Je grösser der Bauch, umso kleiner das Hirn

Wer bis anhin gedacht hat, dass der Kampf gegen einen dicken Bauch die Mühe nicht lohnt, sollte sich die vorläufigen Daten einer Amerikanischen Studie zu Gemüte führen. Gemäss dieser besteht nämlich eine klarer Zusammenhang zwischen abdominalem Fettvolumen und Hirnmasse: je mehr Fett im Bauch, umso weniger Masse im Hirn. In der August-Ausgabe der renommierten Annals of Neurology publizierte ein Forscherteam der Boston University School of Medicine um Sudha Seshadri eine überaus lesenswerte Studie, gemäss derer vorläufigen Daten das viszerale Fett eine negative Korrelation mit dem Gehirnvolumen aufweist; will heissen: je mehr Fett sich im Bauch anlagert umso kleiner scheint das Gehirn zu sein.

Dicker Bauch? Kleines Hirn? 😉 … wir haben die ultimative Hirnvergrößerung….

„Die Daten zeigen, dass das zentrale Übergewicht eine stärkere Korrelation mit dem Gehirnvolumen aufweist, als das generelle Übergewicht und dass die Korrelation besonders stark ist für die viszerale Komponente der abdominalen Adipositas,“ meinte die Forschungsleiterin Sudha Seshadri.

Seshadri und ihr Team untersuchten 733 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren. Von allen Patienten lagen ausser den anthropometrischen Daten (Body Mass Index, Bauchumfang, Taille-Hüften Quotient, computertomographisch gemessene subkutane und viszerale Fettmasse) eine detaillierte Magnetresonanz-Bestimmung des Gehirnvolumens vor. Ausserdem wurde auch, wo vorhanden, die Infarktmasse bestimmt und in die Kalkulationen mit einbezogen.

Was sie fanden, war überraschend. Unabhängig von vaskulären Risikofaktoren, die über Hirninfarkte zu einem natürlichen Masseverlust führen, war eine Verkleinerung des Hirnvolumens assoziiert mit einem vergrösserten Bauchumfang, einem vergrösserten Taille-Hüften Quotient, einem höheren Body Mass Index, einer dickeren Unterhautfettschicht und einem erhöhten viszeralen Fettdepot.

Die Korrelation zwischen der viszeralen Fettkomponente (Bauchfett) und der Verkleinerung des totalen Hirnvolumens war am stärksten und unabhängig vom Body Mass Index.

Als Erklärung für diesen Zusammenhang bringen die Forscher die Entzündung ins Spiel. „Übergewicht und Entzündung hängen sehr stark zusammen,“ so Seshadri. Das Fettgewebe enthält Entzündungszellen und produziert eine ganze Reihe von Entzündungsmediatoren. Aber auch Fettgewebshormone (Leptin, Resistin, Adiponektin, Ghrelin) könnten eine Rolle spielen.

„Die Daten sind vorläufiger Natur,“ warnte Seshadri. „Der Schluss, dass durch eine Gewichtsreduktion auch das Alzheimer-Risiko sinkt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angezeigt.“

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