Gefahr durch zu hoch dosierte Vitamine?

Ein gesteigerter Bedarf oder eine unzureichende Versorgungslage an Vitaminen und Spurenelementen kann durch Nahrungsergänzungsmittel zielgerichtet ausgeglichen werden. Sie sind sicher anzuwenden, solange es sich um Qualitätsprodukte namhafter Hersteller handelt und die Einnahmeanweisungen eingehalten werden. Die Qualität eines Präparates ist unter anderem an einer klaren und eindeutigen Kennzeichnung der Inhaltsstoffe und der Dosierung erkennbar, die sinnvollerweise auf den Tagesbedarf bezogen sein sollte. Damit kann sich der Käufer auf transparente und verlässliche Informationen stützen.

Die Dosierung der Präparate seriöser Unternehmen beruht auf wissenschaftlich anerkannten Daten. Diese können von den so genannten „RDA-Werten“ abweichen. Tagesempfehlungen für die Zufuhr von Nährstoffen auf Grundlage der RDA-Werte berücksichtigen die Nährstoffmenge, die beim Großteil der Bevölkerung das Auftreten von Mangelerscheinungen verhindert. Entscheidend ist aber der Bedarf des Einzelnen, der sich in bestimmten Lebenssituationen vom Bedarf des Durchschnittsbürgers unterscheiden kann. Deshalb sind in einigen Nahrungsergänzungsmitteln Vitalstoffe in einer Dosierung enthalten, die ein Mehrfaches des RDA-Wertes betragen können. Die für diese Produkte vorgeschriebenen unbedenklichen Maximalmengen werden dabei auf jeden Fall eingehalten. Eine Gefährdung des Verbrauchers durch eine zu hohe Dosierung ist deshalb in keiner Weise zu befürchten.

In letzter Zeit verdichten sich zudem die Hinweise darauf, dass die geltenden täglichen Dosisempfehlungen (RDA-Werte) für bestimmte Vitalstoffe zu konservativ angesetzt sind. Viele Wissenschaftler raten deshalb sogar dazu, diese Empfehlungen zu revidieren und die Werte etwa für Vitamin D deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus belegen zahlreiche Studien, dass große Bevölkerungsgruppen mit mehreren Vitaminen unterversorgt sind beziehungsweise die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE empfohlenen Tagesmengen deutlich verfehlen. In Deutschland finden die Empfehlungen der DGE offizielle Anwendung und haben damit anerkannten und verbindlichen Charakter. Im Unterschied dazu sind Werte anderer Einrichtungen, wie etwa des kürzlich in einem Bericht des Magazins ÖKO-TEST zitierten Bundesinstituts für Risikobewertung, BfR, nicht verbindlich.

Wenn Multivitaminpräparate nicht absichtlich vom Käufer zu hoch dosiert werden, sind sie als völlig bedenkenlos einzustufen. Vorsicht ist allerdings angebracht bei Präparaten aus obskuren Quellen oder von unbekannten Herstellern, wie sie zum Beispiel über das Internet vertrieben werden.

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