Die Corona-Pandemie hat sowohl bei Kindern und Jugendlichen wie auch bei Eltern zu deutlichen Belastungen geführt, das haben zahlreiche Studien gezeigt. „Diese Belastungen zehren an unseren Energiereserven – und können dadurch auch schleichend zu deutlichen Schwierigkeiten führen“, warnt der Münchner Psychologe Dr. Bernhard Kühnl, Vorsitzender des Fachverbands Erziehungsberatung Bayern im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ und erklärt, was Familien gegen negative Veränderungen tun können.

Wahrnehmen, dass sich etwas verändert hat

Wenn es häufig Streitigkeiten in der Familie gibt, wenn einzelne Mitglieder plötzlich Schwierigkeiten haben, die sie vorher nicht hatten, wenn das Familienleben, das einmal harmonisch war, nun nicht mehr harmonisch ist – das sind alles Zeichen einer negativen Veränderung, so Kühnl. „Oft sitzt man ja in einem Hamsterrad, aus dem man nur schwer rauskommt“, erklärt der Psychologe. „Der erste Schritt wäre es, wirklich wahrzunehmen, dass sich etwas verändert hat.“

Die ruhige Zeit zu Weihnachten und zum Jahreswechsel sollten Familien nutzen, um bewusst zu reflektieren und die Situation heute mit der vor ein oder zwei Jahren vergleichen. Was hat sich positiv, was negativ verändert? „Kommt man zum Ergebnis, dass sich mehr zum Negativen geändert hat, sollten Sie miteinander darüber reden – je nach Alter mit den Kindern oder nur unter den Eltern“, sagt Kühnl. Die Frage: Was können wir tun, damit es wieder so wird, wie es einmal war und wo wir uns wohler gefühlt haben?

Eine Liste mit Dingen, die der Familie Spaß machen

Bernhard Kühnl empfiehlt, dass Eltern eine Liste machen mit allen Dingen, die ihnen alleine, ihnen als Paar, den Kindern oder der ganzen Familie Spaß machen: „Überlegen Sie zusammen, wie es möglich ist, mehr davon zu machen. Vielleicht darf jede und jeder in der Familie sich etwas aussuchen und auch die anderen, wenn es sie betrifft, machen mit.“ Um die Wahrscheinlichkeit zu steigern, dass es klappt, sollte man, so Kühnl, die Liste sichtbar aufhängen.

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