Im vergangenen Jahr bekamen mehr als 157000 Menschen in Deutschland ein künstliches Hüftgelenk eingepflanzt. 23000 ließen einen früher eingesetzten Gelenkersatz austauschen. Viele dieser Zweitoperationen erfolgen, nachdem das Kunstgelenk („Endoprothese“) ein Jahrzehnt und länger dem Patienten Schmerzen erspart und die Beweglichkeit wiedergegeben hat. Noch gelingt es nicht, den Ersatz so zuverlässig zu konstruieren, dass er immer lebenslang hält.

Ein Teil der Austauschoperationen aber bereitet den Ärzten Kopfzerbrechen: Bei rund 3,5 Prozent von 17000 Versicherten der Techniker Krankenkasse musste der Gelenkersatz innerhalb der ersten beiden Jahre ausgetauscht werden, berichtet die „Apotheken Umschau“. Ob dies mit Qualitätsmängeln zu tun hat, möchten orthopädische Fachgesellschaften und andere Organisationen nun mit einem Endoprothesenregister klären, an das jeder Gelenkersatz gemeldet werden müsste.

Es könnte aufzeigen, welche hierzulande eingesetzten Modelle gut funktionieren und welche Probleme bereiten, welche Operateure gute Ergebnisse erzielen und wie häufig die Implantate einer Klinik wieder ausgebaut werden müssen. Die Häufigkeit des Eingriffs hat einen heiß umkämpften Markt entstehen lassen. Dutzende von Herstellern weltweit bieten Hunderte Prothesenmodelle an, Kliniken konkurrieren um Patienten. Das Register soll helfen, in diesem Umfeld die Qualität zu wahren und auszubauen.

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