Einige neue Arzneimittel sind so teuer, dass sie die Kassen zu überfordern drohen

Eine Tablette für 700 Euro, ein Behandlungszyklus für 65000 Euro – das kostet die Therapie der Leberentzündung Hepatitis C mit dem neuen Wirkstoff Sofosbuvir. Erhielten alle Hepatitis-C-Patienten in Deutschland diese Therapie, würden die Kosten das Gesamtbudget der Arzneimittelausgaben verschlingen. Kein Zweifel besteht daran, dass Sofosbuvir medizinisch ein großer Fortschritt ist – Sprengkraft besitzt er jedoch für die Krankenversicherung.

Dr. Andreas Gerber-Grote vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sieht weitere so teure Präparate vor der Einführung und verlangt im Interview mit der „Apotheken Umschau“: „Die Entwicklungen und Entscheidungen, die sich daraus ergeben, müssen von der Gesellschaft mitgetragen werden, nicht nur von wenigen Akteuren.“ Es gibt aber auch Zweifel, ob die Kosten überhaupt gerechtfertigt sind: „Uns beschleicht das Gefühl, Pharmahersteller testen im Moment aus, wo das Ende der Zahlungsbereitschaft von Solidargemeinschaften liegt“, sagt Uwe Deh vom geschäftsführenden Vorstand des AOK-Bundesverbandes.

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