Einmal Diabetes, immer Diabetes – das galt jahrzehntelang, doch diese Zeiten sind vorbei. Studien zeigen: Typ-2-Diabetes lässt sich in vielen Fällen rückgängig machen. Ärztinnen und Ärzte sprechen von Remission, wenn die Zuckerwerte wieder denen von gesunden Menschen entsprechen und Betroffene keine Medikamente gegen Diabetes mehr benötigen. Von Heilung sprechen sie nicht, weil die Krankheit zurückkommt, wenn das Gewicht wieder steigt. Aber der Typ-2-Diabetes lässt sich allein durch Alltagsmaßnahmen zurückbilden. Dabei kommt es auf vier Bausteine an, schreibt die aktuelle Ausgabe des Apothekenmagazins „Diabetes Ratgeber“:

  1. Bauchfett abbauen: Vier Zentimeter Bauchumfang weniger bei Frauen, sieben bei Männern. Wer das schafft, ist auf einem guten Weg. Denn mit dem Taillenumfang schmilzt auch das Bauchfett in der Leber, und Insulin kann besser wirken.
  2. Übergewicht loswerden: Mindestens fünf, besser 15 Prozent des Körpergewichts verlieren und das neue Gewicht langfristig halten.
  3. DiGAs nutzen: Adipositas-Apps, die es auf Rezept gibt, unterstützen bei konkreten Ernährungsfragen und helfen, dranzubleiben.
  4. Ausreichend bewegen: Ausdauer und Kraft trainieren – beides ist wichtig. Wer „nur“ Gewicht abnimmt, riskiert den Verlust von Muskelmasse.

Um den Diabetes Typ 2 möglichst lange loszuwerden, brauche es ein individuelles Konzept, sagt die Expertin Dr. Kerstin Kempf, Leiterin des Studienzentrums des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) in Düsseldorf: „Die gleiche Menge an Kohlenhydraten lässt den Blutzucker bei unterschiedlichen Menschen verschieden stark steigen. Wie es beim Einzelnen ist, findet man am besten heraus, indem die Werte mithilfe einer Dauermessung eine Zeit lang überwacht werden. Dann lassen sich maßgeschneiderte Tipps geben, sodass es mit dem Abnehmen und den besseren Zuckerwerten klappt.“

Die Mitarbeitenden des Studienzentrums haben ein Schulungsprogramm entwickelt, das Betroffene befähigt, nach Ende des Programms auch unter schwierigeren Bedingungen zurechtzukommen. Dabei zentral: Patientinnen und Patienten müssen dauerhaft anders, vor allem kohlenhydratärmer, essen als zuvor. Sie müssen sich wöchentlich wiegen und brauchen zudem regelmäßige ärztliche Kontrollen. Schließlich benötigen sie einen Plan, wie sie bei einem Rückschlag reagieren sollen, etwa wenn die Zuckerwerte wieder steigen. Ganz klar: „Die Hauptarbeit liegt bei den Patientinnen und Patienten“, sagt Forscherin Kempf.

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