Wenn der Zappelphilipp krank macht

Wenn Kinder wie ein Zappelphilipp ständig unter Strom stehen, ist dies für die gesamte Familie eine besondere Belastung. Weil es keine ruhige Minute mehr gibt, erkranken oft auch die Mütter von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) – in Verbindung mit Hyperaktivität ADHS genannt. „Für diese Frauen und ihre Kinder halten wir im Rahmen der Müttergenesung spezielle Angebote bereit“, erklärt Margot Jäger, Bundesgeschäftsführerin der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung. Nähere Informationen zu diesen Spezialangeboten gibt es bei der Beratungs-Hotline der KAG unter der Nummer 0180/ 140 0 140 (3,9 Cent pro Minute).

Eine der auf die Behandlung von ADS- und ADHS-Kindern spezialisierten Klinken der KAG Müttergenesung ist die Hochgebirgsklinik Mittelberg im Allgäu. „Unsere Arbeit ist sowohl auf die Mütter, als auch auf die Kinder ausgerichtet. Beide müssen lernen, an der Störung zu arbeiten und Regeln und Strukturen für den Familienalltag aufzustellen beziehungsweise einzuhalten“, erklärt Chefarzt Dr. Thomas Hermann. Im stationären Aufenthalt von Mutter und Kind sieht er einen besonderen Vorteil für die genauere Diagnostik. „Für einen Hausarzt ist es nicht leicht, ADS oder ADHS präzise zu erkennen, da er das Kind nur in wenigen Situationen sieht“, so der Chefarzt. Der Facharzt, Psychologen und Lehrer der klinikeigenen Schule der Hochgebirgsklinik Mittelberg können die Kinder hingegen während des ganzen Tages in verschiedenen Lebensbereichen beobachten. Durch den Austausch im Team ist eine genauere Diagnosestellung möglich, die Grundlage für den weiteren Therapieplan ist. Für jeden Patienten werden verschiedene Therapien individuell zusammengestellt. Neben dem Konzentrations- und dem Entspannungstraining lernen die Kinder in der Musiktherapie, durch Klänge ihre Gefühle auszudrücken und ihre Kontaktfähigkeit zu verbessern. Wenn die konservativen Therapien nicht ausreichen, kann stationär eine unterstützende medikamentöse Behandlung begonnen werden.

Gleichzeitig findet eine intensive Arbeit mit den Müttern statt. Sie lernen, dass klare Regeln und Strukturen im Alltag für Kinder mit ADS und ADHS besonders wichtig sind. Nur so kann verhindert werden, dass die Krankheit der Kinder das Familienleben wieder zu stark belastet. „Wichtig ist jedoch, diese Arbeit auch zu Hause konsequent fortzusetzen“ betont Chefarzt Dr. Hermann. Außerdem können die Frauen untereinander Erfahrungen austauschen und mit einem eigenen Therapieprogramm an ihrer Gesundheit arbeiten. „Häufig dreht sich im Alltag alles um die Auffälligkeiten des Kindes. Wir geben auch der Gesundheit der Mutter wieder Raum“, macht Dr. Thomas Hermann deutlich.

Weitere Informationen zu den Kuren für Mütter mit an ADS oder ADHS erkrankten Kindern gibt es bei der Hotline der KAG Müttergenesung. Sie ist werktags von 9 bis 16 Uhr unter der Nummer 0180/ 140 0 140 (3,9 Cent pro Minute) zu erreichen.

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