Diabetes ist eine schleichende Gefahr

Neueste Studien lassen aufhorchen und geben Anlass zur Hoffnung: Diabetes kann wirksam behandelt werden. Gleichwohl bleibt die Krankheit ein Risiko für die Betroffenen. In Europa gibt es heute bereits knapp 50 Millionen Diabetiker, weltweit wird die Zahl auf etwa 246 Millionen Menschen geschätzt. Tendenz steigend. „Die Krankheit ist eine schleichende Gefahr und eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in den westlichen Industrienationen.“, sagt Priv.‐Doz. Dr. med. Wolfgang Holtmeier, Chefarzt der Gastroenterologie, Diabetologie und Innere Medizin am Krankenhaus Porz am Rhein, im Vorfeld des 9. Porzer Diabetes und Gesundheitstags.

Besonders tückisch: Die Erkrankung beginnt ohne Symptome und bleibt lange unbemerkt. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer Reihe von Folgekrankheiten mit denen Diabetiker häufig ein Leben lang zu kämpfen haben. Darauf will nun der 9. Porzer Diabetiker‐ und Gesundheitstag hinweisen, der am 9. April 2011 von 10 bis 14 Uhr im Bezirksrathaus Porz stattfindet. Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist nämlich bei Diabetikern das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um das 2‐3fache, eine Augenerkrankung mit Erblinden um das 10‐25fache, ein Nierenversagen um das 15‐20fache und eine Beinamputation um das 25‐fache erhöht. Auch Krebserkrankungen, wie der Dickdarmkrebs kommen deutlich häufiger vor. Durch entsprechende Vorsorgeuntersuchungen können diese Risiken jedoch deutlich verringert werden.
„Der 9. Porzer Diabetikertag soll dieses Jahr ein breites Publikum ansprechen und wurde aus diesem Grund in den Porzer Diabetiker‐ und Gesundheitstag umbenannt“, erklärt Dr. Holtmeier, der den Aktionstag veranstaltet. Mit seinen Chefarzt‐Kollegen vom Krankenhaus Porz am Rhein, die ihn mit Vorträgen unterstützen, hat er ein Programm zusammengestellt, das von Herzinfarkt über Durchblutungsstörungen bis hin zu Darmkrebs und Gewichtsproblemen ein breites Spektrum abdeckt. „All dies können Folgekrankheiten bei Diabetes sein. Sie betreffen aber natürlich auch Nicht‐Diabetiker und sind deshalb auch für sie interessant“, so Dr. Holtmeier.

Die Behandlung von Diabetes ist ein komplexer Prozess und verlangt Teamarbeit von Ärzten unterschiedlichster Fachrichtungen, Diabetesberaterinnen sowie Pflegepersonal und Betreuern. „Bei der Langzeitbetreuung von Betroffenen spielt die Motivation der Patienten zur Eigenbehandlung eine große Rolle“, sagt Dr. Holtmeier. Verhalten sich Diabetiker diszipliniert und stellen ihr Leben konsequent um, können sie unter Umständen sogar ihren Diabetes so weit beeinflussen, dass er kaum noch messbar ist. Das zeigte eine Studie. Laut einer anderen Studie aus den USA kommt dabei dem fachlich ausgebildeten nichtärztlichen medizinischen Personal die entscheidende Mittlerfunktion zwischen Arzt und Patient zu. „Daher wäre es für Patienten, Ärzte und auch für die Kostenträger von größtem Interesse, diese Ressourcen auch in Deutschland besser zu nutzen“, so Dr. Holtmeier.

Am Krankenhaus Porz am Rhein kümmert sich ein Diabetes‐Team um die Patienten und unterstützt sie im Umgang mit ihrer Krankheit. Das Team wird sich am 9. Porzer Diabetes‐ und Gesundheitstag ebenso vorstellen wie das Gesundheitszentrum am KH Porz, die Diabetiker Selbsthilfegruppen in der Region, der Deutscher Diabetiker Bund NRW, Porzer Apotheken sowie die pharmazeutische Industrie.

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