Grafologie: Das Schriftbild verrät nichts über den Charakter, kann aber auf Erkrankungen hinweisen

Schon in der Grundschule lernen wir zu schreiben. Im Laufe der Jahre entwickeln wir eine unverwechselbare Handschrift – manche schreiben mit Schnörkeln, andere schwungvoll oder besonders krakelig. Doch was sagt die Handschrift über unsere Persönlichkeit aus? Meine Kollegin Petra Bröcker hat sich erkundigt: Sprecherin: Die Meinungen über das Thema gehen weit auseinander. Es gibt so genannte Grafologen. Sie behaupten, dass man an der Handschrift eines Menschen dessen Charakter erkennen kann.

Die meisten Wissenschaftler halten die Grafologie allerdings für unseriös, hat mir Peter Kanzler gesagt, der Chefredakteur der „Apotheken Umschau“:

„Das Schriftbild verrät wenig über die Persönlichkeit. Grafologie ist eine Pseudowissenschaft, ähnlich der Astrologie, die wissenschaftlich nicht belegt ist. Manche behaupten sogar, Grafologie sei Kaffeesatzleserei.“

Sprecherin: Trotzdem glauben einige Menschen, dass die Handschrift aussagekräftig ist, auch in der Wirtschaft:

„In der Tat verlangen manche Unternehmen von ihren Bewerbern eine Schriftprobe. Früher war das deutlich häufiger der Fall. Manchmal müssen sogar Lebensläufe handschriftlich eingereicht werden. Vor allem in Frankreich und in der Schweiz ist das auch heute noch relativ häufig üblich.“

Sprecherin: Auch wenn die Grafologie als Pseudowissenschaft gilt – für Mediziner kann die Handschrift von ihren Patienten sehr aufschlussreich sein:

„Das Schriftbild kann eindeutige Hinweise auf Krankheiten geben, beispielsweise auf Parkinson, Alzheimer oder multiple Sklerose. Vor allem Neurologen können häufig vom Schriftbild auf Krankheiten schließen, typisch ist zum Beispiel Parkinson. Die Schrift wird im Laufe des Satzes und der Jahre kleiner und enger und unleserlicher. Und auch zittrige Schrift kann auf Parkinson hinweisen.“

Wenn man etwas zittrig schreibt, muss man deswegen aber nicht krank sein, schreibt die „Apotheken Umschau“. Denn dafür kann es viele Gründe geben. Wer sich wegen seiner Schrift ernsthafte Sorgen macht, geht am besten zum Arzt. Dieser kann einschätzen, ob die Schreibstörungen näher untersucht werden sollten.

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