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Rätselhafte Zahnerkrankung – Bei vielen Kinder bröckeln die Zähne weg

zähne

Die Kinder in Deutschland haben zwar immer weniger Karies – dafür leiden viele unter einer anderen Zahnerkrankung: Wegen der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) bröckeln ihre Zähne weg, wie das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ berichtet. MIH gefährdet vor allem die ersten bleibenden Backenzähne, die zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr durchbrechen. Manchmal sind auch die Schneidezähne geschädigt.

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Irrtürmer rund um die Zahnpflege

Zahlreiche Irrtümer rund um die Mundhygiene sind nur schwer aus der Welt zu schaffen. Viele dieser Mythen schaden den Zähnen mehr als das sie nützen.

zaehneputzenStrahlend weiße Zähne sind natürlich attraktiv und auch gesundheitlich erstrebenswert, um Karies und Paradentose zu vermeiden. Manch einer tut des Guten aber zu viel, schreibt das Apothekenmagazin Diabetes Ratgeber. So wollten wir von Chefredakteur Dr. Andreas Baum wissen, wie wichtig es ist, sich direkt nach dem Essen die Zähne zu putzen?
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Zahngesundheit: Jeder fünfte Deutsche ist beim Zähneputzen unsicher

20 Prozent der Bundesbürger wissen nicht, wie die richtige Zahnreinigung aussieht. Und rund jeder Vierte konzentriert sich nach eigenen Angaben nur wenig auf die sorgfältige Pflege. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der mhplus Krankenkasse unter 1.000 Bundesbürgern zum Tag der Zahngesundheit am 25. September.

Seit mehr als 20 Jahren machen Institutionen und Organisationen am Tag der Zahngesundheit auf das Thema Mundgesundheit aufmerksam. Grundsätzlich sind sich die Deutschen inzwischen durchaus bewusst, wie wichtig das regelmäßige Putzen ist. Dennoch wird es in der Hektik des Alltags schon mal vernachlässigt: Rund 18 Prozent der Bundesbürger geben an, dass sie das Zähneputzen häufiger mal vergessen.

Verunsichert sind viele Menschen darüber, wie die richtige Zahnreinigung aussehen soll. Entsprechend wünschen sich 41 Prozent der Befragten mehr Tipps zur richtigen Pflege von ihrem Zahnarzt. Auch die Krankenkassen sind aufgerufen, ihre Mitglieder noch stärker zu informieren: Von ihnen wünscht sich jeder Dritte mehr Informationen zur Zahngesundheit. Umso wichtiger, dass schon Kindern gezeigt wird, wie sie ihre Zähne richtig putzen und Karies vorbeugen. Beim diesjährigen Tag der Zahngesundheit wird daher ein besonderer Fokus auf die Schule gelegt.

Es ist eine banale Wahrheit: Wer seine Zähne im Kindesalter pflegt, profitiert ein ganzes Laben davon. Einige Krankenkassen unterstützen Ihre Versicherten in besonderer Weise. So erstattet beispielsweise die mhplus Krankenkasse für ihre jungen Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen die Versiegelung der Zähne.

Neben dem täglichen Zähneputzen hat sich inzwischen auch die professionelle Reinigung beim Zahnarzt etabliert. Mehr als sieben von zehn Bundesbürgern sind überzeugt, dass die Zahnreinigung beim Fachmann zur guten Mundhygiene gehört. Auch hier setzt die mhplus Krankenkasse Anreize und übernimmt jährlich bis zu 60 Euro für eine professionelle Reinigung für Versicherte ab 18 Jahren.

Beim täglichen Zähneputzen zu Hause hat die herkömmliche Handzahnbürste noch lange nicht ausgedient: Sie wird von 63 Prozent der Deutschen am liebsten zur Reinigung verwendet. Immerhin 44 Prozent der Bundesbürger verwenden inzwischen auch Zahnzwischenraumbürsten.

Schwangerschaft beste Zeit für Vorbereitung auf Kinder-Zahngesundheit

Der Knackpunkt nachhaltiger Mundgesundheit liegt rund um die Stunde Null: Karies oder nicht Karies entscheidet sich in der Zeit kurz nach Geburt. Frühkindliche Karies entwickelt sich meist bereits in den ersten drei Lebensjahren und ist dann, wenn Kinder in den Kindergarten kommen, bei vielen Jungen und Mädchen bereits so weit fortgeschritten, dass die gesamte gesunde Mundentwicklung auch für die bleibenden Zähne gefährdet ist. Je früher Mütter über Grundlegendes rund um die Mundgesundheit ihrer künftigen Kinder informiert werden, desto größer sind die Chancen für das Kind, dass sich Zähne und Kiefer richtig entwickeln können. Der beste Zeitpunkt, sich auf die Zahngesundheit des Kindes vorzubereiten, ist die Schwangerschaft – eine Lebensphase, in der werdende Mütter einen besonderen Blick auf Gesundheit haben und auch noch etwas Muße, sich mit Wissenswertem rund um die Kindergesundheit zu beschäftigen. Außerdem ist der Alltag noch nicht überlagert durch vielerlei Herausforderungen, wie sie das Leben mit einem Neugeborenen mit sich bringt.

Genau für diese Lebensphase wurde nun ein Patientenratgeber entwickelt, der sich hineinversetzt in die Lage der werdenden Mütter und einerseits den Schwangeren selbst Mundgesundheitstipps vermittelt, andererseits eben auch alles Wissenswerte für die Zeit nach der Geburt und die Verhütung von Zahnschäden und Fehlentwicklungen. Der kleine Ratgeber wurde gemeinsam erarbeitet von der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Zahnheilkunde, dem Zahnärztinnenverband und dem Bundesverband der Kinderzahnärzte. Stichworte sind Behandlungen in der Zeit der Schwangerschaft, Erfahrungen wie Würgereiz und Erbrechen, Zahnfleischveränderungen und professionelle Zahnreinigung, Vorbeugemaßnahmen von Mundkeim-Übertragungen auf das Kind, Nuckel-Tipps und Entwickeln einer gesunden Funktion sowie altersgerechte Zahnpflege. Der Ratgeber kann bei den Websites der Expertenverbände kostenfrei heruntergeladen werden ( www.dgaez.de / Patienten, www.dentista-club.de / Expertentipps, www.kinderzahnaerzte.de ).

Warum schon die ersten Zähnchen eines gestillten Babys gepflegt sein wollen

Viele junge Mütter stillen ab, wenn das Baby die ersten Zähnchen bekommt. Nötig ist das nicht, denn bis das Kleine schmerzhaft zubeißen könnte, dauert es – es fehlt ihm der Gegenbiss. „Ich kann zwar keine Studie liefern, aber in gefühlten 99 Prozent der Fälle zeigen sich zuerst die unteren mittleren Milchschneidezähne“, erklärt die Bremer Kinderzahnärztin Sabine Bertzbach im Apothekenmagazin „BABY und Familie“.

Die unteren Zähne werden zudem beim Trinken von der Zunge verdeckt. Die Zahnärztin macht junge Mütter aber auf ein anderes Problem aufmerksam: Muttermilch enthält relativ viel Zucker. „Deshalb sollten Sie, auch wenn Sie Ihr Kind voll stillen, von Anfang an auf Zahnpflege bei dem Kleinen achten.“

Die sieben Goldenen Regeln für gesunde Zähne

Keine Lust auf krankes Zahnfleisch oder kariöse Zähne? „Mit diesen 7 goldenen Regeln erhöhen Sie die Chancen, dass Ihre Zähne problemlos ein Leben lang halten, für Sie da sind“, so Dr. Albert Pietsch, Zahnarzt in Mühlheim-Lämmerspiel.

1. Gesund beginnt im Mund
Zwei Fliegen mit einer Klappe: Wissenschaftliche Studien belegen die Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeinerkrankungen. Es zeigt sich, dass bakterielle Infektionen im Mund Einfluss auf die Gesundheit haben. Wer sich um gepflegte und saubere Zähne kümmert, beugt automatisch nicht nur Erkrankungen der Zähne sondern auch des Körpers vor.

2. Zahnpflege daheim
Gesunde Zähne sind das Ergebnis einer aufmerksamen und regelmäßigen Pflege, die schon daheim beginnt. Morgens und abends sollten Sie Ihre Zähne mindestens 1 Minute lang sorgfältig gebürstet werden. Wo Zahnbeläge keine Chance haben, wird den Bakterien die Grundlage entzogen. Außerdem: Verwenden Sie geringen Druck, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen.

3. Die richtigen Mundhygienehilfsmittel
Zahnbürste ist nicht gleich Zahnbürste! Lassen Sie sich gut beraten von der Prophylaxehelferin Ihrer Zahnarztpraxis. Zu harte Borsten tun weder Zähnen noch Zahnfleisch gut. Die modernen elektrischen Zahnbürsten sind den Handzahnbürsten überlegen und deshalb eine ausgezeichnete Wahl. Eine breite Auswahl an Zahncremes heutzutage geben Ihnen die Möglichkeit, Ihre Zahncreme nach Ihren Bedürfnissen auszusuchen. Kinder sollten Kinderzahncreme verwenden. Der Fluoridgehalt ist in diesen Zahncremes altersgemäß ausgerichtet. Ein echter Starkmacher ist Fluorid. Inzwischen gibt es Fluorid-Gels oder Mousse in vielen leckeren Geschmacksrichtungen, die einmal die Woche auf die Zähne aufgetragen werden sollten und so Ihre Zähne stärken.

4. Saubere Zwischenräume … und Zunge
Hätten Sie es gewusst? Wer seine Zahnzwischenräume nicht putzt, putzt rund 35% seiner Zahnoberfläche nicht. Also ran an die Zwischenraumbürsten, sogenannte Interdental-Bürsten, und Zahnseide. Damit säubern Sie Bereiche, die die Zahnbürste nicht erreicht. Denken Sie auch daran Ihre Zunge zu reinigen. Dort siedeln sich gerne Bakterien an und können neben unangenehmen Mundgeruch genauso Karies und Zahnfleischentzündungen verursachen.

5. Professionell sauber
Durch und durch saubere Zähne? Da darf dann neben der häuslichen Zahnpflege der Besuch beim Zahnarzt nicht fehlen. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) führen ausgebildete Profis mit speziellen Mitteln und Instrumenten durch. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass die PZR die häusliche Mundhygiene ideal ergänzt, um Zähne und Zahnfleisch bis ins hohe Alter gesund zu halten.

6. Richtig gegessen ist die halbe Prophylaxe
Eine einfache Formel zeigt, dass es nicht nur auf das Zähneputzen, sondern auch auf die richtige Ernährung ankommt. Die Mischung aus Bakterien, Zucker und Zeit erzeugt eine Säure, die den Zahn angreift. Deshalb hat die bekannte Weisheit „nach dem Essen die Zähne putzen“ nicht an Bedeutung verloren. Falls eine Zahnbrüste nicht zur Hand ist, dann hilft ein zuckerfreies Kaugummi. So bringen Sie den pH – Wert in Ihrem Mund wieder auf ein neutrales Niveau. Zuckerfreie Süßigkeiten sollten unbedingt bevorzugt werden. Greifen Sie lieber einmal am Tag zu Süßem und putzen sich danach die Zähne, als auf den Tag verteilt immer wieder eine Kleinigkeit zu naschen.

7. Regelmäßige Kontrolle ist besser
Zweimal im Jahr sollten Sie zum Zahnarzt zur Kontrolle gehen. Das ist der Goldstandard wie er von Experten empfohlen wird. Frühzeitig können so Veränderungen an Zähne und Zahnfleisch erkannt und behandelt werden. In geeigneten Abständen sind Röntgenbilder der Zähne sinnvoll, denn Karies in Zahnwurzeln oder unter Füllungen entgeht dem Auge des Zahnarztes.

Zunehmende Zahnverletzung bei Kindern und Jugendlichen: Richtige Vorbeugemaßnahmen retten Zähne

Nach aktuellen Einschätzungen der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) haben in den letzten Jahren aktuelle und risikoreiche Trendsportarten speziell bei Kindern und Jugendlichen immer wieder zu einem saisonalen Anstieg unfallbedingter Zahnverletzungen geführt. Darüber hinaus sind inzwischen weitere Risikofaktoren bekannt. Die DGMKG informiert über mögliche Risikogruppen und rät zu frühzeitiger Prophylaxe. „Ist dennoch ein Zahnunfall passiert, ist die richtige Behandlung beim Spezialisten unerlässlich für ein später zufriedenstellendes Ergebnis“, betont Prof. Dr. Dr. Elmar Esser, Pressereferent der DGMKG.

Es passiert immer häufiger beim Inlineskating, Kickboarding (modernes „Tretrollerfahren“), in Schwimmbädern und neuerdings auch beim Heeling (Schuhe mit Rolle im Absatz): Studien zufolge erleiden heute über 50 % aller Kinder und Jugendlichen ein Zahntrauma noch vor dem 17. Lebensjahr. Dabei sind Kinder zwischen dem 3. und 4. (Milchzähne) sowie dem 9. und 12. Lebensjahr und im Alter von 16 Jahren besonders betroffen. Die häufigste Verletzung im bleibenden Gebiss ist der Bruch der mittleren Schneidezähne im Oberkiefer, im Milchgebiss die Verlagerung des Zahns. Etwa zwei Drittel aller Zahnunfälle passieren Zuhause oder an öffentlichen Sport- und Spielstätten.

Wen es treffen kann
„Nicht alle Kinder und Jugendlichen erleiden gleich häufig Zahnunfälle“, sagt Prof. Dr. Andreas Filippi vom Zahnunfall-Zentrum der Universität Basel und Klinik für Zahnärztliche Chirurgie, Radiologie, Mund- und Kieferheilkunde, der sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und eine wissenschaftliche Ausarbeitung hierüber veröffentlicht hat. „Es gibt heute zahlreiche wissenschaftlich identifizierte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Zahntraumas erhöhen“, so Filippi. Zu den klassischen Risikofaktoren gehören der so genannte große Overjet (zu kurzer Unterkiefer), zu weit vorstehende Oberkieferfrontzähne, ein unzureichender Lippenschluss, das Ausüben von Risiko-Sportarten sowie Männer schlechthin. Als neue und daher nicht so bekannte Risikofaktoren benennt Filippi das kindliche Übergewicht, Hyperaktivität bei Kindern und die sozio-ökonomische Umgebung. Zusätzlich scheint es ein gewisses genetisches Risiko zu geben.

Risiko lass’ nach
Verantwortungsvolle und phrophylaxeorientierte Zahnärzte und MKG-Chirurgen erkennen derartige Risikofaktoren bei ihren Patienten und geben entsprechende Empfehlungen zur Prophylaxe von Zahnunfällen. Dies kann bei Zahnfehlstellungen eine frühzeitige kieferorthopädische Behandlung sein. Wer Risikosportarten wie Eishockey, Handball, Basketball oder auch diverse Kampfsportarten ausübt, sollte einen Zahnschutz tragen.

Doch Zahnunfall – was jetzt?
Grundsätzlich können bei einem Zahnunfall 5 Gewebe unabhängig voneinander verletzt werden: Die Zahnhartsubstanzen, die Zahnwurzel, das Zahnfleisch, der den Zahn umgebende Knochen und das umgebende Weichgewebe. Im Idealfall sollten diese Bereiche für jeden verletzten Zahn einzeln diagnostiziert und – falls erforderlich – auch separat behandelt werden. „Erst dann ist eine vollständige Therapie gewährleistet“, betont Prof. Esser.
Am Unfallort sollten Zähne oder deren Bruchstücke sofort gesucht und sachgerecht aufbewahrt werden: Bei Zahnbruchstücken reicht eine feuchte Lagerung, verlorengegangene Zähne gehören sichersten für eine spätere Replantation in eine Zahnrettungsbox. „Schwerste Zahnunfälle mit Verletzungen unterschiedlichster Gewebe sollten am besten interdisziplinär behandelt werden“, rät Esser. Dies mit dem obersten Ziel, dass Kinder oder Jugendliche auch schwer verletzte Zähne, die früher als nicht erhaltungswürdig eingestuft wurden, lebenslang behalten können – was heutzutage in den meisten Fällen vorhersagbar möglich ist.

Verlorener Zahn: Beste Rettungschance bei richtigen Sofortmaßnahmen

Beim Eishockey ist es keine Seltenheit und auch bei anderen ganz alltäglichen Sportarten wie Ski- oder Fahrradfahren passiert es: Eine Rempelei, ein Sturz und ein oder mehrere Zähne gehen verloren. In vielen Fällen können durch Sportunfälle oder auch im Zuge zunehmender Gewalt herausgeschlagene Zähne wieder erfolgreich eingesetzt werden, wenn sofort und richtig gehandelt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) warnt vor unsachgemäßem Umgang mit dem verlorengegangenen Zahn und gibt Hinweise zur korrekten Vorgehensweise, damit die inzwischen sehr gute Chance einer erfolgreichen Replantation nicht unüberlegt aufs Spiel gesetzt wird.

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen (MKG-Chirurgen) sehen es in ihrem Praxisalltag: Verletzungen der bleibenden Zähne kommen vor allem bei Kindern und Jugendlichen und in letzter Zeit auch bei Erwachsenen aufgrund verändertem Freizeitverhaltens immer häufiger vor. Durch Sportunfälle oder Gewalt verlorengegangene Zähne betreffen in den meisten Fällen die Front des Oberkiefers, was neben funktionellen vor allem ästhetische Konsequenzen hat. Somit sollte der Zahnerhalt bzw. eine Replantation (Wiedereinpflanzung) des verlorenen Zahnes absolute Priorität haben. „Ob der replantierte Zahn wieder fest einheilt, ist insbesondere von der Dauer und der Art der Lagerung bis zur Wiedereinpflanzung abhängig“, sagt Prof. Dr. Dr. Elmar Esser, Pressereferent der DGMKG. Besondere Bedeutung kommt dabei den Zementoblasten (Bindegewebszellen, die das Wurzelzement bilden) auf der Wurzeloberfläche zu: Sie müssen geschützt und vital erhalten werden. Bei trockener Lagerung über 30 Minuten oder feuchter Lagerung in ungeeigneten Substanzen geht die Vitalität der Wurzelhaut verloren. Bei einer Replantation werden diese Zähne später abgestoßen.

Zahn raus: Erste-Hilfe-Maßnahmen
Ideal wäre die sofortige Wiedereinpflanzung des Zahns, womit Betroffene oder Anwesende in den meisten Fällen überfordert sind. Die Lagerung des Zahns in der Mundhöhle gilt als überholt, da einerseits die Gefahr des Verschluckens oder Erstickens sowie der Verunreinigung des Zahns mit Mundhöhlenkeimen besteht. Den Zahn in Wasser zu legen, ist ebenfalls nicht angeraten. Eine Lagerung des Zahns in Kochsalzlösung (erhältlich in der Apotheke) gewährleistet eine gute Aufbewahrung für maximal 2 – 3 Stunden: Kochsalzlösung ist zwar isoton (von gleichem Druck), enthält aber keine Zell-Nährstoffe. Deutlich bessere Eigenschaften hat Milch: Sie ist vergleichsweise isoton und hat ausreichend Nährstoffe, was ein Überleben der Zellen bis zu 6 Stunden ermöglicht. Ideal: Kalte, ultrahocherhitzte Milch. Optimale Überlebenschancen hat ein ausgebrochener oder ausgeschlagener Zahn jedoch in einer Zahnrettungsbox.

Zahnrettungsbox: Safe für verlorene Zähne
Die Zahnrettungsbox enthält ein physiologisches Zell-Nährmedium und garantiert das Überleben des Zahns bis zu 25 Stunden bei Zimmertemperatur. Die Handhabung ist ganz einfach: Der verlorene Zahn wird ohne weiter Maßnahmen einfach in die Rettungsbox gelegt und deren Deckel fest verschraubt. Vorsicht: Der Zahn darf nur im Kronenbereich und nicht am Zahnhalsbereich oder der Wurzeloberfläche angefasst werden. Und er darf auf keinen Fall gereinigt werden. Betroffene sollten dann zügig einen erfahrenen Fachmediziner aufsuchen. Dieser setzt nach genauer Untersuchung den Zahn professionell ein und stabilisiert ihn durch eine Schienung, die nach ca. 2 Wochen schon wieder entfernt wird. „Eine intensive Nachsorge mit Kontrolluntersuchungen in kurzen Intervallen ist anzuraten, damit eine mögliche Infektion rasch erkannt und behandelt werden kann“, rät Esser. So stehen die Chancen des erfolgreichen Wiedereinwachsens des Zahns sehr gut.

Zahnrettung für alle
Die DGMKG fordert daher, dass alle Schulen, Schwimmbäder, Sporthallen, Sportvereine und Rettungswagen mit einer Zahnrettungsbox ausgestattet sind. Wichtig: Zahnrettungsboxen haben aufgrund der begrenzten Haltbarkeit der Nährlösung ein Verfallsdatum von 2 – 3 Jahren, danach müssen sie durch neue ausgetauscht werden. Andernfalls ist die Sterilität nicht weiter gewährleistet, was negative Auswirkungen auf das Einwachsen des Zahnes hat.
Auch bei der Aufklärung scheint noch Nachholbedarf: Umfragen zufolge sind Zahnärzte, Ärzte und medizinisches Hilfspersonal über die Möglichkeiten der Zahnrettung per Zahnrettungsbox immer noch nicht ausreichend informiert und geschult.

Gesund beginnt im Mund – krank sein oftmals auch

Die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit von Allgemeinmedizin und Zahnmedizin sollte mehr denn je beachtet werden. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine wichtige Grundlage für Diagnose und Therapie verschiedenster Erkrankungen. Patienten sollten über die folgenden Zusammenhänge informiert sein:

In der Mundhöhle sind zahlreiche Infektions- und Entzündungsherde möglich, die Krankheiten auslösen können und Folgen für den gesamten Organismus haben. Eine besonders gut untersuchte Erkrankung der Mundhöhle ist die Parodontitis (von Laien oft Parodontose genannt). Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, bei der es aufgrund der Bakterien am Zahnhals und weiterer Faktoren zur Ausbildung von Zahnfleischtaschen, zum Abbau des zahnumgebenden Knochens und letztlich auch zum Zahnausfall kommen kann. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Patienten mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und eine schlechtere Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) aufweisen.

Bei einer Parodontitis gelangen Bakterien und Entzündungsmoleküle aus dem Mund in die Blutgefäße des Zahnhalteapparates, also in den Knochen und das Zahnfleisch, um dann über das Blut zu anderen Stellen des Körpers transportiert zu werden. In den Gefäßen, die das Herz oder das Gehirn versorgen, können die Bakterien und Entzündungsmoleküle zu Schädigungen, Verdickungen und Verkalkungen der Gefäßwände führen. Zusätzlich können diese Entzündungsmoleküle die Wirkung von Insulin, das unter anderem die Aufnahme von Zucker in Zellen fördert, hemmen. Dadurch verbleiben mehr Zuckermoleküle im Blut, d.h., der Blutzuckerspiegel steigt an, was besonders bei Diabetikern sehr kritisch ist.

Patienten mit einem schlecht eingestellten Diabetes leiden häufiger an einer Parodontitis als Nichtdiabetiker. Bei einem schlecht eingestellten Diabetes können die hohen Blutzuckerspiegel zu einer Veränderung von Proteinen führen. Solche veränderten Moleküle lagern sich bei schlechter Blutzuckereinstellung vermehrt in den Geweben des Körpers, so z.B. auch im Zahnhalteapparat, ab. Da diese Moleküle entzündungsfördernd sind, wird die durch die Parodontitis hervorgerufene Entzündung im Knochen und Zahnfleisch zusätzlich verstärkt. Als Folge der exzessiven Entzündung kommt es dann zu einem verstärkten Abbau dieses Gewebes, denn mit Zunahme der Entzündung entstehen auch mehr gewebeauflösende Moleküle. Bei übergewichtigen Diabetikern werden außerdem noch Moleküle aus dem Fettgewebe ins Blut freigesetzt, die ebenfalls die Entzündung und den Abbau des Zahnhalteapparats fördern.

Gelbe Zähne bei Kindern

Gerade bei Kindern ist eine kontinuierliche und gründliche Zahnpflege das A und O. Aus verständlichen Gründen sollten Eltern also bereits so früh als nur irgend möglich mit der Pflege der Zähnchen ihrer Kleinen beginnen. Denn auf diese Weise wird den Kids einerseits nicht nur ein richtiges Gefühl für das Thema „Zahnreinigung und Zahngesundheit“ vermittelt, sondern andererseits kann das empfindliche Kindergebiss durch dieses regelmäßige Zähneputzen einen widerstandsfähigen Schutzschild bilden und somit auch auf Dauer zu einer Stärkung der Zähne beitragen. Zuckerhaltige Kindernahrung oder der allzu frühe Verzehr von Süßigkeiten tragen natürlich in hohem Maße dazu bei, dass sich insbesondere bei Kindern die Zähne gelblich verfärben können; auch eine Veränderung des Zahnschmelzes an sich kann diese Erscheinung begünstigen.

Ab und an taucht in den Medien zwar auch die Frage auf, ob und inwieweit es möglich ist, dass sich durch die Verwendung von Schnullern die kindlichen Zähne gleichermaßen gelb färben könnten, jedoch ist dieses nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bisher noch nicht eindeutig bestätigt worden. (Dass die Inanspruchnahme eines Schnullers jedoch – bei längerem Gebrauch – zu einer veränderten Zahnstellung beitragen könnte, ist de facto erwiesen.) Weitere Ursachen für die Gelbfärbung bei kindlichen Zähnen können gegebenenfalls die Einnahme von Medikamenten sein oder unter Umständen auch gewisse Arten eines Stoffwechseldefektes.

Gelbe Zähne bei Kindern ist auch nicht so dramtatisch und wenn Sie nicht ganz sicher sind, gehen Sie einfach zum Kinderzahnarzt. Wie dem auch sei: es ist in jedem Falle Aufgabe der Eltern, ihre Kinder bei der Zahnpflege zu unterstützen und sie diesbezüglich auch zur Hygiene zu erziehen. Andererseits ist es unabdingbar – gerade bei unklaren Ursachen für die gelblichen Zahnverfärbungen -den Zahnarzt aufzusuchen und somit das Problem „bei den Wurzeln zu packen“.

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