Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) spricht sich als erste Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation für eine allgemeine Impfpflicht im Kampf gegen das Corona-Virus aus. „Alle bisher ergriffenen Maßnahmen haben offensichtlich zu keiner nachhaltigen Bewältigung der pandemischen Lage geführt und unsere Gesellschaft droht in dem ständigen Auf und Ab von Infektionswellen und Gegenmaßnahmen zu zerbrechen“, sagt der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein.

„Wir halten zwar die Aufklärung und Freiwilligkeit noch immer für die erste und beste Option und haben in den zurückliegenden zwei Jahren das uns Mögliche hierfür getan; aber die Impfquote reicht nach wie vor nicht aus“, sagt Fleckenstein. Eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für ausgewählte Berufsgruppen ist in der gegenwärtigen Lage nicht ausreichend. Der ASB ist davon überzeugt, dass es einer solidarischen Kraftanstrengung der ganzen Gesellschaft und damit aller in ihr lebenden Menschen bedarf.

Gelebte Verantwortung in Solidarität gehört zum Selbstverständnis des ASB. Der Arbeiter-Samariter-Bund existiert seit über 130 Jahren, weil sich in ihm Menschen zusammengefunden haben und zusammenfinden, die sich dem Leben, der Mitmenschlichkeit und der Hilfe verpflichtet fühlen. Wir nennen es heute soziale Verantwortung und meinen damit die tätige Hilfe für unsere Mitmenschen. Dass wir diese Menschen wissentlich keinem Risiko für Leib und Leben aussetzen, das von uns selbst ausgeht, gehört zu den nicht zu hinterfragenden Voraussetzungen für unser Tätigwerden.

Wir erleben gerade, dass die Zahl der Corona-Fälle steigt wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das bereitet vielen von uns Sorge – ganz besonders denen, die nicht geimpft werden können und allen, die besonders vulnerabel sind: ältere Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung und chronisch Kranke. Um den Schutz gerade für die Schutzbedürftigsten zu erhöhen, muss es uns gelingen, die Zahl der Geimpften weiter zu steigern. Denn eine Impfung bietet den derzeit besten Schutz vor einem schweren Verlauf der Corona-Infektion und verringert die Ansteckungsgefahr.

Knut Fleckenstein betont deshalb, „dass die soziale Verantwortung, die der ASB als seine Mission betrachtet, in der gegenwärtigen Situation eine Impfpflicht für alle in diesem Land lebenden Menschen als letztes Mittel erforderlich macht, soweit im Einzelfall keine medizinischen Gründe dagegensprechen“.

Der ASB mobilisiert in diesen Tagen erneut alle Kräfte. Unsere Samariterinnen und Samariter sind auch nach zwei Jahren im Kampf gegen Corona weiter im Einsatz, um Menschenleben zu schützen – ob mit Impf- und Teststationen oder mobilen Impfteams. Für diese enorme Einsatzbereitschaft möchte ich allen Beteiligten ausdrücklich danken“, sagt Fleckenstein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.