Anlässlich des virtuellen Tags der Organspende setzen alle Veranstaltungspartner in diesem Jahr gemeinsam ein Zeichen für die Wichtigkeit der Entscheidung. Zwei Online-Aktionen motivieren bundesweit zum Mitmachen und rufen dazu auf, eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen. Persönliche Geschichten machen erlebbar, wie viele Lebensjahre Menschen mit einem neuen Organ geschenkt werden und was eine Entscheidung zur Organspende bewirken kann.

Organspende-Challenge mit dem Hashtag „#EntscheideDich“

Die Social-Media-Kampagne #EntscheideDich verdeutlicht, dass wir tagtäglich Entscheidungen treffen – kleine und große, bewusste und unbewusste, manchmal nach sorgfältiger Überlegung und manchmal auch ganz spontan. Einige davon bestimmen unser weiteres Leben – oder auch das von anderen Menschen. Doch gerade eine so wichtige Entscheidung wie die zur Organspende schieben wir häufig beiseite. Weil sie uns derzeit nicht direkt betrifft, weil sie unbequem ist, oder weil wir uns nicht entscheiden können oder wollen. Dabei ist es so wichtig, selbstbestimmt zu entscheiden: für uns, für unsere Angehörigen und für die Menschen, die so dringend auf eine Transplantation warten. Bei der bundesweit erstmaligen Challenge dieser Art werden unter dem Hashtag „#EntscheideDich“ kurze Videos geteilt, die zum Nachdenken und Mitmachen animieren. Die Filme zeigen beispielhafte Entscheidungen aus dem Alltag und münden in ein Selbstportrait, das die Person mit ihrem Organspendeausweis zeigt und mit der Aufforderung endet: „Entscheiden kann ich. Du auch?“

Bekannte Influencer unterstützen die Kampagne aus eigener Motivation heraus, zwei von ihnen sind Rebecca und Caro:

@let.me_breathe (Rebecca): „Leben und Überleben können wir nur gemeinsam. Es ist wichtig, sich zu entscheiden, und deshalb zählt jeder Beitrag, um auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen.”

@carodaur (Caro): „Ein Organspender kann bis zu 7 Menschenleben retten. Und auch wenn man sich ungern mit Themen wie Krankheit und Tod befasst, ist eine Antwort auf die Frage, ob man Organe spenden möchte, wichtig. Ich persönlich möchte Spender sein – auch weil ich meine Liebsten nicht mit der Entscheidung im Ernstfall belasten möchte. Entscheide dich auch!“

Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Organempfängerinnen und Organempfänger jeden Alters bringen zum Tag der Organspende ihre Dankbarkeit mit der Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ zum Ausdruck. Sie zeigen ihre Fotos mit der Angabe ihrer durch eine Organspende geschenkten Jahre. Die für viele Menschen sehr bewegende Aktion steht auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Sie befindet sich seit 2020 online auf der Aktionsseite www.tagderorganspende.de. Bereits jetzt sind mehr als 2.500 Lebensjahre zusammengekommen, die eindrücklich zeigen, wie sinnvoll eine Organspende sein kann und wieviel Positives sie bewirkt.

„Wir sagen „Danke“ an die Organspender und deren Angehörige für die geschenkte Lebenszeit. Für manche sind das schon 10, 20 oder gar 30 Lebensjahre“, erklärt stellvertretend für alle Organempfänger Jutta Riemer, Vorsitzende von Lebertransplantierte Deutschland e.V.

Mehr zu diesen und weiteren Aktionen unter www.tagderorganspende.de.

Zahlen, Daten und Fakten hinter den Aktionen

· Im März 2022 tritt das Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft in Kraft. Es sieht vor, dass die Menschen an unterschiedlichsten Stellen wie Behörden, Ämtern, Hausärzten und Fahrschulen über Organspende informiert und zu einer Entscheidung motiviert werden.

· Die Entscheidung zur Organspende kann in einem Organspendeausweis, in einer Patientenverfügung oder idealerweise in beiden Dokumenten vermerkt werden. Ab März 2022 steht dazu auch ein Online-Register zur Verfügung.

· In nur etwa 38 Prozent aller Fälle, in denen im vergangenen Jahr die Möglichkeit zu einer Organspende bestand, war der Wille des Verstorbenen schriftlich (17,6 Prozent) oder mündlich (20,0 Prozent) dokumentiert.

· Oft sind die es die Angehörigen, die um eine Entscheidung zur Organspende gebeten werden. Die Situation ist für viele sehr belastend.

· Trotz der Coronavirus-Pandemie sind im Jahr 2020 Organspenden und Transplantationen kontinuierlich möglich gewesen. Insgesamt konnten 3.016 postmortal gespendete Organe auf schwerkranke Patienten übertragen werden.

· Viele Organempfänger feiern zweimal im Jahr Geburtstag: ihren eigentlichen und den Tag ihrer Transplantation.

· Rund 9.000 Patienten stehen allein in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan.

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