Vor dem Schulstart: Eltern sollten fehlende Impfungen nachholen

In wenigen Tagen starten wieder viele Kinder erstmals ins Abenteuer Schule. Bevor der vielbeschworene Ernst des Lebens beginnt, sollten Eltern in den Impfpass des Schützlings schauen. Fehlt beim Kind die zweite Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), sollte diese unbedingt vor dem Schulstart nachgeholt werden. Gleiches gilt für die Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.

impfung

Zu viele Eltern versäumen die zweite MMR-Impfung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lag die Impfquote 2013 bei 92,4 Prozent.(1) „Mit einer Impfquote von mehr als 95 Prozent könnte die Ausbreitung der Masern in Deutschland verhindert werden“, sagt Dr. med. Klaus Schlüter, Medizinischer Leiter und Geschäftsführer bei SPMSD. Das Robert Koch-Institut zählte bis Mitte Juli 2015 bereits 2.384 gemeldete Masernerkrankungen.(2)

Wenn die Kindergartenzeit vorüber ist, sind die meisten Kinder bereits gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Meningokokken C und Windpocken geimpft. Fehlende Impfungen fallen in der Regel während der Schuleingangsuntersuchungen beim Kinderarzt auf. Vor der Einschulung sollte auch der Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten aufgefrischt werden. Eine weitere Auffrischung dieser drei Impfungen sollte laut Ständiger Impfkommission (STIKO) auch im Alter zwischen 9 und 17 Jahren erfolgen. Dazu kommt dann auch die Auffrischimpfung gegen Polio.(3)

Trotz guter Impfraten bei Schulanfängern gibt es hierzulande immer noch Kinder, die nicht ausreichend geschützt sind. Das ergibt die Auswertung der Untersuchungen zum Schulantritt. Die Daten werden alljährlich von den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte erfasst. Das Robert Koch-Institut wertet diese dann aus – 2013 waren es die Daten von 636.533 Erstklässlern. Die erste MMR-Impfung erhielten demnach 2013 bundesweit 96,7 Prozent. Gegen Polio waren 95,1 Prozent der Schulanfänger geschützt. 96,1 Prozent waren gegen Tetanus geimpft. Die Werte zum Schutz gegen Pertussis lagen bei 95,4 Prozent.(1)

Referenzen: 
(1)Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 2015; 16: 133 
-134. 
(2)Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 2015; 32: 319. 
(3)Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 2014; 34: 307.

Leave a Reply