Tag: kühlen

Verbrennung nicht zu stark kühlen

Instinktiv reagieren die meisten Menschen bei einer Brandverletzung richtig und halten die Wunde unter fließendes Wasser. Doch länger als fünf Minuten soll die Kühlung nicht dauern, rät Dr. Johannes Rubenbauer, Mediziner am Verbrennungszentrum des Klinikums München Bogenhausen, in der „Apotheken Umschau“. Der Grund: Die Durchblutung des Gewebes nimmt unterhalb der Körpertemperatur von 37 Grad weiter ab und die Verbrennung wird dann tiefer.

Vor allem Kleinkinder können extrem schnell auskühlen. Es ist auch kein sehr kaltes Wasser nötig. Kühl bis lauwarm sei optimal, sagt der Verbrennungsexperte. Bildet sich eine Brandblase, sollte man diese gut schützen und keinesfalls aufstechen. Solange sie geschlossen ist, hält sie die Wunde sauber. „Brandblasen sind ein wunderbarer Verband“, bestätigt Dr. Rubenbauer.

Sportverletzungen kühlen – ein paar Minuten sind zu wenig

Dass bei Sportverletzungen Kühlen eine der wichtigsten Maßnahmen ist, beherzigen heute schon viele Sportler. Aber: „Kühlen ist nicht gleich kühlen“, mahnt Dr. Ulrich Kämpfe, Allgemeinmediziner aus Bad Gögging im „HausArzt-Patientenmagazin“. Es reiche nicht, mal eben kurz einen Eisbeutel auf die schmerzende Stelle zu legen. „Um das Gewebe gut zu kühlen, müssen Sie es dem Kältereiz dauerhaft aussetzen“, erklärt er. Seine Empfehlung: 15 bis 20 Minuten kühlen, dann 15 Minuten Pause einlegen und diesen Zyklus mehrmals wiederholen – „bei kleineren Verletzungen ruhig bis zu 24 Stunden, bei schwerwiegenderen, wenn möglich, sogar bis zu 48 Stunden.“

Damit die Kälte die Haut nicht schädigt, sollte man etwas unterlegen, zum Beispiel ein Handtuch. Sportmediziner Kämpfe rät, den Eisbeutel mit einer elastischen Binde straff zu fixieren, um zwei Ziele auf einmal zu erreichen: Kühlen und Komprimieren.