Wenn Bandscheiben altern
Schlagwörter:bandscheibe, bandscheiben, bandscheibenvorfall, behandlung Gesundheit 22 Juni, 2009
Abnutzung der Bandscheiben – ein Problem, das viele Menschen betrifft. Im Laufe des Lebens wirken viele Belastungen auf die sensiblen Puffer zwischen den Wirbelkörpern ein und setzen schleichend Verschleißprozesse in Gang. „Zudem sorgen Bewegungsmangel, Übergewicht oder das zunehmende Alter dafür, dass sich Wassergehalt, Elastizität und Volumen reduzieren und Abnutzungen entstehen“, berichtet Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Begründer der Internationalen Wirbelsäulenklinik Berlin. In der Folge entstehen schmerzhafte Folgeerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche moderne Therapiemöglichkeiten, die gezielt an der Schmerzursache ansetzen.
Schonende Behandlung von Bandscheibenvorfällen und -vorwölbungen
Bei anhaltend falscher oder zu starker Belastung dehnt sich die Bandscheibe aus und weicht in Richtung Rückenmarkskanal aus. Dabei entsteht eine sogenannte Bandscheibenvorwölbung. Beim Bandscheibenvorfall reißt der äußere Faserring sogar und Gewebe tritt aus. Bei beiden Erkrankungen entsteht oftmals großer Druck, der auf die Rückenmarksnerven wirkt und Bewegungseinschränkungen, Taubheitsgefühle sowie starke, ausstrahlende Schmerzen verursacht. „Zeigen konservative Therapien keine Wirkung, steht uns eine Reihe minimalinvasiver Methoden zur Verfügung, die ohne große Schnitte und belastende Vollnarkose auskommen“, erklärt Dr. Sabarini. Bei der Perkutanen Laserdiskusdekompression etwa führt der Experte eine dünne Laser-Glasfaser durch die Haut an die betroffene Stelle und verdampft den Vorfall einfach. Narben entstehen dabei nicht und auch die umliegenden Muskeln bleiben intakt. Anschließend bleiben die Patienten nur circa drei Tage im Krankenhaus und kehren im Normalfall nach einer ein- bis zweiwöchigen Schonzeit beschwerdearm in ihr normales Leben zurück.
Neue Bandscheibe aus dem Labor
Abgenutzte Bandscheiben, die deutlich an Höhe verloren haben und das schmerzhafte Aufeinanderreiben der Wirbelkörper kaum noch verhindern, lassen sich mithilfe der Bandscheibenzüchtung wieder aufbauen. Hierzu entnehmen Experten unter örtlicher Betäubung einige gesunde Zellen des Patienten, die sie in einem Speziallabor vermehren. Anschließend wieder in die Bandscheibe gespritzt, gleicht das neu gewonnene Material den Volumenverlust aus und die Zellen nehmen ihre ursprüngliche Pufferfunktion wieder auf. „Auf diese Weise beheben wir die eigentliche Ursache der Erkrankung“, erklärt Dr. Sabarini, der das Verfahren weltweit als Erster auch an der Halswirbelsäule durchführte. Da Experten nur körpereigene Zellen verwenden, treten allergische Abstoßungsreaktionen nicht auf. Deshalb eignet sich dieses Verfahren nahezu für jeden Patienten, dessen Bandscheibengewebe einer deutlichen Abnutzung unterliegt.
Weitere Informationen unter www.spine-clinic.de
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