Aus Angst vor Nebenwirkungen verzichten viele Patienten mit der Hautkrankheit Neurodermitis auf eine Behandlung mit kortisonhaltigen Salben oder Cremes. Für solche Vorbehalte gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Grund. Durch einen Verzicht handeln sich die Patienten dagegen unnötig lange und schwere Krankheitsintervalle ein.

„Mittelstark ausgeprägte Ekzeme, wie sie häufig im Bereich der Kniekehle und des Ellenbogens auftreten, heilen durch kortisonhaltige Mittel in der Regel schon nach wenigen Tagen ab“, erklärt Professor Dr. Thomas Werfel von der Medizinischen Hochschule Hannover in der „Apotheken Umschau“. Nebenwirkungen wie Dünnwerden der Haut, Dehnungsstreifen oder akneartige Erscheinungen treten erst nach längerer Anwendung auf – je nach Präparat frühestens nach sechs Wochen. An den Handflächen und Fußsohlen, sowie auf der behaarten Kopfhaut sind sie kaum zu befürchten. Problemzonen, so Werfel, sind dagegen das Gesicht und die Körperstellen, wo Haut auf Haut reibt, wie z. B. die Achselhöhlen. Dort können früh als Alternativen die sogenannten Calcineurinhemmer eingesetzt werden.

Die Patienten sollen während der Anwendung jedoch die Sonne meiden, denn die Substanzen erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Die möglichen Nebenwirkungen des Kortisons aber fehlen ihnen ganz.

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