Im Haushalt lauern die größten Bazillenschleudern – Experten warnen vor Milbenkot und Fäkalkeimen in Wohnungen

Staubsauger, Waschmaschine, Kühlschrank und Geschirrhandtücher – was jeder Mensch für den Inbegriff von Hygiene hält, ist häufig eine Brutstätte hinterhältiger Krankheitserreger. Das Männer-Lifestylemagazin „Men’s Health“ (Ausgabe 9/2008, EVT 20.08.2008) zitiert eine Studie englischer Forscher von der University of Bath, wonach sich etwa in dem Auffangbeutel eines Staubsaugers Millionen von Darmbakterien und Salmonellen tummeln und dort bis zu zwei Monate überleben können. Bei einer schlechten Abluft-Filterung kann außerdem allergieauslösender Milbenkot durch die Wohnung gewirbelt werden. Der Fußboden sieht dann zwar sauber aus, aber wirklich rein ist er nicht. Abhilfe schafft nur ein modernes Filter-System – und vor allem volle Deckung beim Leeren des Staubbehälters.

Auch die Waschmaschine ist nach Untersuchungen von Experten ein behagliches Nest für zahlreiche Bazillen. Und sie lieben gerade die vermeintlich umwelt- und energieschonenden Waschtemperaturen von 30 oder 40 Grad. „Unter diesen Bedingungen können sich Erreger wie Staphylococcus aureus bestens vermehren,“ sagt der Hygiene-Experte Professor Martin Exner von der Universität Bonn in „Men’s Health“. Diese Keime könnten unter anderem Hautinfektionen, Lungenentzündung und Blutvergiftung auslösen. Exner rät darum dringend, insbesondere Handtücher und Unterwäsche bei mindestens 60 Grad zu waschen, um die Krankheitserreger unschädlich zu machen. Und bei niedrigeren Temperaturen sollte man unbedingt einen Hygienespüler verwenden und die Wäsche anschließend möglichst schnell trocknen, idealerweise in der Sonne, denn UV-Strahlung tötet Bakterien.

Die lauern jedoch überall im Haushalt – und vor allem in der Küche. So leben beispielsweise in einem Kühlschrank bis zu 11,4 Millionen Keime pro Quadratzentimeter. Darum sollte man Lebensmittel – vor allem Gemüse – stets verschlossen halten und verdorbene Nahrung sofort wegwerfen. Wichtig sind außerdem eine Temperatur von fünf Grad und eine wöchentliche Reinigung des Geräts, auch wenn der Kühlschrank über eine antibakterielle Beschichtung verfügt. Überhaupt ist die Küche offenbar ein Hochsicherheitstrakt – und das nicht nur, weil man sich mit dem Brotmesser schneiden kann. „85 Prozent aller Geschirrhandtücher sind unhygienisch. Ein Fünftel ist mit Escherichia-coli-Bakterien belastet,“ warnt Professor Exner. Diese Keime sind zwar in der Regel harmlos, können bei manchen Menschen aber Darmerkrankungen und Harnwegsinfektionen verursachen. „Wechseln Sie die Geschirrhandtücher wöchentlich und waschen Sie diese bei 60 Grad,“ rät Exner. „Sonst bilden sich Bakterien, die Sie aufs Geschirr übertragen.“

Insbesondere in Männerhaushalten ist im Übrigen generell Vorsicht vor Bakterien geboten – egal was man anfasst. Denn nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung verzichtet jeder 10. Mann nach dem Toilettengang aufs Händewaschen – und verteilt so Millionen Fäkal-Keime in der Wohnung. Da hilft dann auch ein moderner Filterbeutel im Staubsauger nicht mehr.

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