Ob Adipositas-Patienten die Kosten für eine Magen-OP von der Krankenkasse erstattet bekommen, kann offenbar auch stark vom Wohnort abhängen. In einer Stichproben-Abfrage des MDR-Magazins „Hauptsache gesund“ bei Adipositas-Zentren in Mitteldeutschland gab es je nach Bundesland große Unterschiede.

„Die Erstanträge auf eine Kostenübernahme werden seitens der Krankenkassen bei uns immer abgelehnt“, sagte Sabrina Seidel. Sie ist Koordinatorin des Adipositas-Zentrums am Universitätsklinikum Magdeburg. Auch auf den Widerspruch bekämen lediglich sechzig Prozent der Patientinnen und Patienten eine Kostenzusage für eine OP.

An der Uniklinik Leipzig ist die Erfahrung gegensätzlich. Hier würden die Kassen die Kosten in der Regel sofort übernehmen, sagte Professor Matthias Blüher „Hauptsache gesund“. Er ist Leiter der Adipositas-Ambulanz für Erwachsene. Der Therapieerfolg nach einer Operation sei wissenschaftlich gut belegt, daher gewährten die Kassen in Sachsen die Kostenübernahme schon länger. „Sie legen allerdings Wert darauf, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind und bei den Patienten keine anderen Erkrankungen zugrunde liegen“, so Blüher.

In Thüringen ist das Wald-Klinikum Gera auf Adipositas spezialisiert. Auch hier werden die meisten Fälle von den Krankenkassen gezahlt. „Die Genehmigung für den Erstantrag liegt bei circa 90 Prozent“, sagt Professorin Christine Stroh. Sie ist Chefärztin für Adipositas und Metabolische Chirurgie am Wald-Klinikum in Gera. Nur bei Patienten, die aus Bayern oder Sachsen-Anhalt kämen, würde es Probleme bei der Kostenübernahme geben.

Seit Februar 2018 gibt es neue Leitlinien in der Adipositas-Behandlung. Patientinnen und Patienten können damit als Ultima Ratio zum Beispiel leichter eine Magen-Verkleinerung bekommen, wenn alle anderen Therapien ausgereizt oder erschöpft sind. Experten bewerten diese Operationen als sehr erfolgreich für Adipositas-Patienten.

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