Unter den zehn Krankheiten, gegen die laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am dringlichsten vorzugehen ist, wird die Osteoporose am meisten unterschätzt. Viel zu wenig sind in der Bevölkerung folgende Fakten bekannt: Nach einem osteoporosebedingten Schenkelhalsbruch werden 30 Prozent der Patienten hilfsbedürftig, 20 Prozent pflegebedürftig und etwa 15 bis 20 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb eines Jahres. Ein besonders hohes Risiko für Knochenschwund haben Frauen während und nach den Wechseljahren durch den Rückgang der Östrogenproduktion.

„Die postmenopausale Osteoporose ist die häufigste überhaupt, da es am ?knochenfreundlichen“ Östrogen mangelt“, so der Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Dennoch ist die Osteoporose kein unabänderliches Schicksal. Der BVF weist darauf hin, dass durch frühzeitige und konsequente Einhaltung der drei Säulen zur Knochengesundheit dem Krankheitsbild wirksam Paroli geboten werden kann:

Ernährung: Eine Ernährung mit Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Käse oder zwei bis drei Gläsern Milch am Tag sowie der Genuss von mineralhaltigem Wasser bieten eine gute Basis für die Versorgung des Organismus mit Kalzium. Mit 1.600 mg Kalzium pro Tag sind Frauen nach der Menopause auf der sicheren Seite. Da Kalzium als Knochenbaustein ohne Vitamin D nicht seine volle Wirkung entfalten kann, ist der tägliche Aufenthalt im Freien notwendig, um Provitamin D3 unter Einwirkung von UV-Licht in der Haut zu bilden. Dieses Vitamin wird später in Leber und Niere zu Vitamin D umgebaut. Wer sich nicht regelmäßig draußen bewegt, sollte eine Nahrungsergänzung von Kalzium im Verbund mit 400 IE Vitamin D einnehmen.

Bewegung: Ganz wichtig, um Knochenabbau entgegenzusteuern, ist regelmäßige körperliche Aktivität. Empfehlenswert sind täglich 20 bis 30 Minuten Laufen, Walken, Radfahren oder zügiges Spazierengehen.
Medikamentöse Optionen: Die einfachste Primärprävention gegen Osteoporose ist laut Auskunft des BVF eine frühzeitige Hormonersatztherapie (HRT). Im Arzt-Patientinnen-Gespräch kann das Für und Wider abgeklärt werden. Laut den neuen Leitlinien zur HRT reduziert eine Hormontherapie in den Wechseljahren signifikant das Risiko für das Auftreten von Frakturen.

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