Brokkoli statt Burger und Wasser statt Wein – so ist es vernünftig? Nicht immer: Tatsächlich kann ab und an auch Unvernunft die vernünftigere Wahl sein, natürlich in Maßen und mit dem nötigen Bewusstsein. „Zu unserer Gefühlswelt gehören viele verschiedene Arten von Emotionen. Und manchmal sind die vielleicht wichtiger als die ganz vernünftigen Gebote“, sagt Professor Johannes Kruse, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Marburg/Gießen, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Vernunft als Basis für Selbstfürsorge

Die Kunst besteht für den Mediziner darin, immer wieder neu zu erkennen, was man gerade braucht, und einen Ausgleich zwischen Wünschen, Gefühlen und vernünftigen Anforderungen zu finden. Und wenn es das zweite Stück Kuchen oder der bewegungsarme TV-Serienabend ist, dann muss das auch mal sein dürfen – ganz ohne schlechtes Gewissen. Wenn dieses Verhalten aber zuviel wird und in Frust-Faulheit mündet, mangelt es an Selbstfürsorge. In dem Fall kann Vernunft zu einem gesunden Egoismus verhelfen. Dazu zählt etwa ein abendlicher Lauf um den Block, um den Tagesstress hinter sich zu lassen, eine Entspannungs-Massage oder eine Schwimmrunde. „Und daran denken: Ich muss nicht alles zu 100 Prozent schaffen. Manchmal reichen auch 80 Prozent“, beruhigt Kruse.

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