Wer als Erwachsener erstmals schuppende, juckende Hautveränderungen bemerkt, denkt dabei selten an Neurodermitis. Dabei sind rund 3,5 Prozent der Menschen zwischen 18 und 80 in Deutschland davon betroffen. Woran erkennt man, dass die Haut nicht einfach trocken ist, sondern eine chronisch-entzündliche Erkrankung dahintersteckt? Das beschreibt die Broschüre „Neurodermitis bei Erwachsenen“.

Trockene und empfindliche Haut ist unter Erwachsenen weit verbreitet. Die Hautoberfläche ist rau, schuppig, spannt und juckt. Das kann eine Vielzahl von Ursachen haben: Klimafaktoren, falsche Pflege, Flüssigkeitsmangel oder bestimmte organische Erkrankungen wie Diabetes. Wenn aber die Haut schubweise mit entzündlichen Ekzemen auf scheinbar harmlose Reize wie kratzende Fasern oder Aufregung reagiert, deutet das auf Neurodermitis hin.

Typisch für Erwachsene

Die für Neurodermitis typischen schuppenden, rissigen und entzündeten Hautareale befinden sich häufig an Armbeugen, Kniekehlen und Handgelenken. Für erwachsene Patientinnen und Patienten charakteristisch sind darüber hinaus Hautsymptome an Hals und Augenlidern sowie an den Händen, wenn diese in Beruf und Alltag stark strapaziert werden. Auch bestimmte Unterformen der Neurodermitis betreffen vornehmlich Erwachsene: Die Kopf-Hals-Dermatitis, kurz HND, mit Ekzemen an Stirn, Lidern, Hals und im Mundbereich sowie die sogenannte Prurigoform mit juckenden, entzündlichen Knötchen an Armen und Beinen.

Frühe Diagnose doppelt wichtig

Viele erwachsene Neurodermitispatienten ignorieren lange Zeit die Symptome ihrer Erkrankung, schieben den Arztbesuch auf und erhalten entsprechend spät die Diagnose. „Damit nehmen sie unter Umständen massive Einschränkungen der Lebensqualität in Kauf. Denn ohne spezifische Behandlung steigt das Risiko für häufige und heftige Ekzemschübe“, erklärt Dr. Friedrich Kläs, Vorsitzender des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV).

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