho- und Physiotherapie empfiehlt Zieglgänsberger fortzusetzen. Manche Patienten können trotzdem nicht auf vollständige Heilung hoffen. „Wie bei anderen chronischen Erkrankungen kann eine Schmerztherapie eventuell zur Dauertherapie werden.“

Richtig reagieren, wenn der Rücken schmerzt

Die einen legen sich mit einem Wärmekissen aufs Sofa, die nächsten versuchen es mit Gymnastik, wieder andere greifen zum Schmerzmittel: Rückenschmerzen sind weit verbreitet und werden auf verschiedenste Weisen bekämpft. Am besten hilft meist Bewegung, informiert die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

In vielen Fällen, so weiß man heute, handelt es sich um harmlose, so genannte „unspezifische Rückenschmerzen“, die nur wenige Tage andauern. Eine eindeutige Ursache lässt sich nicht feststellen; vielmehr spielen sowohl körperliche, psychische als auch soziale Faktoren im privaten und beruflichen Alltag eine Rolle. Meist verschwinden die Schmerzen auch ohne besondere Behandlung nach einer Weile von alleine. „Es kann sinnvoll sein, vorübergehend das Tagespensum ein wenig zu kürzen“, so Ilka Graupner von der BGW, der gesetzlichen Unfallversicherung im Gesundheits- und Pflegebereich. „Bettruhe und körperliche Schonung bringen allerdings in der Regel keine Verbesserung. Besser ist Bewegung. Studien belegen, dass sich grundsätzlich jede Form von körperlichem Training eignet, Rückenschmerzen vorzubeugen und sie zu lindern.“ Gerade in körperlich anstrengenden Berufen ist ein starkes, trainiertes Muskelkorsett wichtig, um für die täglichen Belastungen gewappnet zu sein. Auch bei bewegungsarmen und einseitigen Tätigkeiten dient körperliche Aktivität als guter Ausgleich.

„Nicht empfehlen können wir bei Rückenschmerzen das selbstverordnete Einnehmen von Schmerzmitteln“, so die BGW-Expertin. „Wer unter starken oder länger andauernden Beschwerden leidet, sollte vielmehr zum Arzt gehen.“ Dieser kann mit einer eingehenden körperlichen Untersuchung schwerwiegende Erkrankungen ausschließen oder eine weitere Diagnostik veranlassen. Bei Bedarf wird der Mediziner ein geeignetes Schmerzmedikament auswählen und therapeutische Maßnahmen einleiten. Um den Körper vor wiederkehrenden Rückenschmerzen zu schützen, bietet es sich möglicherweise auch an, rückengerechte Verhaltensweisen für den Alltag zu erlernen und zu trainieren.

Warum es bei Rückenproblemen falsch ist, den Schmerz tapfer zu ertragen

Viele Menschen nehmen es schicksalsergeben hin, dass sie ihr Kreuz im Alter immer stärker spüren und beißen die Zähne zusammen, solange es geht. „Gerade über 60-Jährige meinen, sie müssten den Schmerz um jeden Preis aushalten. Doch nur wer etwas gegen Schmerzen tut, bleibt mobil“, sagt Dr. Peter Zaar, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin an den Kliniken Sindelfingen, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

Der Schmerz könne sich zu einer eigenen Krankheit entwickeln und solle möglichst frühzeitig konsequent unterdrückt werden. Von rezeptfreien Mitteln bis hin zu Opiaten steht dazu eine breite Palette an Medikamenten zur Verfügung. Ein zweiter Fehler bei Rückenschmerzen ist zu viel Schonung. „Sich aufs Sofa zu legen, hilft nicht weiter“, betont der Sportwissenschaftler Martin Gatscher vom Sindelfinger Therapiezentrum. „Bewegung ist das A und O bei verschleißbedingten Rückenschmerzen.“ Dazu soll man aber unbedingt fachlichen Rat einholen, denn falsche Bewegungsmuster und Schonhaltungen unterhalten die Beschwerden.