Traditionelle Heilmethoden sind ein Kulturerbe, das allen Menschen gehört

Wenn Babys Bauchweh haben, hilft Kamillentee – dieses Wissen gehört zu unserer Alltagskultur wie die Vorliebe für dunkles Brot oder die Begeisterung für Fußball. Neben der Pflanzenheilkunde gibt es noch viele weitere Verfahren, die den Menschen seit Generationen geholfen haben, zum Beispiel die Homöopathie, das Fasten oder die Kneipptherapie.

„Wir Heilpraktiker gehören in Deutschland zu den Bewahrern der traditionellen Heilmethoden. Damit dieses wertvolle kulturelle Erbe erhalten und auch weiterhin allen Menschen zugänglich bleibt, schließen wir – die UDH LV BaWü- uns dem Vorschlag der Association of Natural Medicine in Europe e.V. (ANME) an, die komplementären und alternativen Heilmethoden als „Immaterielles Kulturerbe“ im Sinne der UNESCO Konventionen von 2003 und 2005 anerkennen zu lassen.“ erklärt Thomas Patzelt, erster Vorsitzender der Union deutscher Heilpraktiker Landesverband BW. ANME unterstützt damit ein Forschungsprojekt von UNESCO Austria in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Gesundheitsministerium.

Neue irische Studie bringt unerwartete Ergebnisse

Wie groß das Potenzial von CAM für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auch heute noch ist, hat gerade eine neue Studie belegt, die vom nordirischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde (CAM Pilot Project in Northern Ireland, 2008*). Dabei hat man in zwei staatlichen Gesundheitszentren rund 700 Patienten komplementäre und alternative Heilmethoden angeboten. Das Ergebnis war unerwartet positiv: So gaben 81% der Patienten an, dass sich ihr Gesundheitszustand durch die Behandlung mit CAM verbessert hat. Die Studie spricht die Empfehlung aus, CAM den Patienten in größerem Umfang als bisher zugänglich zu machen. Dabei wird unter anderem auch auf das beträchtliche Einsparpotenzial für das Gesundheitswesen hingewiesen.

Süddeutsche Tage der Naturheilkunde sichern Wissenstransfer und Qualität

Zum Stellenwert der Naturheilkunde in Deutschland erklärt Dr. Monika Stolz, Ministerin für Arbeit und Soziales in Baden-Württemberg**: „Die Naturheilkunde hat ihren festen Platz im Gesundheitswesen. Die gesamte Gesundheitsbranche gilt als Wachstumsmarkt. Naturheilkundliche Verfahren gewinnen dabei sehr am Bedeutung im Bewusstsein der Bevölkerung. Die Heilpraktikerverbände leisten einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Weiterentwicklung naturheilkundlicher Verfahren“.

So muss die Sicherheit, die Wirksamkeit und die Qualität der traditionellen Medizin und ihrer Arzneimittel sichergestellt werden, damit möglichst viele Menschen CAM nutzen können. Dazu tragen Veranstaltungen wie die „27. Süddeutschen Tage der Naturheilkunde“ bei, die die Union Deutscher Heilpraktiker LV BW vom 7.-8. März in der Schwabenlandhalle in Fellbach bei Stuttgart veranstaltet. Der Kongress bietet Heilpraktikern aus ganz Deutschland eine Plattform für die Weiterbildung und den Erfahrungsaustausch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.