Vital, potent und faltenfrei bis ins hohe Alter: Die Einnahme von Hormonen klingt nach einem tollen Versprechen, wenn mit den Jahren die körpereigene Produktion von Östrogenen und Testosteron versiegt. Doch hat sich die faszinierende Idee, sich mit weiblichen respektive männlichen Hormonen länger jung zu halten, nicht bewährt – aus einem einfachen Grund: Die gesundheitlichen Risiken der Hormone erweisen sich größer als ihr Nutzen. Verschiedene Untersuchungen belegen die Gefahr für Schlaganfälle, Herzinfarkte oder dafür, an Brustkrebs zu erkranken. „Die Risiken überwiegen umso mehr, wenn man über das 65. Lebensjahr hinaus Hormone nimmt“, sagt die Kölner Gynäkologin Dr. Maria Beckermann, die an der Leitlinie zur Hormontherapie mitgearbeitet hat, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

Hormone bei starken Wechseljahresbeschwerden

In einigen Fällen ist eine Hormontherapie jedoch sinnvoll. Bewährt haben sich Hormone zum Beispiel bei Frauen, die unter starken Wechseljahresbeschwerden leiden. Statt der früheren Östrogen-Tablette zum Schlucken, die das Risiko für eine Thrombose oder einen Schlaganfall erhöht, gelangt das Östrogen heute über die Haut in den Körper – als Gel, Spray, Creme oder in einem Pflaster. Grundsätzlich sollte diese Hormonersatztherapie so kurz und so niedrig dosiert wie möglich eingesetzt werden.

Hormone in Form von Zäpchen oder Gels können auch helfen, wenn Frauen wegen einer trockenen Scheide Schmerzen beim Sex empfinden. Als Alternative eignen sich auch Gleitmittel mit Silikon oder Hyaluronsäure.

Gesunder Lebensstil bei Testosteronmangel

Zur Vorsicht raten Ärzte und Wissenschaftler auch bei einer Therapie mit Testosteron. Bei einem großen Mangel an dem männlichen Hormon schwinden die Tatkraft und die Freude am Leben. Zudem leiden Muskulatur und Muskelkraft sowie die Sexualität. Ob der Testosteron-Wert zu niedrig ist, können Urologen bei einer Blutuntersuchung feststellen. Dieser Test ist meist keine Kassenleistung und kostet etwa 40 Euro. Ist der Wert zu niedrig, können ein Testosteron-Gel oder eine lang wirksame Spritze die Beschwerden lindern. Bei weniger gravierendem Mangel des Hormons hilft es oft auch, sich mehr zu bewegen, ausgewogen zu essen und entspannter mit Stress umzugehen.

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