In Folge des neuen Gesundheitsfonds wird es in diesem und dem nächsten Jahr zu einer Sterbewelle unter den Krankenkassen kommen, befürchtet die bundes¬weit tätige Privatärztliche Verrechnungsstelle BW (PVS). Während die AOK als größter Krankenkassenverbund von dem neuen Fonds profitiere, würden dadurch vor allem kleinere Kassen in wirtschaftliche Bedrängnis geraten, prognostiziert PVS-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Weinert. Der Grund: Die Krankenkassen erhalten durch den Gesundheitsfonds für sog. Volkskrankheiten, wie sie bei den AOK-Versicherten besonders häufig auftreten, mehr Geld. Hatten die 15 im AOK-Bundesverband zusammengeschlossenen Ortskrankenkassen im letzten Jahr einen Verlust von weit mehr als 50 Mio. Euro angehäuft, erhalten sie durch den Fonds auf einen Schlag Mehreinnahmen von 2,4 Mrd. Euro.

„Die Verantwortlichen sind gefordert, den neuen Geldsegen nicht in der Verwaltung versickern zu lassen, keine neuen Glaspaläste zu bauen und nicht für den Aufkauf anderer Krankenkassen zu verwenden. Vielmehr gilt es, die Mittel in erster Linie der medizinischen Ver¬sorgung in Deutschland zukommen zu lassen und dabei vor allem niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser zu unterstützen“, erklärt PVS-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Weinert. Eine „akute Gefahr“ sieht er darin, dass die AOK als „Sieger des Gesundheitsfonds“ ihre neu erstarkte Macht nutzen wird, um wirtschaftlichen Druck auf Arztpraxen und Kliniken auszuüben. „20 Prozent aller Arztpraxen gehören heute schon den Banken, 40 Prozent sind in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet, 20 Millionen Patienten laufen Gefahr, dass der Arzt ihres Vertrauens Pleite geht. Es wäre eine Katastrophe, wenn die AOK ihre neue Machtstellung durch den Gesundheitsfonds ausnutzen würde, um diese Situation weiter zu verschärfen“, appelliert Dr. Peter Weinert an Dr. Herbert Reichelt, den neuen Chef des AOK-Bundesverbandes. Sein Vorgänger Dr. Hans Jürgen Ahrens hatte bereits verkündet, er könne sich durchaus vorstellen, dass „auch andere Kassen Mitglied der AOK-Gemeinschaft“ werden.

„Die Sterbewelle unter den Krankenkassen wird nicht aufzuhalten sein. Die einzige Frage ist, ob sie zu Gunsten oder zu Lasten der medizinischen Leistungsträger und damit der Patienten stattfindet. Diese Entscheidung hat der Gesetzgeber durch den Gesundheitsfonds gewollt oder ungewollt weitgehend in die Hände der AOK gelegt. Es bleibt nur zu hoffen, dass die AOK-Führung hierbei Augenmaß walten lässt“, blickt PVS-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Weinert sorgenvoll in die Zukunft.

Die im Verband bundesweit tätige Privatärztliche Verrechnungsstelle BW (www.pvs-bw.de) versteht sich als Beratungs- und Serviceorganisation für die Ärzteschaft in Deutschland. Sie hilft sowohl niedergelassenen Ärzten als auch den in Kliniken beschäftigten Ärzten sowie Krankenhausträgern dabei, ihre Wirtschaftlichkeit zu stärken. Hierzu unterstützt die PVS Ärzte vor allem in betriebswirtschaftlichen Fragen, vom Rechnungswesen über das Praxismarketing bis zum Schulungsangebot der PVS Akademie. Die Wirtschaftlichkeit von Arztpraxen und Krankenhäusern stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilität der ärztlichen Versorgung in Deutschland dar. Die PVS steht unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. med. Jörg-Michael Kimmig. Hauptgeschäftsführer ist Dr. Peter Weinert.

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