Eine Studie zeigt: Die Lockdowns während der Coronapandemie haben die Sprachentwicklung von Babys und Kleinkindern zum Teil positiv beeinflusst. Im Interview mit dem Apothekenmagazin „Baby und Familie“ zu der Studie, an der die Arbeitsgruppe der Göttinger Sprachwissenschaftlerin Ricarda Bothe mitgewirkt hat, erklärt die Expertin: „Im Schnitt beherrschten die Kinder nach dem Lockdown etwas mehr Wörter, als für ihr Alter zu erwarten gewesen wäre.“ Der Grund für die Entwicklung: Im Lockdown bekamen die Kinder mehr vorgelesen. „Kinder, die zwei bis drei Stunden pro Tag vorgelesen bekamen, hatten einen Vokabelzuwachs von etwa sieben Prozent. Bei 15 bis 30 Minuten Vorlesezeit pro Tag waren es vier Prozent mehr Wörter.“

Mit 16 Monaten 50 Wörter

Lesen Eltern und Kinder gemeinsam, können sie sich gegenseitig auf Dinge aufmerksam machen, Eltern können eine kindgerichtete Sprache einsetzen und mit Gestik und Mimik arbeiten. „Das gemeinsame Lesen beinhaltet also ganz viel Stimulation“, sagt Bothe. Die Sprachwissenschaftlerin erklärt auch, wie Eltern die Sprachentwicklung gezielt fördern können: „Ein neues Wort sollte häufig in verschiedenen Kontexten genannt werden.“ Das heißt: Ein Zusammenhang ist wichtig, „heiß“ lernen die Kinder also im Kontext von Feuer, der Herdplatte, der Suppe – und stellen Beziehungen zwischen den Wörtern her. Übrigens: Die meisten Kinder sprechen die ersten Wörter mit etwa zwölf Monaten, mit 16 Monaten können sie ungefähr 50 Wörter, mit zwei Jahren rund 300. Ein grober Mittelwert, der sich von Kind zu Kind unterscheidet.

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