Magen und Darm reagieren mit den Jahren zunehmend sensibel. Wie es zu den Problemen kommt und wie man trotzdem genussvoll leben kann: Entzündungen, Blähungen, Verstopfung, Unverträglichkeiten, Probleme durch Medikamente: Mit den Jahren können Magen und Darm zunehmend empfindlicher werden. Häufig aber wird das Thema unter den Tisch gekehrt. „Man sollte die Veränderungen bei sich kritisch begleiten und nicht ignorieren“, sagt Professor Jürgen Bauer, Geriater und Direktor des Netzwerks Altersforschung der Uni Heidelberg, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Je früher man darüber spreche, desto leichter lasse sich Problemen entgegenwirken, so der Mediziner.

Bewegung pusht einen trägen Darm

Auch wenn es viele Überwindung kostet, über Verstopfung oder Blähungen zu sprechen: Man sollte sich seinem Arzt oder seiner Ärztin anvertrauen. Manchmal schaffen schon einfache Maßnahmen Abhilfe. So pusht jeder Schritt mehr einen trägen Darm. Auch viel Ballaststoffe zusammen mit genügend Flüssigkeit helfen, die Verdauung anzukurbeln. „Der Darm braucht eine gewisse Füllmenge, damit seine Motorik, die Fortbewegung der Nahrung, in Gang kommt“, erläutert Geriater Bauer. Die Ballaststoffe sollten aus natürlichen Quellen wie Gemüse kommen. Auch Cerealien bieten sich an, wenn man diese mag und verträgt.

Wegen Unwohlseins im Bauch suchen viele erst mal Rat in der Apotheke. Magen-Darm-Mittel zählen zu den meistverkauften Arzneimitteln in der Selbstmedikation. Im Beratungsgespräch klärt die Apothekerin oder der Apotheker wichtige Fakten. Bei leichten, nicht schon länger bestehenden Beschwerden mit klarer Ursache kommen in manchen Fällen auch pflanzliche Präparate in Frage.

Tipp der Apothekerin: ein Trinktagebuch führen

Bei Verstopfung empfiehlt Apothekerin Tanja Wulf aus Hagen oft Mittel mit Macrogol oder Lactulose. Zum Frühstück etwa ins Joghurt gerührt, halten diese Stoffe Wasser im Darm zurück und machen so den Stuhl weicher. „Die Mittel kann man durchweg nehmen, es tritt keine Gewöhnung auf“, so Wulf. Auch nach dem Trinkverhalten fragt Apothekerin Wulf. Im Alter lässt das Durstgefühl nach – Trinken wird vergessen, was Probleme mit der Verdauung verschärfen kann. Tanja Wulfs Tipp: „Führen Sie ein Trinktagebuch! So sehen Sie schwarz auf weiß, wie viel Sie wirklich trinken.“

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