Nach dem Essen nicht gleich die Zähne putzen

Wer zum Arzt geht, erhofft sich Hilfe, die nötige Medizin und damit alsbaldige Besserung. Doch es gibt auch ärztliche Ratschläge, die durch neue Forschungsergebnisse widerlegt werden. Das Magazin Reader’s Digest berichtet in seiner Dezember-Ausgabe über Empfehlungen, die nicht mehr zeitgemäß sind. Ein Beispiel von vielen: Bisher ging man davon aus, dass trüber und gelbgrünlich gefärbter Schleim beim Husten oder Schnäuzen ein klarer Beleg für eine bakterielle Entzündung ist, Mancher Arzt verschrieb daher umgehend ein Antibiotikum. Doch tatsächlich ist der Schleim ein Nebenprodukt des Heilungsprozesses, bei dem Enzyme freigesetzt werden, die Eisen enthalten und eine grünliche Farbe aufweisen. „Ihr Körper bekämpft vermutlich ein Virus, gegen das Antibiotika ohnehin wirkungslos sind“, sagt US-Forscher Aaron Carroll von der Universität von Indiana (USA) und warnt: „Eine unnötige Gabe von Antibiotika kann dazu führen, dass sich Resistenzen bilden.“

Das Magazin Reader’s Digest befasst sich in seiner neuen Ausgabe noch mit weiteren medizinischen Ratschlägen, die als überholt gelten. So sollte man Zähne nicht sofort nach dem Essen putzen, weil sonst die Gefahr besteht, dass Säuren in den Zahnschmelz gerieben werden. „Das ist, als ob man Scheuermittel in eine beschichtete Pfanne schrubbt“, sagt Steven Ghareeb von der US-Akademie für Zahnmedizin. Besser ist es deshalb, den Mund nach dem Essen mit Wasser auszuspülen und die Zähne erst eine halbe Stunde später zu putzen. Auch die Regel, Schnittwunden mit Alkohol zu desinfizieren, um eine Infektion zu verhindern, gilt als nicht mehr zeitgemäß. Nach neuen Untersuchungen kann Wasserstoffperoxid oder Alkohol dazu führen, dass der Heilungsprozess verzögert wird und damit auch gute Zellen zerstört werden, die für die Wundheilung wichtig sind. Deshalb raten Experten, Schnittwunden lieber unter fließendem Wasser mit einer milden Seife drei bis fünf Minuten auszuspülen, ehe man eine antibiotische Salbe dünn aufträgt.

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