Zoonosentrendbericht 2009: Immer weniger Salmonellenerkrankungen in Deutschland

In Deutschland erkranken immer weniger Menschen an Salmonellen. Nach dem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) über die Erreger von Zoonosen in Deutschland im Jahr 2009 gab es in Deutschland einen Rückgang der Salmonelloseerkrankungen beim Menschen um 27 Prozent.

Gemeldet wurden 31.397 Fälle. Dieser Rückgang der Salmonellosefälle entspricht dem allgemeinen EU-Trend. So erkrankten laut EU-Zoonosentrendbericht im Jahr 2009 in der Europäischen Union insgesamt 108.614 Menschen an Salmonellen. Ein Grund für den Rückgang der Erkrankungen könnte die verbesserte Salmonellenkontrolle bei der Geflügelhaltung sein. Salmonellen treten vor allem in frischem Geflügel- und Schweinefleisch auf.

Erkrankungen des Menschen durch den Erreger Campylobacter waren in der Europäischen Union im Jahr 2009 die am häufigsten gemeldete zoonotische Erkrankung mit 198.252 menschlichen Erkrankungsfällen. Besonders oft wurde dieser Erreger in frischem Geflügelfleisch nachgewiesen. Auch in Deutschland ist Campylobacter die häufigste Infektionsursache lebensmittelbedingter Erkrankungen beim Menschen, auch wenn die gemeldeten Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent sanken. Die Verschleppung des Erregers von Tieren (bei den meisten Tierarten hohe Prävalenzen) auf Lebensmittel erfolgt in ganz unterschiedlichem Ausmaß. Während in Deutschland für 2009 Campylobacter bei Geflügelfleisch im Einzelhandel besonders oft nachgewiesen wurde, war Kalb- und Schweinefleisch nur sporadisch mit Campylobacter belastet. Eine Exposition des Verbrauchers ist daher vor allem über Geflügelfleisch (Hähnchen- und Putenfleisch) zu erwarten.

Einen Anstieg gab es bei den menschlichen Erkrankungen durch Listeriose. Die Anzahl von Listeriosefällen beim Menschen erhöhte sich in der EU um 19,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 mit 1.645 Fällen im Jahr 2009. In Deutschland wurde sogar ein Anstieg um 28 Prozent beobachtet, insgesamt wurden 394 Erkrankungen gemeldet. Die genauen Ursachen für die seit einigen Jahren beobachtete Zunahme der Listeriosefälle sind unbekannt; Experten vermuten, dass geänderte Lebens- und Eßgewohnheiten in der Bevölkerung hier eine Rolle spielen könnten. Trotz der ansteigenden Fallzahlen werden in verzehrfertigen Lebensmitteln überhöhte Keimzahlen des Erregers Listeria monocytogenes bislang nur selten nachgewiesen. Nachweise des Erregers wurden in Fleischerzeugnissen, verzehrfertigem Fisch, Weichkäse und sonstigen Milcherzeugnissen geführt. Eine Arbeitsgruppe der Länderarbeitsgemeinschaft für gesundheitlichen Verbraucherschutz erarbeitet derzeit ein Konzept zur Verbesserung der amtlichen Überwachungsstrategien bei Betrieben, die Lebensmittel mit einem Listerienrisiko herstellen oder behandeln.

Von den für die EU 2009 insgesamt 5.550 berichteten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen war die Mehrzahl durch Salmonellen, Viren und bakterielle Toxine verursacht, mit Eiern, Büffetspeisen und Schweinefleisch als wichtigste beteiligte Lebensmittel. Auch in Deutschland ließen sich bei 34 der 78 an das BfR gemeldeten Ausbrüche Lebensmittel als Ursache der Erkrankungen bei den Menschen bestätigen. Wie auch in den vergangenen Jahren dominierte in Deutschland die Gruppe „Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren“. Verzehrt wurden die mit Keimen belasteten Lebensmittel überwiegend in der Gastronomie und in Privathaushalten.

In Deutschland wird seit 2008 ein bundesweit einheitliches amtliches Zoonosen-Monitoring durchgeführt. Grundlage hierfür ist die Allgemeine Verwaltungsvorschrift (AVV) Zoonosen Lebensmittelkette, die Regelungen für die Erstellung der Monitoringpläne enthält. Die auf dieser Grundlage erhobenen Monitoringdaten liefern für Deutschland wichtige Erkenntnisse über die Belastung von Lebensmitteln und Tierbeständen mit ausgewählten Zoonoseerregern und deren Antibiotikaresistenzeigenschaften. Hierdurch wird die Beurteilung der Zoonosen-Situation in Deutschland verbessert. Mit der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Änderung der AVV Zoonosen Lebensmittelkette, die am 30. März im Kabinett beschlossen wurde, werden die seit 2008 bewährten Regelungen fortgeführt und die bestehenden Verfahren weiter optimiert.

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