Techniker Krankenkasse schlägt Alarm wegen steigender Zahl von Adipositas-Kranken

Die Techniker Krankenkasse hat im vergangenen Jahr fast 700.000 Arztbesuche und knapp 130.000 Klinikaufenthalte mit der Diagnose Adipositas, also starkes Übergewicht, gezählt. Dies geht aus Krankenkassen-Daten hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe) vorliegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es nach TK-Angaben 580.000 Arztbesuche und knapp 92.000 Klinikaufenthalte.

„Die Krankenkassen dokumentieren immer mehr ernährungsbedingte Krankheiten. Doch mit dem Dokumentieren und immer neuen Aufklärungskampagnen ist es nicht getan“, sagte TK-Chef Jens Baas der Redaktion. Er kritisierte den umfangreichen Einsatz von Medikamenten. So habe im vergangenen Jahr durchschnittlich jeder Erwerbstätige für drei Monate Herz-Kreislauf-Präparate erhalten.

Seit 2000 sei das Volumen dieser Medikamente damit um 80 Prozent angestiegen. Baas kritisierte, dass im Gesundheitswesen nahezu alle von der hohen Medikation finanziell profitierten, es aber kaum Anreize gebe, sich um die Gesundheit der Menschen zu kümmern. Deshalb sei der Gesetzgeber in der Pflicht, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, die schwerwiegenden Fehlanreize zum Beispiel beim Finanzausgleich der Kassen zu korrigieren.

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