Schadstofffreie Bekleidung: Immer der Nase nach

Der seltsame Geruch der Gummistiefel ist der Kundin schon im Laden aufgefallen. „Das liegt bestimmt daran, dass sie neu sind“, denkt sie sich und kauft sie. Doch auch zu Hause verfliegt der Geruch nicht. Für Andreas Metzger, Experte von TÜV Rheinland, ist das nicht überraschend: „Was so unangenehm riecht, sind die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, die im Gummi enthalten sind.“ PAK sind Krebs erregend und dringen durch die Haut. „Nach einer Stunde Hautkontakt muss der Körper mit der Schadstoffbelastung von 1000 Zigaretten fertig werden“, erklärt der Experte. Deswegen sollten Schuhkäufer vor allem bei Gummistiefeln auf das TOXPROOF-Siegel von TÜV Rheinland achten. Dieses garantiert, dass die gemessenen Schadstoffwerte mindestens 50 Prozent unter der gesetzlichen Norm liegen.

Auch bei anderen Textilien empfiehlt es sich, schon beim Einkauf den Riechtest zu machen. „Erweckt bereits der Geruch Misstrauen, ist das Produkt aller Wahrscheinlichkeit nach belastet“, betont Andreas Metzger. Das ist besonders oft bei Leder der Fall. Beim Gerben entstehen nämlich häufig Chromsalze, die die Haut reizen und Allergien auslösen können. Vorsicht ist auch geboten bei Lederkleidung aus Fernost. Um diese zu behandeln oder imprägnieren, nutzt man dort vielfach noch PCP (Pentachlorphenol) – ein Schadstoff, der in Deutschland gesetzlich verboten ist. Hiesige Hersteller greifen daher oft auf Ersatzstoffe wie TeCP (Tetrachlorphenol) zurück, die nicht weniger bedenklich sind. TeCP kann genauso schwere Allergien auslösen wie PCP. „TeCP gehört zu den kennzeichnungspflichtigen Stoffen“, erklärt der Experte.

Auch Strumpfhosen sind nicht ganz unbelastet. Zum Färben des Polyester- oder Polyamidmaterials werden Dispersionsfarbstoffe verwendet, die ebenfalls allergische Reaktionen auslösen können. Umwelt- und gesundheitsfreundliche Alternativen bieten Öko-Textilien, die nicht nur von Umweltorganisationen, sondern inzwischen auch von konventionellen Versandhäusern angeboten werden. „Da Öko-Textilien weitgehend unbelastet sind, sind sie gut für die Nase – und die Haut“, bestätigt Andreas Metzger.

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