Die Welt schläft, die Lichter gehen aus. Körper und Gedanken finden zur Ruhe – vermeintlich. Denn für viele beginnt genau dann der anstrengendste Teil des Tages: Sie liegen wach. Stunde um Stunde. Der Blick zur Uhr wird zum Ritual. Und während der Schlaf einfach nicht kommen will, wächst die Sorge vor der Müdigkeit am nächsten Tag – vor Terminen, Verantwortung, Erwartungen. Anlässlich des World Sleep Day am 13. März rückt das internationale Motto „Sleep Well, Live Better“ eine einfache, aber grundlegende Wahrheit in den Fokus: Erholsamer Schlaf ist kein Luxus. Im Gegenteil: Er ist Voraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Bis zu 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in industrialisierten Ländern wie Deutschland leiden unter einer Chronischen Schlafstörung.[1] Frauen sind in vielen europäischen Ländern etwas häufiger betroffen als Männer.[2] Die Medizin spricht von einer Chronischen Schlafstörung, wenn Betroffene über mindestens drei Monate hinweg an mehreren Tagen pro Woche Schwierigkeiten mit dem Ein- und/oder Durchschlafen haben und dadurch am Tag spürbar beeinträchtigt sind.[3]

Wenn Schlafmangel zum Berufsrisiko wird

Wie tiefgreifend die Auswirkungen dieser Erkrankung auch auf den beruflichen Alltag sein können, zeigt eine aktuelle Umfrage, bei der mehr als 1.400 Frauen zwischen 40 und 60 Jahren aus neun Ländern befragt wurden.[4]

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Die Ergebnisse sind eindrücklich:[4]

  • 75 Prozent der Befragten berichten, dass ihre Schlafstörung ihre Leistungsfähigkeit oder Konzentration bei der Arbeit beeinträchtigt.
  • 25 Prozent der Befragten mussten als Folge der Schlafstörung ihre Arbeitszeit reduzieren.
  • 19 Prozent der Befragten haben ihren Arbeitsplatz aufgrund der Auswirkungen ihrer Schlafprobleme aufgegeben oder verloren.

Damit wird deutlich: Eine Chronische Schlafstörung endet nicht mit dem Morgengrauen. Sie ist eine „24-Stunden-Erkrankung“. Was nachts beginnt, wirft seine Schatten auf den Folgetag – im Büro, im Homeoffice, in wichtigen Terminen und Momenten, in denen höchste Konzentration und Belastbarkeit gefragt sind. Vor allem bei Frauen ab etwa Mitte 40 nehmen Schlafprobleme oft zu – besonders in den Jahren rund um die Wechseljahre.[5],[6] Wenn sich daraus eine Chronische Schlafstörung entwickelt, wird sie dennoch häufig unterschätzt oder nicht als eigenständige Erkrankung wahrgenommen.

Ständige Erschöpfung – und das Schweigen darüber

Bemerkenswert ist nicht nur die Belastung selbst, sondern auch der Umgang mit diesem oft unterschätzten oder stigmatisierten Thema. Mehr als jede zweite Befragte fühlt sich unwohl oder schämt sich, mit ihrem Arbeitgeber über ihre Schlafprobleme zu sprechen. Gleichzeitig sorgt sich über die Hälfte aller Befragten um mögliche negative Auswirkungen auf ihre berufliche Zukunft. Viele Frauen versuchen, für sich und ihr Umfeld weiter zu funktionieren, alle Fäden in der Hand zu behalten. 63 Prozent gaben an, grundsätzlich zuversichtlich zu sein, die Auswirkungen ihrer Schlafstörung im Arbeitsalltag bewältigen zu können.[4] Doch diese permanente Kompensation kostet Kraft – und bleibt leider oft unsichtbar.

Die gute Nachricht: Eine Schlafstörung ist behandelbar

Der World Sleep Day soll als Augenöffner dienen: Eine Chronische Schlafstörung ist weit verbreitet, medizinisch definiert und behandelbar. Als Therapiestandard gilt hierbei die Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I). Allerdings erfordert diese viel Eigeninitiative und ist aufgrund begrenzter Therapieplätze nicht für alle zugänglich.[7],[8] Wenn Verhaltenstherapie und Lebensstiländerungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, können verschreibungspflichtige Medikamente helfen. Mittlerweile gibt es auch zielgerichtete Therapieansätze mit einem modernen Wirkmechanismus, die speziell für die Langzeitbehandlung zugelassen sind.[9]

Entscheidend ist jedoch vor allem eines: anhaltende Schlafprobleme nicht zu bagatellisieren. Wer über Wochen und Monate hinweg schlecht ein- oder durchschläft und sich tagsüber dauerhaft erschöpft, unkonzentriert oder beeinträchtigt fühlt, sollte ärztlichen Rat suchen – unabhängig von Alter oder Geschlecht. „Sleep Well, Live Better“ ist daher mehr als ein Motto: Es ist ein Appell, Schlaf als das zu begreifen, was er ist: eine tragende Säule unserer Gesundheit. Weitere Informationen sowie eine Arzt-Suche finden Betroffene und Interessierte unter: schlafstoerungen-neu-denken.de

Referenzen

[1] Ohayon MM, Sleep Medicine Reviews, 2002; 97-111.

[2] Chalet FX, et al. J Med Econ. 2024; 27: 1308-1319.

[3] BfArM. ICD-11 Version 2023-01. Online verfügbar unter: https://ots.de/DeXWh2 (Kapitel 07 Schlaf-Wach-Störungen; 7A00 Chronische Insomnie) (zuletzt aufgerufen: 11.02.2026)

[4] Insomnia Disorder in Midlife Women Survey, data on file, Idorsia Ltd. 02/2026

[5] Maki, P.M., et al. Menopause. 2024;31(8):724-33.

[6] Baker, F.C., et al. Nat Sci Sleep. 2018;10:73-95.

[7] Anderson KN, J Thorac Dis. 2018; 10(Suppl 1): S94-S102.

[8] Thomas A et al, Behav Sleep Med. 2016;14(6):687-698.

[9] Spiegelhalder K et al., S-3 Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“ – Update 2025, AWMF-Reg.-Nr. 063-003, Version 2.0

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