„Pille danach“ als Vehikel zur Stimmungsmache gegen den Arzneimittelversand

Der Bundesrat hat sich heute im Gesundheitsausschuss zu der Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung beraten. Konkret geht es um die Aufhebung der Rezeptpflicht für die sogenannte „Pille danach“. Neben dem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums haben einige Länder den Antrag eingebracht, die „Pille danach“ nicht für den Versand freizugeben. Begründung: keine sofortige Verfügbarkeit und mangelnde Beratung

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken verwahrt sich gegen den unterschwelligen Vorwurf, eine versendende Apotheke berate nicht genügend. Das Gegenteil ist der Fall: Versandapotheken schneiden seit Jahren nicht schlechter ab, als die reine Vor-Ort-Apotheke. Das Argument der nicht sofortigen Verfügbarkeit im konkreten Fall des Notfallkontrazeptivums bei einem Bezug über den Versand läuft genauso ins Leere. Eine sehr zeitnahe Einnahme, wie es die medizinische Indikation vorsieht, ist bei Nicht-Bevorratung zu Hause in keinem Fall möglich.

„Es wird einmal mehr oder weniger geschickt suggeriert, dass die Apotheke vor Ort das alleinige Mittel der Wahl darstellt. Fakt ist, dass das Medikament vor Ort aber auch nicht unbedingt sofort erhältlich ist, weil es i.d.R. über den Großhandel bestellt werden muss. Hier wird einseitig zum Nachteil eines Vertriebsweges Stimmung gemacht, was aber den Patienten nicht dienlich ist,“ sagt Christian Buse, Vorsitzender des BVDVA. „Auf das Argument der angeblich mangelnden Beratung kann man gar nicht mehr ernsthaft eingehen, da spricht die Faktenlage für sich. Aber: Was spricht denn dagegen, dass sich Frauen nach eingehender Beratung mit einem Notfallkontrazeptivum über den Versandhandel bevorraten? Sollen sie im Notfall darauf hoffen, dass die Apotheke die Pille danach vorrätig hat?“ Fragt Buse rhetorisch. Letztlich sieht der BVDVA in dieser Diskussion einen weiteren Versuch, den seit Jahren etablierten Arzneimittelversand an den Pranger zu stellen. Das zeige schon die Begrifflichkeit „Internetapotheke“.

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