Wie können wir gerecht mit extrem teuren Medikamenten umgehen? Wer bestimmt die Preise, wer bezahlt sie und wer hat Zugang zu solchen Therapien? Auf seiner Jahrestagung am 22. Juni 2022 diskutiert der Deutsche Ethikrat von 10 bis 18 Uhr im Hotel Estrel in Berlin und per Livestream mit Sachverständigen und Publikum über ethische Herausforderungen, die angesichts begrenzter Ressourcen bei der Nutzung hochpreisiger neuer Arzneimittel entstehen. Gesucht werden dabei auch nachvollziehbare Kriterien für die tragfähige und gerechte Bewertung, Preisbildung und Verteilung dieser Medikamente.

Für einige zuvor kaum therapierbare seltene Erkrankungen gibt es inzwischen hochwirksame, aber teils sehr teure Medikamente. Preise von zwei Millionen Euro pro einmalig notwendige Dosis oder 275.000 Euro für ein Behandlungsjahr bringen eine Reihe ethischer Probleme mit sich, insbesondere weil weitere hochpreisige Arzneimittel für die kommenden Jahre erwartet werden. Dabei gilt es, die Ansprüche von Versicherten auf bestmögliche Behandlung, aber auch die Ansprüche von forschenden Arzneimittelherstellern auf Refinanzierung ihrer Investitionen gegen das Erfordernis abzuwägen, Gesundheitskosten und insbesondere Krankenkassenbeiträge nicht beliebig ansteigen zu lassen.

Angesichts der Notwendigkeit, trotz begrenzter Ressourcen zu tragfähigen und verantwortbaren Verfahrensweisen zu kommen, möchte der Deutsche Ethikrat im Rahmen seiner Jahrestagung 2022 eine ethische Debatte über den solidarischen und gerechten Umgang mit neuen teuren Medikamenten anregen.

Wie entstehen die hohen Preise, und wie können diese in einem solidarischen Gesundheitssystem gerechtfertigt werden? Wie lässt sich die Verfügbarkeit und die gerechte Verteilung kostenintensiver Arzneimittel verbessern? Wie kann eine gerechte Verteilung angesichts globaler Unterschiede im Zugang zu Ressourcen sowie unterschiedlicher Gesundheitssysteme auch international gelingen?

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