In deutschen Gärten dürfen jetzt Cannabispflanzen neben Tomaten & Co. wachsen. Das Cannabisgesetz erlaubt jedem Erwachsenen, bis zu drei weibliche Pflanzen anzubauen – auch auf der Fensterbank, der Terrasse oder dem Balkon. Bereits vor der Legalisierung haben 29 Prozent der Deutschen zumindest manchmal Cannabis konsumiert. Bei den unter 30-Jährigen waren es sogar 54 Prozent. Experten*innen warnen wegen der höheren Verfügbarkeit vor gesundheitlichen Risiken insbesondere bei Heranwachsenden. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Cannabis-Legalisierung 2024“ der Pronova BKK, für die im Mai 1.000 Deutsche ab 18 Jahren befragt wurden.

Nach dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes in Deutschland kann sich nahezu jede*r fünfte Befragte vorstellen, zu Hause Cannabis für den Eigengebrauch anzubauen. Mehr als jede*r Zehnte denkt darüber nach, Mitglied in einem Cannabis-Social-Club zu werden, Vereinen für den nicht-gewerblichen Anbau. Vor allem für die Generation Z ist diese Möglichkeit überdurchschnittlich interessant: 25 Prozent von ihnen denken auch über die Mitgliedschaft in einem Anbauverein nach. „Laut Gesetz darf jede*r Erwachsene bis zu 50 Gramm Cannabis zu Hause aufbewahren“, sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt der Krankenkasse Pronova BKK. „Der Eigenanbau erhöht die Verfügbarkeit deutlich.“

Jede*r Zweite potenzielle Selbstversorger*in möchte mit eigenen Pflanzen die volle Kontrolle über das konsumierte Cannabis haben. Für drei von zehn, die sich den Anbau vorstellen können, stellt ein großer Vorrat, auf den sie jederzeit zugreifen können, einen Mehrwert dar. Vor allem für Männer (35 Prozent) ist die Vorratshaltung deutlich attraktiver als für Frauen (18 Prozent). 42 Prozent der Selbstversorgerinnen finden Cannabis dagegen auch als Zimmerpflanze dekorativ, während das nur für 33 Prozent der Männer eine Rolle spielt.

Konsum in jungen Jahren kann die Gesundheit schädigen

Von denjenigen, die vor der Legalisierung kein Cannabis konsumiert haben, können sich laut Umfrage immerhin 16 Prozent vorstellen, die Substanz künftig auszuprobieren oder regelmäßig zu konsumieren. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. Dr. Herold warnt: „Eine höhere Verfügbarkeit kann auch eine konsumsteigernde Wirkung haben. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum in der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren am höchsten ist und in Deutschland weiter zunimmt.“ Immer wieder warnen Wissenschaftler*innen daher vor dem gesundheitlichen Risiko für Jugendliche und junge Erwachsene beim Cannabiskonsum. Der Grund: Bis zum 25. Lebensjahr ist die Gehirnreifung noch nicht abgeschlossen. Der Konsum kann zu irreversiblen Schäden führen und Depressionen sowie Konzentrations- und Reaktionsstörungen auslösen.

„Hier müssen dringend Vorkehrungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen getroffen werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Aufzucht der Pflanzen und die Aufbewahrung der Ernte in abschließbaren Schränken oder Räumen allein reichen nicht aus“, sagt Dr. Herold. „Vielmehr ist eine flächendeckende Verankerung der Cannabisprävention notwendig. In Schulen und Berufsschulen sollten verpflichtende Aufklärungsangebote für junge Menschen und ihre Eltern dazu beitragen, den Konsum bei Heranwachsenden einzudämmen.“

Mehr Informationen zur Umfrage „Cannabis-Legalisierung 2024“ finden Sie hier:

www.pronovabkk.de/cannabis2024

Über die Umfrage:

Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Kurz-Befragung „Cannabis-Legalisierung 2024“ der Pronova BKK, für die im Mai 2024 insgesamt 1.000 Deutsche ab 18 Jahre online befragt wurden.

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