Die heute vom Bundesgesundheitsministerium vorgestellten GKV-Finanzergebnisse zeigen: Zwar steigen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen deutlich, doch der Anteil der Arzneimittelausgaben an den GKV-Gesamtausgaben ist kleiner als im Vorjahr. Besonders dynamisch entwickeln sich vielmehr andere Bereiche wie Krankenhausbehandlungen, Heilmittel, Reha und personalintensive Pflegeleistungen.

Dass der relative Anteil der Arzneimittelausgaben seit Jahren schon stabil bleibt, ist bemerkenswert: Die Bevölkerung altert, der medizinische Fortschritt bringt immer mehr – oft personalisierte – Therapien hervor, und die pharmazeutische Industrie steht zugleich unter enormem Druck und in scharfer globaler Konkurrenz.

Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, erklärt dazu: „Seit Jahren erzählen die Krankenkassen die Geschichte von der angeblichen Kostenexplosion bei Medikamenten und werden einmal mehr widerlegt. Der Arzneimittelbereich geht anteilig leicht zurück, während andere Sektoren anteilig zunehmen. Die GKV hat kein Pharma-Problem. Die entscheidenden Stellschrauben liegen in Strukturen und nicht im selektiven Abschöpfen eines einzelnen Industriezweigs. Wer die industrielle Basis des Gesundheitswesens schwächt, entlastet vielleicht kurzfristig die GKV-Bilanzen, zahlt dafür aber langfristig mit weniger Innovation, und geringerer Resilienz des Standorts.“

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