Ärger über das Etikett – Unklare Abkürzungen und Zutaten, kleine Schrift

Knapp 80 Prozent der Verbraucher ärgern sich beim Einkauf über Angaben auf Lebensmittelverpackungen. Sie bemängeln das Etikett, weil etwa Informationen fehlen, unübersichtlich aufgedruckt oder missverständlich formuliert sind. Das ist ein Resultat einer repräsentativen Umfrage des Warenprüfkonzerns SGS. Zwölf Prozent der Befragten regen sich sogar häufig auf. Das betrifft vor allem Konsumenten, die beim Einkauf besonders auf die Zutatenliste, Vitamin- und Nährwertangaben achten. Knapp jeder Zweite hat Schwierigkeiten, die Verpackungsangaben zu verstehen. So fällt es vielen schwer zu beurteilen, ob das Produkt „gesund“ ist und ob es für Kinder beziehungsweise Allergiker geeignet ist.

Die größten Kritikpunkte sind unklare Abkürzungen bei Zusatzstoffen (66 %), eine zu kleine Schrift (60 %) und die schlechte Auffindbarkeit des Haltbarkeitsdatums (58 %). Oft stören sich die Konsumenten auch an Bildern, die ihrer Ansicht nach nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben (53 %). Ein Beispiel sind Milchkartons, die Kühe auf Bergwiesen zeigen. Mehr als 40 Prozent der deutschen Verbraucher fühlen sich von solchen stark idealisierten Motiven getäuscht und in die Irre geführt. Für weitere 53 Prozent ist die Herkunft des Produkts auf der Verpackung nicht klar ersichtlich, 43 Prozent beschweren sich über unklare Prüf- und Gütesiegel.

Viele Deutsche schauen beim Einkauf regelmäßig auf das Etikett, um sich über Zutaten, Hersteller und Nährwerte zu informieren. Interessanterweise ist der Informationsbedarf nicht bei allen Warengruppen gleich groß. Während die Angaben bei Fleisch- und Wurstwaren sowie Eiern genau gelesen werden, landen Bier und Limonaden meist ohne kritischen Blick im Einkaufswagen. Auch bei Nudeln, Reis, Süßigkeiten und Knabbereien findet das Etikett kaum Beachtung.

Heike Kreutz, www.aid.de

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