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Experte: Lieber Süßstoff als Zucker verwenden

Einer neuen Studie zufolge haben Menschen, die regelmäßig Süßstoffe zu sich nehmen, ein deutlich höheres Risiko für Hüft- und Bauchspeck. Ist der Traum von gesunder Süße damit ausgeträumt? Der Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin in München, Professor Hans Hauner, weist im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ darauf hin, dass die im Fachmagazin „Plos One“ veröffentlichte Studie keinesfalls belegt, dass Süßstoffe dick machen.

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Forscher: Süßstoff kann beim Abnehmen helfen

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Die Verwendung von Süßstoff statt von Zucker kann offenbar doch beim Abnehmen helfen. Zu diesem Schluss kommt eine im Fachblatt „International Journal of Obesity“ veröffentlichte Analyse von 330 Studien, über die das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ berichtet. Forscher fanden demnach Hinweise darauf, dass Süßstoffe den Appetit nicht anregen. Bislang war befürchtet worden, dass durch eine stärkere Lust auf Essen mehr Energie aufgenommen als eingespart wird.

Skepsis gegenüber manchen Süßstoffen

Sind Zuckerersatzstoffe nicht vielleicht doch gesundheitsschädlich? Laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ sind zwei Drittel (66,4 Prozent) der Bundesbürger bei „manchen“ der angebotenen Süßstoffe skeptisch. Nur gut jeder sechste (17,3 Prozent) Befragte gibt in der Erhebung an, „so oft wie möglich“ Süßstoff anstelle von Zucker zu verwenden, wobei fast doppelt so viele Frauen (22,5 Prozent) wie Männer (11,9 Prozent) nach Möglichkeit mit einem Zuckerersatzstoff süßen.

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Diabetes durch Süßstoff?

Israelische Forscher behaupten: Süßstoffe können den Blutzucker erhöhen. Versuche an Mäusen und Menschen ergaben nämlich überraschenderweise, dass sich unter dem Einfluss von Süßstoffen bestimmte Darmbakterien vermehren, die die Blutzucker-Regulation stören, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Wenn sich das in weiteren Studien bestätigt, müssen die Empfehlungen zur Verwendung von Süßstoffen wohl revidiert werden.

Stevia zwischen Sein und Schein

Stevia hat ein echtes Problem: Der Mythos der natürlichen Süße bröckelt, ist der süßende Extrakt des südamerikanischen Krauts doch nun mit einer E-Nummer gestraft. Also ein ganz normaler Zusatzstoff mit Namen E 960. Doch Stevia – und das ist im allgemeinen Sprachgebrauch alles, was irgendwie mit der süßenden Wirkung der Stevia-Pflanze zu tun hat – ist anders. Vielleicht, weil seine Verwendung über Jahre verboten war. Vielleicht, weil die Süße südamerikanischer Herkunft ist und somit einen Hauch von Exotik in die triste Alltagskost bringt. Vielleicht aber auch, weil sich die Idee, Zucker und Süßstoffe seien der Ursprung allen Ernährungsübels, im Volksglauben so wacker hält.

Mit Stevia scheint die Lösung nun greifbar nahe: rein natürlich, frei von Kalorien, keine Karies erzeugende Wirkung und dazu rund 300 Mal süßer als Zucker. Doch wie natürlich ist ein Stoff noch, der aus den getrockneten Blättern einer Pflanze ziemlich chemisch erzeugt wird? Von einem mehrstufigen Verfahren berichtet der Deutsche Süßstoffverband auf seiner Internetseite: erst Trocknung, dann Mazeration (Einweichen), Fällung und Entfärbung, Ionenaustausch und mehrfache Kristallisation.

Ohne Lösungsmittel und andere chemische Stoffe, die Farbstoffe und sonstige unerwünschte Substanzen aus dem Gemisch fischen, läuft da also gar nichts. Soviel dürfte klar sein. Doch das Ergebnis spricht für sich: Die isolierten Steviolglycoside sind – die Einhaltung definierter Höchstmengen vorausgesetzt – sicher, sagt die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit im Einklang mit dem Gemeinsamen Sachverständigenausschuss für Zusatzstoffe der WHO/FAO (JECFA).

Man darf gespannt sein, wie sich die Hersteller ökologischer Lebensmittel positionieren werden, wenn es darum geht, ob das neue E 960 in den Anhang der für Bio-Produkte erlaubten Zusatzstoffe aufgenommen wird. Die Branche fragt gerade ihre Mitglieder nach deren Einschätzung.

Ob E 960 wirklich jemand braucht?

Doch zurück zur Natur. Die Verwendung der reinen Blätter von Stevia ist immer noch illegal. Was nicht bedeutet, dass sie auf dem Markt nicht zu haben sind: „getarnt“ als Badezusatz oder für rein kosmetische Zwecke bietet sie mancher Laden oder Internethändler an – direkt neben Stevia-Kochbüchern. Zum Teil steht auch schlicht „Stevia“ auf der Packung. Was für eine Art von Produkt das eigentlich ist, mag dann der Käufer selbst entscheiden. Seit kurzem ist auch ein Stevia-Joghurt auf dem Markt, gesüßt mit Stevia-Tee. Was das ist oder soll? Wenn das reine Kraut wegen Sicherheitsbedenken (noch?) verboten ist, ist es schon seltsam, dass eine einzelne Bio-Molkerei zwei Joghurts damit – auch, wenn es dann Stevia-Tee heißt – süßen darf.

Dr. Christina Rempe, Britta Klein, aid.de

Die ganze Wahrheit über künstlichen und natürlichen Zuckerersatz

Eine Milliarde Menschen verwendet täglich Süßstoff. Aber um keinen Zusatzstoff ranken mehr Mythen als um Süßstoffe. Ist Süßstoff besser als sein Ruf oder tatsächlich gefährlich? Mit „Mythos Süßstoff“ stellt Sven-David Müller, erster Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e. V., das erste umfassende Werk über Süßstoffe, Stevia und andere künstliche und natürliche Zuckerersatzmittel vor. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern hat er dafür die wissenschaftliche Literatur der vergangenen Jahrzehnte durchforstet und ein allgemein verständliches Buch herausgegeben. Seit Jahrzehnten wird behauptet, dass Süßstoff gefährlich sei oder dick mache. Sogar in der Kälbermast soll Süßstoff angeblich eingesetzt werden. Die Zuckerlobby kämpft mit allen Mitteln gegen Süßstoffe, und neuerdings macht sich die Stevialobby besonders stark. Ist Stevia wirklich das beste Süßungsmittel?

Süßstoffe schmecken süß, haben aber nichts mit Zucker zu tun
Seit mehr als 120 Jahren sind Substanzen bekannt, die süß schmecken, aber nichts mit Zucker oder Honig zu tun haben. Ende des 19. Jahrhunderts hat der Wissenschaftler Konstantin Fahlberg den Süßstoff Sacharin entdeckt; inzwischen verwenden täglich mehr als eine Milliarde Menschen Süßstoff. Der Medizinjournalist, ernährungsmedizinische Wissenschaftler, Diätassistent und Diabetesberater Sven-David Müller beschäftigt sich seit 20 Jahren wissenschaftlich und publizistisch mit Süßstoffen. Er klärt den Mythos Süßstoff auf und zeigt, ob Süßstoffe gefährlich sind, ob sie die heimlichen Dickmacher darstellen und ob Kälber und Ferkel Süßstoff als Mastmittel bekommen. Plus: Das Süßungsmittel Stevia steht kurz vor der Zulassung: Alles über den Süßstoff der Zukunft!

Stevia: Das ist vom Süßkraut Stevia zu halten
Das Buch widmet sich ausführlich der Stevia-Problematik und klärt über das Süßkraut Stevia auf. Stevia ist eine tropische Pflanze, deren Blätter süßlich schmecken. Die Blätter dürfen in Deutschland nicht als Süßungsmittel vertrieben werden, da sie zuvor als Novel Food zugelassen werden müssten. Die von der chemischen Industrie aus Stevia-Blättern gewonnenen Stevioside sind künstliche Süßstoffe, die ebenfalls in Deutschland nicht zugelassen sind. Problematisch ist, dass weder Stevia-Blätter noch Stevia-Süßstoffe rein süß schmecken, sondern mehr oder weniger bitter. Viele Stevia-Erstverwender sind enttäuscht, denn Stevia ist Süßstoffen wie Aspartam geschmacklich unterlegen. Die Industrie löst das Problem, indem sie Stevia-Süßungsmittel mit Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen mischt.

Süßstoffe machen nicht schlank

Süßstoffe machen nicht automatisch schlank, helfen aber beim Abnehmen. Selbstverständlich werden Süßstoffe nicht als Mastmittel in der Ferkelmast oder Kälbermast eingesetzt, da sie keinen Hunger oder Appetit auslösen und daher keinen Masteffekt haben. Stevia ist in Deutschland weder als Süßungsmittel noch als Süßstoff zugelassen. Stevia hat keine Vorteile gegenüber anderen Süßstoffen und ist geschmacklich vielen anderen Süßungsmitteln unterlegen. Außerdem wird Stevia in Monokulturen angebaut, was schließlich die Umwelt schädigt. Widerlegt ist scheinbar, dass Stevia eine Wirkung als Fruchtbarkeitshemmer für den Mann hat. Süßstoffe können Bestandteil der Ernährungstherapie verschiedener Erkrankungen sein. Besonders bei der Ernährungsumstellung von Übergewichtigen, Diabetikern und Menschen, die Fruchtzucker schlecht vertragen, spielen Süßstoffe ein wichtige Rolle, so Sven-David Müller vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik. Die Organisation macht sich für die ganzheitliche Gesundheitsförderung stark. Diese muss wissenschaftlich begründet sein und im interdisziplinären Team durchgeführt werden.

Aspartam: Der Süßstoff ist ungefährlich

Aspartam ist nicht krebserregend und besteht aus zwei natürlichen Eiweißbausteinen (Aminosäuren), die der Mensch täglich mit der Nahrung aufnimmt. Der Süßstoff Aspartam steht praktisch ständig in der Kritik. Praktisch alle Vorwürfe gegen Aspartam sind aus der Luft gegriffen und für mich nicht nachvollziehbar, betont heute der Sven-David Müller, erster Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik. Der Diätexperte und Nahrungswissenschaftler hat die Vorurteile und Behauptungen über den Süßstoff Aspartam unter die Luge genommen und bewertet. Der aus den natürlichen Eiweißbausteinen (Aminosäuren) gewonnene Süßstoff Aspartam steht ständig in der Kritik, obwohl wissenschaftliche Studien eindeutig die Unbedenklichkeit des 1965 zufällig vom Chemiker James M. Schlatter entdeckten, praktisch kalorienfreien Süßstoffes nachweisen. Der Süßstoff ist weltweit zugelassen und in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff mit der E-Nummer 951 deklariert, wie das Medizinjournalist Sven-David Müller informiert.

Zusatzstoffe E in Lebensmitteln
Viele Menschen haben Angst vor Zusatzstoffen, da diese auf den Lebensmittelverpackungen mit einem E gekennzeichnet sind. Sie denken sofort an E 605. Hinter dem Begriff „E-Nummer“ verbergen sich Zusatzstoffe für Lebensmittel nach europäischer Vorschrift. Das E steht also schlicht und ergreifend für „Europa“. Seit 1983 ist Aspartam durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, nachdem die Ungefährlichkeit des Süßstoffs bestätigt wurde. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Aspartam keine Tumore auslöst, also nicht kanzerogen ist. 1990 erfolgte die Zulassung von Aspartam in Deutschland.

Tägliche Zufuhr von E-Zusatzstoffen
Bei Lebensmittelzusatzstoffen ist die Aufnahme durch den ADI-Wert geregelt. Der ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes der Mensch jeden Tag gefahrlos aufnehmen kann. Die Abkürzung ADI steht für Acceptable Dialy Intake. Der Wert für Aspartam beträgt 0 bis 40 Milligramm pro Körperkilogramm. Um diesen Wert zu überschreiten, müsste ein Erwachsener mit 70 Kilogramm Körpergewicht lebenslang mehr als 26,5 Liter Cola Light täglich trinken. Süßstoffe sind Zusatzstoffe und diese unterliegen der Süßungsmittelrichtlinie der Europäischen Union. Die Süßstoffe Thaumatin und Aspartam-Acesulfam-Salz werden als völlig unbedenklich eingestuft und haben die Bewertung: „Keine Beschränkung“. Eine Überschreitung der ADI-Werte ist bei normaler Ernährungsweise dauerhaft praktisch nicht möglich. Die FDA erlaubt sogar eine tägliche maximale Aufnahmemenge von 50 Milligramm Aspartam, was einer täglichen Aufnahmemenge von 358 Aspartam-Süßstofftabletten entspräche.

Insgesamt sind momentan in der Europäischen Union acht Süßstoffe zugelassen:

1.Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200 x süßer als Zucker, entdeckt von Karl Clauß (1967)
2.Aspartam (E-951), 200 x süßer als Zucker, entdeckt von James M. Schlatter (1965)
3.Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350 x süßer als Zucker
4.Cyclamat (E-952), 30 – 50 x süßer als Zucker
5.Saccharin (E-954), 300 – 500 x süßer als Zucker, entdeckt von Constantin Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6.Sucralose (E-955), 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant Phadnis (1975)
7.Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000 x süßer als Zucker, Erstbeschreibung 1855
8.Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95), 400 – 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Aspartam besteht aus den Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure
Bei der Verwendung von Aspartam muss der Verbraucher beachten, dass der Süßstoff durch deutliche Erhitzung und lange Lagerung minimal an Süßkraft verliert. Trotzdem ist Aspartam zum Süßen von Kuchenteigen, Heißgetränken oder gekochten Speisen geeignet, da die Süßkraft nur minimal abnimmt. Der Geschmack von Aspartam ist Zucker (Saccharose) sehr ähnlich. Eine Kombination der Süßstoffe Aspartam und Acsulfam-Kalium führt zur Synergie: Die Süßkraft der Mischung ist also höher als die bloße Addierung der Einzelsüßkraft der Süßstoffe. Dadurch können die Süßstoffe geringer dosiert werden und zusätzlich ist das geschmackliche Ergebnis besser, da die Kombination aus Aspartam und Acesulfam-Kalium ein besonders zuckerähnliches Süßerlebnis ergibt. Immer wieder tauchen für den Süßstoff Bezeichnungen wie Aspartame oder Aspartan auf. Der synthetisch aus der proteinogenen Aminosäure Asparaginsäure und der aromatischen Aminosäure Phenylalanin hergestellte Süßstoff heißt jedoch Aspartam und hat die Markennamen Nutrasweet und Canderel. Durch die Verknüpfung der beiden Aminosäuren zu einem Dipeptid entsteht der Süßstoff Aspartam. Aus chemischer Sicht ist Aspartam der Methylester des Dipeptids L-Aspartyl-L-Phenylalanin. Die Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin kommen bereits in der Muttermilch vor und sind ein normaler Bestandteil der menschlichen Ernährung. Sie kommen praktisch in allen proteinreichen Lebensmitteln in großer Menge vor. Während des Verdauungsvorganges von Aspartam entsteht Methanol. Diese geringe Menge ist aber zu vernachlässigen. Ein Glas Tomatensaft enthält fünf- bis sechsmal mehr Methanol, als bei der Verdauung eines Glases mit Aspartam gesüßten Erfrischungsgetränkes entstehen. Vor diesem Hintergrund ist eine Schädigung des Organismus ausgeschlossen.Die Aminosäuren, die von einigen Aspartamgegner als gefährlich bewertet werden, sind vollständig und nachgewiesen völlig ungefährlich.

Süßstoff Aspartam für Diabetiker gut geeignet
Aspartam ist im Gegensatz zu den meisten anderen Süßstoffen nicht vollständig kalorienfrei. Es enthält rund 4 Kilokalorien pro Gramm. Aufgrund der hohen Süßkraft, die Haushaltszucker um das 180- bis 200fache übertrifft, können Verbraucher den Kaloriengehalt jedoch vernachlässigen. Aspartam eignet sich bestens im Rahmen einer diabetesgerechten Ernährungsweise, da es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat und damit auch keinen Insulinbedarf hervorruft.
Viele Menschen leiten fälschlicherweise aus dem Hinweis „enthält Phenylalanin“, der auf allen mit Aspartam gesüßten Lebensmitteln angegeben sein muss, eine Gefährlichkeit ab. Dieser Hinweis ist aber kein Warnhinweis für alle Verbraucher, sondern vielmehr für Patienten, die unter der extrem seltenen, angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden. In Deutschland leben rund 2.500 Patienten, die unter PKU leiden. Jährlich gibt es rund 60 Neuerkrankungen. Für alle anderen Menschen ist die Aufnahme von Phenylalanin unbedenklich. Zudem ist die Aufnahme der Aminosäure über die normale Ernährungsweise deutlich höher, als über den Süßstoff Aspartam.

Süßstoffe helfen beim Abnehmen
Die Diskussion um Süßstoffe ist grundsätzlich von Problematik und nicht von wissenschaftlichen Fakten geprägt. Paradoxe Behauptungen wie die, dass Süßstoff Hunger und Appetit auslöse oder als Mastmittel genutzt würde, bestimmen die Berichterstattung und die Meinung der Verbraucher. Wissenschaftlich ist in einer Vielzahl von Studien belegt, dass Süßstoffe – auch Aspartam – keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und den Insulinspiegel haben. Der häufig angeführte cephalische Insulinreflex nach der Aufnahme von Süßstoff existiert nachweislich nicht. Süßstoffe haben keinen Einfluss auf die Hunger-Sättigungsregulation des Körpers. Auch führen Süßstoffe sicher nicht zur Gewichtszunahme, sondern können vielmehr beim Abnehmen helfen. Diesen Effekt konnten Forscher mehrfach bestätigen. Insbesondere der Austausch von zuckergesüßten Softdrinks durch süßstoffgesüßte Alternativen – sogenannte Lightgetränke – führt nicht nur bei Kindern und Jugendlichen zu einer Gewichtsreduktion. Andererseits dürfen Übergewichtige aber auch nicht übersehen, dass Süßstoffe keine Schlankheitsmittel sind: Süßstoffe machen nicht automatisch schlank, da sie zwar kalorienfrei sind, aber keine pharmakologische Wirkung eines Schlankheitsmittels besitzen. Für den Süßstoff Aspartam liegen Studien vor, die beweisen, dass eine Gewichtsabnahme durch Einsatz des Süßstoffes im Austausch gegen Zucker positiv beeinflusst wird. Gegenteilige Studien existieren nicht.

Aspartam verursacht keinen Krebs
Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass der Konsum von Aspartam keine Krebsgefahr darstellt. Im Vergleich zum Süßkraut Stevia liegen zur Sicherheit von Aspartam keine kritischen Daten vor. Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Datenlage und dem Einsatz von Stevia als Verhütungsmittel beim Mann, stellt sich die Frage, warum dieses Süßungsmittel von der Bevölkerung befürwortet und Aspartam häufig abgelehnt wird. Die Wissenschaft zeigt praktisch keinen Grund für Zweifel an der Unbedenklichkeit von Aspartam: Aktuelle Studien, die sich mit der Sicherheit beschäftigen, können alle Bedenken ausräumen. Beim Süßstoff Aspartam erscheint es so, als würden die Animositäten, die gegen den NutraSweet-Produzenten Monsanto herrschen, auf den Süßstoff übertragen. Über keinen Süßstoff gibt es mehr falsche Behauptungen und Fehleinschätzungen als über Aspartam. Eine Angst vor Aspartam ist aber nicht gerechtfertigt. Aspartam löst keine Befindlichkeitsstörungen insbesondere Kopfschmerzen aus, wie eine Studie nachweist. Auch 2009 publizierte Studien zeigen, dass Aspartam keine krebsauslösenden Eigenschaften oder Nebenwirkungen hat. Der Süßstoff ist wie die anderen sieben in der Europäischen Union zugelassenen Süßstoffe im Rahmen der ADI-Werte unbedenklich und ein sinnvoller Zuckerersatz für Menschen, die ihr Körpergewicht reduzieren oder das Gewicht stabil halten möchten, unter Diabetes mellitus leiden, erhöhte Blutfettwerte (Triglyzeride) aufweisen oder andere Süßungsmittel ablehnen beziehungsweise meiden müssen. Lediglich PKU-Patienten dürfen Aspartam nicht verwenden.

Die imedo-Gesundheitsnews klären schwerpunktmäßig über den Mythos Süßstoff auf. Fundierte Informationen rund um das Thema „Zuckerersatz“ finden Sie hier:

Mit Süßstoff abnehmen? (http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1012529-mit-susstoff-abnehmen)

Stevia ist mit Vorsicht zu genießen. (http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1012960-stevia-ist-mit-vorsicht-zu-geniesen)

Wissenschaftliche Quellen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3657889?dopt=Abstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16985027?dopt=Abstract
http://cebp.aacrjournals.org/cgi/content/abstract/18/8/2235
http://annonc.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/18/1/40
http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211902454236.htm
http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211902454309.htm
http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1178620765743.htm
http://www.abstractsonline.com/viewer/viewAbstract.asp?CKey=%7B5396CF11-798D-49DF-9071-A4CB7C3D55D3%7D&MKey=%7B3B61E356-411F-435F-ACCA-167F0FDA48AD%7D&AKey=%7B728BCE9C-121B-46B9-A8EE-DC51FDFC6C15%7D&SKey=%7B0B807B23-0E48-48ED-8AD4-D3AC8138F6CE%7D

1) de la Hunty et al.: A review of the effectiveness of Aspartam in helping with weight control. British Nutrition Foundation Nutrition Bulletin 31 (2006): 115-128.
2) Gallus et al.: Artificial sweeteners and cancer risk in a network of case-control studies. Annals of Oncology, 18 (2007): 40 – 44.
3) A.G. Renwick et al.: First European Conference on Aspartame: putting safety and benefits into perspective. Food and Chemical Toxicology.
4) Ludwig et al.: Relation between consumption of sugar-sweetened drinks and childhood obesity: a prospective, observational analysis, The Lancet, Vol. 375/2001: 505-508.

Redaktion: Medizinjournalist Sven-David Müller

Stevia: Eine süße Pflanze in der Diskussion

„Pflanzlich“ heißt nicht in jedem Falle „gesund“. Viele Menschen glauben, dass das Süßkraut Stevia schon allein deswegen gesund im Vergleich zu anderen Süßstoffen sei, weil es aus einer Pflanze gewonnen wird. Aber Pflanzen wie beispielsweise das Alpenveilchen sind giftig oder lösen wie Schlafmohn Sucht aus. Und die Giftigkeit von Pilzen und vielen anderen Pflanzen ist zweifellos. Die Assoziation „pflanzlich heißt gesund“ ist also nicht grundsätzlich richtig. In diesem Zusammenhang bewertet Sven-David Müller, Diätassistent und Medizinjournalist, vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik (DKGD e.V.) das Süßungsmittel Stevia. Die Ansicht ist verbreitet, dass Stevia der einzige natürliche Süßstoff sei und dass das Süßkraut risikoarmes Süßen ermögliche. Das DKGD informiert heute darüber, dass Stevia mit Vorsicht zu genießen ist, da die süßen Blätter und der daraus gewonnene Süßstoff möglicherweise nicht unschädlich sind.

Stevia ist die allgemein übliche Kurzbezeichnung für Stevia rebaudiana bertoni. Neben Stevia sind auch die Bezeichnungen Süßkraut, Süßblatt und Honigkraut bekannt. Bei Stevia rebaudiana handelt es sich um eine Pflanze aus der Gattung der Stevien, die zur Familie der Korbblütler gehört. Auch die Bezeichnung Steviosid ist üblich für das Glycosid des Diterpens Steviol, das einen stark süßen Geschmack hat. Es stammt aus den Blättern der Stevia-Pflanze. Das aus den Stevia-Blättern gewonnene Süß-Extrakt enthält vorwiegend Steviosid. Die Pflanze ist seit Jahrhunderten bekannt und wird in den Ländern, in denen Stevia vorkommt, auch als natürlicher Süßstoff und Mittel zur Verminderung der männlichen Fruchtbarkeit verwendet. Zu diesen Ländern gehören die südamerikanischen Länder Brasilien und Paraguay. Zur Süßung können die getrockneten Blätter oder die industriell gewonnenen Konzentrate verwendet werden.

Stevia als Zuckerersatz
Die wissenschaftlichen Akten über Stevia sind noch längst nicht geschlossen. Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse sind weit weniger positiv als viele Stevia-Verwender glauben. In Asien wird Stevia trotz der wissenschaftlichen Studien und Veröffentlichungen noch als Zuckerersatz verwendet.

Stevia ist noch nicht zugelassen
Momentan ist Stevia in der Europäischen Union weder als Lebensmittel noch als Süßungsmittel (Süßstoff) zugelassen. Studien zeigen, dass Steviol möglicherweise mutagen und genotoxisch sein könnte und die Sicherheit durch weitere Studien nachzuweisen ist. Sicher dagegen ist eine minimale toxische Wirkung von Stevia, die durch Tierversuche an Ratten, Hamstern und Mäusen belegt ist. Daraus lassen sich aber nicht in jedem Falle Empfehlungen für den Menschen ableiten. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Welternährungsorganisation Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) wurde ein ADI-Wert für Stevia von bis zu 4 Milligramm je Körperkilogramm festgelegt. Der ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes der Mensch jeden Tag gefahrlos aufnehmen kann. Die Abkürzung ADI steht für Acceptable Dialy Intake. Daraus ist zu schließen, dass Stevia nicht grundsätzlich unbedenklich ist. Andernfalls hätte Stevia den GRAS-Status erhalten. Die Abkürzung GRAS steht für Generally Recognized As Safe. Diesen Status vergibt die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) für Substanzen wie beispielsweise Lebensmittelzusatzstoffe, die allgemein als sicher angesehen werden. Die Süßstoffe Thaumatin und Aspartam-Acesulfam-Salz werden von der WHO und der FAO im Gegensatz zu Stevia als völlig unbedenklich eingestuft und haben die ADI-Bewertung: „Keine Beschränkung“.

Seit Jahrhunderten wird Stevia in südamerikanischen Ländern als Verhütungsmittel eingesetzt. Stevia hat scheinbar Einfluss auf das männliche Reproduktionssystem, und in Tierversuchen führt Stevia zur vorübergehenden Unfruchtbarkeit der männlichen Ratte. Studien, die Stevia negative Wirkungen zuschreiben, müssen kritisch betrachtet werden. Eindeutige Aussagen zu Stevia lassen sich vor dem momentanen Kenntnisstand nicht machen. Allerdings lässt sich die Aussage, dass Stevia sicher und ungefährlich sei, noch weniger belegen. Vorsichtshalber sollte Stevia kein Bestandteil der menschlichen Ernährung sein. Dies gilt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Sicherheit und Ungefährlichkeit eindeutig belegt sind. Erst dann ist Stevia den anderen Süßstoffen gleichzustellen und hat eine ähnliche Sicherheit, wie die zugelassenen.

Stevia als Novel Food
Rechtlich bewertet ist Stevia in der Europäischen Union ein neuartiges Lebensmittel (Novel Food) und unterliegt daher der Novel Food Verordnung. Stevia kann in der EU erst nach Zulassung in den Handel gelangen. Ein Zulassungsantrag wurde bereits abgelehnt: Steviosid ist in der Europäischen Union nicht als Süßstoff (Lebensmittel-Zusatzstoff) zugelassen, da die Sicherheitsstudien zu Steviosid nicht ausreichen, die Unbedenklichkeit zu belegen. Die Pflanze und ihre Blätter selbst wurden von der EU-Kommission aus diesem Grunde nicht als Novel Food zugelassen. In vielen Ländern der Welt (außer Israel, Brasilien, Neuseeland, Australien, China, Südkorea, Thailand und Japan) darf Stevia nicht eingesetzt werden. In den USA ist Stevia als Süßstoff durch die FDA verboten. Es darf dort nur als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. In der EU und damit auch in Deutschland ist es untersagt, Stevia in welcher Form auch immer als Süßstoff in den Verkehr zu bringen. Momentan befindet sich die EU-Kommission in der weiteren Entscheidungsphase zu Stevia. Mit einer Zulassung oder einem Verbot von Stevia sollte nicht vor 2010 gerechnet werden.

Stevia: Ein süßes Pulver
Stevia ist 70- bis 450mal so süß wie Haushaltszucker und liegt damit im Bereich der Süßkraft anderer Süßstoffe. Lediglich die Süßstoffe Sucralose, Thaumatin und Neohesperidin-Dihydrochalcon weisen eine höhere Süßkraft als Stevia auf. In Ländern, in denen Stevia erlaubt ist, ist das Süßungsmittel in Pulverform erhältlich. Die in Deutschland eingeführten und meist widerrechtlich verkauften Produkte entsprechen häufig nicht den für Lebensmittel grundsätzlich notwendigen Anforderungen an die Hygiene.

Stevia-Süßpulver aus dem Internet-Shop
Grundsätzlich ist Stevia ein praktisch kalorienfreier Süßstoff, der auch für die diabetesgerechte Ernährungsweise geeignet ist. Das aus den Blättern der Pflanze gewonnene Süßmittel ist nicht kariogen und hat einen Geschmack, der dem des Haushaltszuckers (Saccharose) sehr nahe kommt. Für viele Menschen sind andere Süßstoffe wie Aspartam keine Alternative, da sie fälschlicherweise annehmen, dass diese gesundheitsschädlich seien. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass es keine wissenschaftlichen Beweise und noch nicht einmal Hinweise gibt, dass die acht bisher zugelassenen Süßstoffe eine wie auch immer geartete Schädlichkeit aufweisen. Stevia-Interessenten können momentan in Deutschland nur die Pflanze kaufen oder Stevia-Süßpulver im Internet bestellen. Aus hygienischen und rechtlichen Gründen sowie im Sinne des gesundheitlichen Schutzes sollten Verbraucher aber darauf vorsichtshalber verzichten, um ihre Gesundheit nicht zu gefährden.

In der Europäischen Union sind momentan acht Süßstoffe zugelassen:
1. Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200x süßer als Zucker, entdeckt von Karl Clauß (1967)
2. Aspartam (E-951), 200x süßer als Zucker, entdeckt von James M. Schlatter (1965)
3. Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350x süßer als Zucker
4. Cyclamat (E-952), 30 – 50x süßer als Zucker
5. Saccharin (E-954), 300 – 500x süßer als Zucker, entdeckt von Constantin Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6. Sucralose (E-955), 600x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant Phadnis (1975)
7. Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000x süßer als Zucker, Erstbeschreibung 1855
8. Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95), 400 – 600x süßer als Zucker, entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Süßstoffe lösen keinen Hunger aus und können beim Abnehmen helfen
Wissenschaftliche Studien beweisen eindeutig, dass die zugelassenen Süßstoffe weder Hunger noch Appetit auslösen. Außerdem haben sie keine Mastwirkung und finden keinen Einsatz als Mastmittel. Süßstoffe haben keinen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel. Darüber hinaus nehmen Süßstoffe keinen Einfluss auf die Hunger-Sättigungsregulation: Wissenschaftliche Studien beweisen, dass Süßstoffe bei der Gewichtsreduktion und der Gewichtsstabilisierung helfen können. Allein durch den Einsatz von Süßstoff können Übergewichtige jedoch nicht abnehmen, da Süßstoffe nicht automatisch schlank machen. Ob Stevia im Rahmen einer Gewichtsreduktion positive Wirkungen hat, ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

Stevia nicht oder nur mit Vorsicht genießen
Da es eine Reihe anderer natürlicher Süßstoffe gibt, die im Gegensatz zu Stevia nachgewiesenermaßen nicht schädlich sind, können diese bis zur Zulassung von Stevia problemlos verwendet werden. Wer Stevia über Internet-Shops oder aus dem Gartenhandel erwirbt, muss sich darüber im Klaren sein, dass es möglicherweise gefährlich ist. Es schädigt wahrscheinlich die Fruchtbarkeit und könnte sogar krebserregend sein. Zudem gibt es Hinweise, dass Stevia genotoxisch sein könnte. Vor diesem Hintergrund sollte Stevia mit Vorsicht oder besser überhaupt nicht verzehrt werden.

Wissenschaftliche Quellen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8143647?dopt=Abstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12130868?dopt=Abstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3887402?dopt=Abstract

Redaktion: Sven-David Müller

VISPR: Vorstand des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V., kompetenzzentrum@email.de, Deutsches Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V., c/o Dipl. theol. Mareike Carlitscheck, Adolphstraße 5, 50679 Köln

Bitter statt süß – Was beim Backen mit Süßstoff zu beachten ist

Diabetiker oder Menschen, die Kalorien einsparen möchten, können Zucker durch Süßstoffe ersetzen – auch beim Backen ist dies im Prinzip möglich. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, berichtet das  Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Manche Süßstoffe verlieren beim Kochen oder Backen ihre Süßkraft oder werden bitter. Hitzestabil sind beispielsweise Cyclamat und Saccarin. Ein Blick auf die Packungshinweise verschafft Sicherheit.

Aber nicht nur die Hitzebeständigkeit spielt eine Rolle, sondern auch die Menge. Da Süßstoffe deutlich stärker süßen als Zucker, braucht man davon viel weniger. In einem Rühr- oder Bisquitteig macht Zucker neben Butter, Eiern und Mehl mehr als ein Drittel der Masse aus. Fehlt sie, wird der Teig kaum gelingen.