Wenn vor 100 Jahren ein Mensch an Diabetes Typ 1 erkrankte, war das sein Todesurteil – eine Behandlung gab es bis dato nicht. Dann, im Juli 1921, entdeckten die Forscher Frederick Banting und Charles Best das Insulin. Der Siegeszug eines Lebensretters begann. Seither hat sich in Forschung und Medizin einiges getan – und Betroffene hoffen auf neue Insulinentwicklungen, die die Diabetestherapie weiter verbessern. Wie Insuline in Zukunft wirken könnten, zeigt das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

In fünf Jahren könnten smarte Insuline marktreif sein

Neue Insuline sollen künftig die Diabetestherapie verbessern und das Leben der Patienten weiter erleichtern. So wird derzeit in einer großen Studie ein Langzeitinsulin getestet, das wöchentlich gespritzt wird. Große Hoffungen werden auch in Insuline gesetzt, die gewissermaßen mitdenken – sogenannte Smart-Insuline. „Diese ’schlauen‘ Insuline werden wie andere Insuline unter die Haut gespritzt – sie wirken aber nur, wenn der Blutzucker steigt“, erklärt Prof. Dr. Thomas Forst, Diabetologe und medizinischer Direktor an einem privaten Forschungsinstitut in Mannheim. In fünf Jahren könnten laut Forst die ersten Insuline dieser Art auf den Markt kommen.

Orales Smart-Insulin in der Entwicklung

Auch an einer Insulintablette wird geforscht. So hat eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern das Insulin zwischen zwei Schichten von Nanopartikeln gepackt. Dieses orale Smart-Insulin kann dadurch unbeschadet durch den Verdauungstrakt gelangen und wird nur freigesetzt, wenn der Blutzucker steigt, so Diabetologe Forst. Weil es zu teuer gewesen wäre, ist diese Form des Insulins zum Schlucken nicht auf den Markt gekommen. Forscher arbeiten aber weiter daran. Denn ein weiterer Vorteil eines oralen, smarten Insulins wäre, dass es wie körpereigenes Insulin aus dem Blut zuerst zur Leber gelangen würde. „Durch die natürlichere Insulinwirkung erhofft man sich stabilere Blutzuckerwerte und eine geringere Gewichtszunahme“, sagt Thomas Forst.

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